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Betreuungspflichten eines Immobilienmaklers


18.03.2007 13:20 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Helzel



Sehr geehrte Damen und Herren,

Nach der Unterzeichnung des notariellen kaufvertrages, stellte sich herraus, dass eine Finanzierung des kaufobjektes nicht gewährleistet ist. Hat der Immobilienmakler dafür Sorge zu tragen, dass die Finanzierung vor Abschluß des Notarvertrages gesichert ist? Ist die Maklergebühr auch fällig wenn es dadurch nicht zum Kauf kommt?
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gern wie folgt beantworten möchte:

Der Makler hat grundsätzlich eine sog. Aufklärungspflicht. D.h. er muss ihm bekannte Umstände, die sich auf den Geschäftsabschluss beziehen, dem Auftraggeber mitteilen.

Hat er Zweifel an gewissen Umständen, muss er diese ebenfalls mitteilen, allerdings besteht hier keine Nachprüfungspflicht, sofern konkret nichts anderes vereinbart ist.

Eine Prüfungspflicht besteht allerdings dann, sofern er sich ggü. dem Auftraggeber gemachte Angaben zu Eigen macht oder sich für deren Richtigkeit persönlich einsetzt.
Bei der Vermittlung noch nicht gebauter Räume kann ihn u.U. sogar die Prüfpflicht hinsichtlich der Finanzierung des Kaufobjekts treffen.


1. Ob dem Makler in Ihrem Fall eine Pflichtverletzung vorzuwerfen ist, kommt also ganz darauf an, in welchem Umfang der Maklervertrag ausgestattet war, ob er ihm bekannte Umstände verschwiegen oder ob er sich gewisse Eigenschaften u. Voraussetzungen zu Eigen gemacht hat bzw. für diese gar eingetreten ist.

2. Ob ein Anspruch auf den Mäklerlohn besteht, hängt wiederum davon ab, ob ihm eine Pflichtverletzung vorzuwerfen ist. Bei einer Pflichtverletzung hat er keinen Provisionsanspruch.


Kann dem Makler allerdings keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden, da er möglicherweise aufgrund des Mäklervertrages nicht verpflichtet war, die Sicherung der Finanzierung zu prüfen, besteht der Provisionsanspruch, wenn der Hauptvertrag – Kaufvertrag – wirksam zustande gekommen ist. Da der notarielle Vertrag bereits unterzeichnet ist, ist von einem wirksamen Kaufvertrag auszugehen.


Ob Sie dem Makler nun die Provision schulden oder nicht, hängt also davon ab, ob dieser eine Pflichtverletzung begangen hat. Hatte er eine Prüfpflicht hinsichtlich der Finanzierung aufgrund Vereinbarung, oder war ihm bekannt bzw. hätte er aufgrund gewisser Umstände erkennen müssen, dass die Finanzierung nicht gewährleistet ist, hat er eine Pflichtverletzung begangen, die seinen Provisionsanspruch ausschließt.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung vermittelt zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stefanie Helzel
- Rechtsanwältin -

info@123kanzlei.net

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort die von Ihnen geschilderten, wesentlichen Aspekte des Falles umfasst, jedoch weitere Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden.
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