Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.329
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Betrug durch Handwerker


01.12.2009 21:58 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Sommer letzten Jahres beauftragten wir einen Fliesenleger in unserem
Haus 110 qm Bodenfliesen, den Fliesenspiegel in der Küche und unser
komplettes Bad zu fliesen.
Trotz mehrfacher Bemängelung unsererseits schon während der Arbeiten
fiel das Endergebnis mangelhaft bis ungenügend aus.
Leider hatten wir zu diesem Zeitpunkt bereits eine Anzahlung von 2500,-
Euro geleistet.
Der Fliesenleger liess im Nachhinein nicht mehr mit sich reden und
erkannte seine schlechte Arbeit nicht an. Teilweise wurde die Arbeit
nicht einmal zu Ende geführt geschweige denn jegliche Mängel beseitigt.
Schließlich führten wir zunächst alle Restarbeiten an den Bodenfliesen
sowie die Erneuerung des gesamten Fliesenspiegels in der Küche auf
unsere Kosten durch, damit wir überhaupt in das Haus einziehen konnten.

Ein befreundeter Architekt und Baugutachter schaute sich das Badezimmer
an und sagte uns, dass 70- 80% der Fliesen wieder komplett entfernt
werden müssten, ebenso die Badewanne und Dusche aus Acryl, die uns der
Fliesenleger so dermaßen verkratzt hatte, dass sie nicht mehr nutzbar sind.

Nachdem wir weiterhin keine Einigung mit dem Fliesenleger finden konnten
und er mittlerweile auch nicht mehr bereit war die Mängel zu beseitigen,
gaben wir die Angelegenheit zum Anwalt, der uns aber auch nicht richtig
weiterhelfen konnte, da der Fliesenleger nicht auf seine Schreiben
reagierte.

Schlussendlich konnten wir uns doch mit dem Fliesenleger einigen, dass
er uns das Material für ein komplett neues Bad erstatten sollte und wir
für den Abriss, die Entsorgung des Schuttes und den Arbeitslohn des
neuen Fliesenlegers aufkommen würden.
Wir bekamen sogar eine Unterschrift, dass die Summe von 2800,- Euro in
35,- Euro Monatsraten bei uns abgezahlt werden soll. Bisher hat der
Fliesenleger die Mai und Juni- Rate bezahlt, danach kam nichts mehr.

Inzwischen hat der Fliesenleger seine Firma aufgegeben und ist nun
"Angestellter" im Bistro seiner Frau, wo er angeblich keinen Lohn
bezieht und deshalb auch keine weiteren Raten bezahlen kann- laut seiner
Aussage.
Alle Versuche irgendwie mit ihm in Kontakt zu treten endeten im Nichts
bzw. beleidigte und drohte er uns massiv.

Letzte Woche beauftragten wir ein Unternehmen, welches sich auf legalem
Weg mit Forderungsmanagement befasst. Wir erhofften uns dadurch den
Fliesenleger nochmals an unsere Vereinbarung zu erinnern. Seine einzige
Reaktion darauf waren wieder übelste Beleidigungen und Bedrohungen.

Heute bekamen wir eine weitere E- Mail, dass wir unlautere Mittel
anwenden würden und der Fliesenleger uns anzeigen wird und bereits einen
Anwalt eingeschaltet hat, den es laut worldwideweb aber nirgends gibt.
Desweiteren wurden wir nochmals darauf hingewiesen, dass der
Fliesenleger nicht zahlen kann, weil er kein Einkommen hat und auf
Kosten seiner Frau lebt.

Unsere Frage lautet nun, ob wir überhaupt noch eine Chance haben an
unser Geld zu kommen?
Ist die Frau des Fliesenlegers nicht verpflichtet für seine Schulden
aufzukommen? Würden wir die Sache vor Gericht bringen, würden wir
vermutlich noch mehr Geld investieren und letztendlich verlieren.
Wir haben nun gehört, dass man bei Gericht einen Antrag stellen kann und
dieser rechtskräftig wird, wenn nicht innerhalb von 2 Wochen von der
Gegenseite widersprochen wird. Ist dies so richtig? Und wie ist die
Vorgehensweise?
Welche Möglichkeiten hätten wir sonst noch zur Verfügung? Oder sollten
wir die ganze Sache auf sich beruhen lassen, da unsere Chancen zu
schlecht sind?

