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Betrüger am Telefon - Bankkonto abgeräumt

| 12.11.2020 11:48 |
Preis: 75,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich benötige eine Auskunft bezüglich eines Betrugsfalles.

Meine Mutter erhielt einen Telefonanruf, wie sie dachte von ihrer Targo-Bank. Da sie die Bankberater nicht persönlich kennt, der Anrufer am Telefon aber ihre Daten wie Adresse und Geburtsdatum nennen konnte, hat sie ihm alle gewünschten Auskünfte erteilt. Darunter war leider auch die persönliche PIN Nummer.
Der Anrufer hat dann mit der PIN bei der Targo-Bank angerufen und telefonisch eine Überweisung veranlasst. Sie hatte nur noch 400€ Guthaben, aber es wurde der gesamte Dispo-Rahmen in Höhe von 6.000€ ausgenutzt, so das ihr als Rentnerin ein Schaden in Höhe von 6.400€ entstanden ist.

Danach hat die Targo-Bank dann das Konto gesperrt, da es scheinbar mehrere Konten getroffen hat. Auch bei der Kriminalpolizei, wo sie Anzeige erstattet hat, sind die Fälle bekannt. Sie hat gegenüber der Targo-Bank eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass sie niemandem Kontozugriff gestattet, keine Ware gekauft und auch nicht weiß wer die Umsätze getätigt hat.
Auf der eidesstattlichen Versicherung steht nun der Name und die Kontonummer wohin das Geld überwiesen wurde.
Unsere Fragen:
Bekommt sie das Geld von der Targo-Bank zurück? Hätte die Bank vor der Überweisung nachfragen müssen, zumal es mehrere Betrugsfälle gab?
Braucht sie einen Anwalt oder regelt das allles die Kriminalpolizei?
Wenn die Bankverbindung und der Name des Kontoinhabers bekannt sind, warum wird ihr Geld dann nicht von dort zurückgeholt?

12.11.2020 | 12:24

Antwort

von


(1123)
Hallestr. 101
53125 Bonn
Tel: 0228 629 46 462
Tel: 0179 4822457
E-Mail:

Sehr geehrter Fragensteller,

leider sehe ich nicht unbedingt Regressansprüche gegen die Bank in voller Höhe. Ich sehe wegen freiwilliger Herausgabe der Pin nach § 675 v Abs. 3 BGB iVm § 675 l BGB Probleme:

"(1) 1Der Zahlungsdienstnutzer ist verpflichtet, unmittelbar nach Erhalt eines Zahlungsinstruments alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um die personalisierten Sicherheitsmerkmale vor unbefugtem Zugriff zu schützen."

Siehe auch

LG Essen, Urteil vom 04.12.2014 - 6 O 339/14

zu einem ähnlichen Fall:

"Die Eingabe der persönlichen Daten des Klägers in die in der E-Mail verlinkte Maske erfolgte grob fahrlässig.

Grob fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße verletzt, indem beispielsweise ganz nahe liegende Überlegungen nicht angestellt oder beiseite geschoben werden und dasjenige unbeachtet bleibt, was im gegebenen Fall jedem hätte einleuchten müssen (BGH, Urteil vom 18.11.2004, BGH Aktenzeichen VIZR14113 VI ZR 141/13 , zitiert nach juris, dort Rn. 21). Dabei orientiert sich die im Verkehr erforderliche Sorgfalt daran, was von einem durchschnittlichen Angehörigen des jeweiligen Verkehrskreises in der jeweiligen Situation erwartet werden kann. Im vorliegenden Fall ist daher auf die Sorgfalt eines durchschnittlichen Verwenders von Telefon- und Online-Banking abzustellen, bei dem unterstellt werden kann, dass er über einigermaßen gesicherte Grundkenntnisse der Funktionsweise des Internets einschließlich des E-Mail-Verkehrs verfügt und die Berichterstattung über Online-Banking zumindest in groben Zügen verfolgt.

Einem mit diesen Kenntnissen ausgestatteten durchschnittlichen Verwender der Telefon- und Online-Banking-Funktionen seiner Bank muss bekannt sein, dass im Internet leider unter anderem Kriminelle versuchen, mittels der Versendung von E-Mails an sensible Daten Dritter zu gelangen. Ihm muss des Weiteren bekannt sein, dass keine Bank jemals mittels E-Mail oder überhaupt außerhalb eines Transaktionsvorgangs sensible Daten von ihm abfragt, noch dazu mehrere persönliche und Kontodaten während eines einzigen Eingabevorgangs. Auch werden bei Nutzung des Online-Bankings keinerlei Daten abgefragt, die ausschließlich der Nutzung des Telefon-Bankings dienen. Dem entgegen wird seit Jahren in sämtlichen Medien regelmäßig von so genannten Phishing-Attacken berichtet, in denen meist unbekannt bleibende Täter beispielsweise durch E-Mails versuchen, Bankkunden gerade zur Eingabe von zahlreichen persönlichen Daten gleichzeitig auf zuvor von ihnen entworfenen, täuschend echt aussehenden vermeintlichen Webseiten ihrer Banken zu bewegen. Phishing bezeichnet dabei die Täuschung eines Nutzers von Internetdiensten mithilfe technischer Manipulationen, um diesen zur Mitteilung vertraulicher Daten an einen Nichtberechtigten zu verleiten (BGH, Urteil vom 24.04.2012, BGH Aktenzeichen XIZR9611 XI ZR 96/11 , zitiert nach juris, dort Rn. 26). Der durchschnittliche Online-Banking-Kunde muss daher bei diesem Thema in erheblichem Umfange sensibilisiert sein und somit darauf achten, ausschließlich die „echten" Webseiten seiner jeweiligen Bank zu nutzen.

Diese naheliegenden Sorgfaltsmaßnahmen ließ der Kläger jedoch außer Acht."

Man könnte aber sicher argumentieren, dass die Bank wegen der ungewöhnlich hohen Summe, die Sie ohne schriftliche oder persönliche Rückversicherung durchgeführt hat, zumindest ein Mitverschulden trifft. Zumindest, wenn es in der Vergangenheit nicht zu vergleichbaren Transaktionen seitens Ihrer Mutter gekommen war.

Ich denke eine hälftige Teilung des Schadens wäre ein gutes Ergebnis.

Wenn neben der PIN keine weiteren Sicherungssystem seitens der Bank bestanden ( z.B. TAN ), dann sind je nach richterlicher Wertung auch höhere Werte zu den eigenen Gunsten denkbar.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Saeger


Bewertung des Fragestellers 12.11.2020 | 12:50

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