Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Betrug im Kaufhaus - was kommt auf mich zu - soll ich einen Anwalt einschalen?

15.01.2008 20:45 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jens Jeromin


Guten Abend,
Ich habe ein Problem...
Ich habe vor einigen Tagen in einem Kaufhaus 2 Teile gegen ein anderes Teil umtauschen wollen. Dabei ist es aufgefallen, dass die Etiketten zwar mit den Kaufbelegen übereinstimmten, aber nicht mit der Ware. Als ich gefragt wurde, war mir höchst peinlich und ich habe es verleugnet und behauptet, dass ich diese so gekauft habe. Was nicht stimmt. Ich hatte tatsächlich irgendwann die 2 Sachen im Kaufhaus gekauft (entweder dort oder in einer anderer Filiale, es ist etwas länger her) und da ich die alten Etiketten nicht mehr gefunden habe oder nicht mehr wußte welche überhaupt dazu gehörten, habe ich die von den zuletzt gekauften Teilen verwendet. Es geht um 9,00 EUR und um 15,00 EUR.
Diese waren nicht teurer als die älteren, aber das spielt keine Rolle. Mir wurde Betrug vorgeworfen. (Die Aussage: ein Teil stammt von denen, ist aber schon älter und war damals auch teurer als 9,00 EUR und das andere Teil hatten sie nie im Sortiment gehabt. Dies können Sie anhand der auf dem Innenetikett bedruckten Artikelnummern beweisen).
Da ich die Tat nicht zugegeben habe wurde auch die Polizei gerufen. Die Teile wurden als Beweismittel einbehalten. Einer der Polizisten meinte, dass ich in den nächsten Tagen zur Poizei geladen werde.
Ich habe nichts unterschrieben, mir wurden aber die Personalien genommen, der Tatbestand wurde aufgeschrieben und ich habe einen Kaufhausverbot bekommen.
Mir ist mehr als nur peinlich und ich bereue mein Verhalten sehr (besonders weil ich auch nicht gerade nett und einsichtig war dem Chef des Kaufhauses gegenüber).
Da wäre noch etwas... In 2004 hatte ich eine Anzeige von einem Drogeriemarkt bekommen. Es ging um den Ladendiebstahl eines Antimückenstiftes in Wert von 5,00 EUR. Ich hatte damals 50,00 EUR bezahlt und das Verfahren wurde auf Grund der Geringfügigkeit (wahrscheinlich) eingestellt.

Wenn ich zur Polizei geladen werde, möchte ich die Wahrheit sagen, aber das macht die Situation nicht besser.
Könnten Sie mir sagen, was auf mich zukommen kann? Sollte ich lieber einen Anwalt einschalten oder erst abwarten? Wird dieses Verhalten in das Führungszeugnis aufgenommen?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruss

Ana

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich Sie darauf hinweisen, dass eine Strafanzeige wegen Betrugs, die Ihre rechtliche Situation wesentlich verschlechtern würde, folgen würde, falls der Einzug der hier ausgelobten 20 € fehlschlägt. Dieser -derart deutliche-Hinweis ist aufgrund von Erfahrungwen mit Fragen aus dem Strafrecht, die einen "Betrug" zum Gegenstand haben, erforderlich.


1. Einer polizeilichen Vorladung müssen und sollten Sie nicht Folge leisten !

2. Ich empfehle die Einschaltung eines Rechtsanwalts, dieser kann Akteneinsicht nehmen und gegebenenfalls auf eine nochmalige außergerichtliche Einstellung (gegen Zahlung einer Geldauflage) hinwirken. Dass das Kaufhaus fälschlicherweise behauptet, den von Ihnen dort erworbenen Artikel nie im Sortiment geführt zu haben, kann bei Beweis des Gegenteils dazu beitragen.

3. Im Falle einer Verurteilung ist aufgrund Ihrer Schilderung mit einer Geldstrafe zu rechnen, nicht aber mit einem Eintrag in ein polizeiliches Führungszeugnis. Dieser würde bei einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen erfolgen, davon ist hier aufgrund der geringen Werte nicht auszugehen.

Ich hoffe Ihnen auf diesem Weg eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.01.2008 | 17:54

Sehr geehrter Herr Jeromin,
Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Warum empfehlen Sie mir die polizeiliche Vorladung (wo ich die Wahrheit sagen würde) abzulehnen? Kann ich die Rechtsschutzversicherung für diesen Fall beanspruchen?

Nochmal vielen Dank.

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.01.2008 | 18:50

Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Rechtsschutzversicherung greift hier nicht ein, da Ihnen eine Straftat vorgeworfen wird, die nur vorsätzlich begangen werden kann. Dafür gibt es nach der Rechtsschutz-Versicherungsbedingungen keinen Versicherungsschutz.

Wenn Sie zur polizeilichen Vernehmung erscheinen udn dort aussagen, legen Sie sich fest. Von dem dort Gesagten werden Sie sich später kaum mehr lösen können. Dazu würden Sie sich äußern, ohne den exakten Tatvorwurf zu kennen, da Ihnen die Ermittlungsakte unbekannt ist. Möglicherwise liefern Sie Informationen, die die Polizei ohne Sie nicht hatte bzw. erhalten hätte. Informieren Sie sich mit einem Anwalt über den Akteninhalt und den exakten Tatvorwurf. Wenn es ratsam ist, können Sie sich danach immer noch äußern.

Mit freundlichen Grüßen

Jeromin
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70092 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Wenn man sich unsicher ist, ist diese Seite sehr empfehlenswert. Frau Stadler hat recht schnell für wenig geld geantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche Antwort wo bei dem weiteren Verlauf geholfen hat. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche und sachliche Antwort, damit konnte das Problem behoben werde. ...
FRAGESTELLER