Vielen Dank im Vorraus!
01.12.2009 | 22:31

Antwort

von


983 Bewertungen
Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben und gemäß der Höhe Ihres Einsatzes wie folgt beantworten möchte:

Den Antrag, den Sie meinen, ist ein Antrag auf Erlaß eines Mahnbescheides. Dieser Mahnbescheid wird dem Gegner zugestellt, und wenn dieser nicht binnen zwei Wochen widerspricht, können Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Mit diesem Vollstreckungsbescheid können Sie in das Vermögen (wenn solches vorhanden ist) und eventuelle Lohnforderungen des Gegners gegen seine Frau vollstrecken. Zuständig ist das Mahngericht Ihres Bundeslandes in Mayen (Sollten Sie nicht in Rheinland-Pfalz wohnen, bitte ich um entsprechende Mitteilung). Es gibt gesonderte Antragsformulare für diese Mahnbescheide, die Sie verwenden müssen.

Die Ehefrau des Gegners haftet nicht automatisch für die Schulden des Ehemannes. Um auf ihr Vermögen zugreifen zu können, benötigen Sie einen Anspruch und einen Titel gegen die Ehefrau.

Mir ist es etwas unerklärlich, wieso Ihr Anwalt die Sache aufgegeben hat, nur weil der Gegner die Schreiben nicht beantworte. Hat er einen Grund genannt, wieso er nicht zur Klage riet?

Ihre Chancen auf Erfolg vor Gericht stehen sehr gut, wenn das Urteil des Architekten und Baugutachter zutreffend ist. Zudem haben Sie die Unterschrift des Gegners bezüglich der Anzahlung. Damit können Sie sehr schnell und mit hohen Erfolgsaussichten einen Mahn- und Vollstreckungsbescheid beantragen und erhalten bzw. wegen der Mängel gegen den Gegner klagen.

Das Problem dürfte jedoch in der Vollstreckungsphase warten, da der Gegner kein Vermögen hat, in das Sie vollstrecken können. Da ein Vollstreckungsbescheid 30 Jahre lang gültig ist, besteht Ihre beste Chance darin, sich die Vollstreckungsbescheide (bzw. den Vollstreckbaren Titel aus Urteil wegen der Mängel) zu verschaffen und dann versuchen, in den nächsten 30 Jahren Vermögen des Gegners zu finden, in das Sie vollstrecken können.

Ich hoffe, Ihre Frage damit beantwortet zu haben. Bitte benutzen Sie bei Bedarf die kostenlose Nachfragefunktion.

Ansonsten verbleibe ich
mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

Das Zurückhalten relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung radikal verändern. Diese Beurteilung ist lediglich eine erste rechtliche Orientierung.


Nachfrage vom Fragesteller 14.12.2009 | 21:01

Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Unser Anwalt riet uns nicht zu klagen, da wir seiner Meinung nach durch eine Klage noch zusätzlich Geld verlieren würden (Anwalt, Gerichtskosten und gerichtlich beauftragtes Gutachten) und es letztendlich dann wohl eh nur zu einem Vergleich kommen würde.

Der Gutachter war ein befreundeter Architekt. Wir haben somit kein gerichtlich beauftragtes Gutachten, welches auch vor Gericht Gültigkeit hätte. Allerdings war unser Anwalt vor Ort und hat alle Mängel begutachtet und schriftlich erfasst.
Mittlerweile haben wir das komplette Badezimmer schon herausgerissen, damit es neu gemacht werden kann, denn wir leben nun schon seit über 1 Jahr ohne Badezimmer.

Müssten wir, wenn wir einen Titel bekommen haben dann selbstständig innerhalb der 30 Jahre immer wieder nachhaken, ob ein pfändbares Vermögen vorhanden ist oder macht das ein Gerichtsvollzieher?
Welche Kosten würden auf uns zukommen, wenn wir diese Angelegenheit nochmals einem Anwalt mit der Bitte um Abwicklung des Mahnverfahrens vorlegen?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Mühe!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.12.2009 | 01:56

Sehr geehrte Ratsuchende,

Sie müssen innerhalb der 30 Jahre immer wieder selbst nachprüfen, ob pfändbares Vermögen vorliegt.

Ein anwaltliches Mahnverfahren inklusive anschließende Vollstreckung würde Sie insgesamt € 405,66 kosten.

Mit freundlichen Grüßen,

Robert Weber
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

983 Bewertungen

Kaiserin Augusta Allee 102
10553 Berlin
Tel: 030 36445774
Web: www.rechtsanwalt-weber.eu
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Mietrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Vertragsrecht, Grundstücksrecht, Medienrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 61064 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Mein Erstnutzer-Eindruck : kompetent und schnell - unbedingt weiterzuempfehlen. Eine der sinnvollsten Internetseiten die ich kenne. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Unsere Fragen wurden konkret beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Hat uns sehr geholfen Können so mit guten Voraussetzungen im einem Rechtsstreit gehen. Vielen Dank und gerne wieder Sehr zu empfehlen ...
FRAGESTELLER