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Betreuung einer Wachkomapatientin


12.09.2017 20:13 |
Preis: 80,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Meine Großmutter hat vor wenigen Wochen einen Schlaganfall erlitten und ist nun im Pflegeheim im Wachkoma mit Nasensonde und verweigert die Nahrung und Flüssigkeit sowohl oral als auch in Form von Durchfall. Nach Aussage der Ärztin ist Heilung nur möglich, wenn sie in häusliche Pflege kommt, andernfalls sollen entsprechend der schriftlichen Verfügung meiner Großmutter alle lebenserhaltenden Maßnahmen verweigert werden. Ob hierzu auch die Entfernung der Nasensonde zählt, ist noch ungewiß, jedenfalls darf sie auf Anordnung der Ärztin derzeit keine Nahrungsergänzungsmittel bekommen, da diese ihr Leben verlängern würden.

Meine Großmutter kann von mir optimal rund um die Uhr häuslich versorgt werden (ich habe sie früher schon gepflegt, wohne jetzt allerdings in der Schweiz), jedoch will meine Mutter, die die Vormundschaft ausübt, das nicht - vielleicht weil sie als Vormund dann nicht so leicht vor Ort sein kann. Aber dies ist ein egoistisches Motiv und nicht zum Wohle des Patienten. Gibt es einen Weg, meine Mutter zu einer Einwilligung zu zwingen? Schließlich macht sie sich andernfalls direkt für den Tod meiner Großmutter verantwortlich.

Ebenso will meine Mutter nicht, daß meiner Großmutter die Nasensonde entfernt wird, damit meine Großmutter, wenn meine Mutter ihr das Leben schon verwehrt, wenigstens durch Sterbefasten einen würdevollen Tod erhalten kann. Schließlich hat meine Großmutter für den Sterbefall schriftlich alle lebenserhaltenden Maßnahmen abgelehnt.

Wie kann ich erreichen, daß meine Großmutter von mir gepflegt werden kann oder wenigstens von der Nasensonde befreit wird?




12.09.2017 | 21:27

Antwort

von


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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

zunächst weise ich darauf hin, daß es seit 01.01.1992 in Deutschland keine Vormundschaft über Erwachsene mehr gibt. Ich gehe davon aus, daß Ihre Mutter die rechtliche Betreuerin Ihrer Großmutter ist.

Sie sollten Ihre Überlegungen und Argumente dem zuständigen Betreuungsgericht (das ist eine Abteilung des Amtsgerichts am Wohnort Ihrer Großmutter) vortragen.

Ob eine Verbringung Ihrer Großmutter in die Schweiz praktikabel und durchsetzbar ist, halte ich auf den ersten Blick allerdings für zweifelhaft.

Solange Ihre Mutter Betreuerin ist, darf gegen ihren Willen die Nasensonde selbst dann nicht entfernt werden, wenn diese aus ärztlicher Sicht zu den lebenserhaltenden Maßnahmen zählen würde.

Sie können jedoch dem Betreuungsgericht gegenüber darauf hinwirken, daß Ihre Mutter als Betreuerin entlassen wird, weil sie das Wohl der betreuten Person und insbesondere auch die Patientenverfügung nicht beachtet. Ggf. können Sie sich selbst als Betreuerin anbieten.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 21.09.2017 | 13:30

Sehr geehrter Anwalt,

vielen Dank für die Antwort, die jedoch eine ganze Reihe von neuen Fragen aufwirft.
Grundsätzlich verstehe ich Sie so, daß das Betreuungsgericht meine Mutter nicht zu einer Einzelentscheidung, namentlich der Erlaubnis, sie in der Schweiz von mir pflegen zu lassen, zwingen kann, sondern nur die gesamte Betreuerschaft entziehen kann?
Ich könnte zwar gerne die Betreuerschaft übernehmen, allerdings habe ich gehört, daß bei Familienstreitigkeiten die Gefahr nicht gering ist, daß dann ein externer Betreuer eingesetzt wird. Wie kann man sich hiervor schützen?
Und wie erfolgt die Übertragung der Betreuuerschaft, in welcher Zeit und bedarf es hierzu eines Gerichtsverfahrens?

Mit vielem herzlichen Dank

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.09.2017 | 21:22

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

wie bereits ausgeführt, sollten Sie Ihre Überlegungen und Argumente dem zuständigen Betreuungsgericht vortragen. Sinnvoll wäre dann sicherlich ein gemeinsames Gespräch mit dem/der Betreuungsrichter/in, der behandelnden Ärztin, Ihrer Mutter als Betreuerin und Ihnen. Das Betreuungsgericht kann die Betreuerin sehr wohl vor die Alternative stellen, dem Wohl des Betroffenen entsprechend zu handeln oder als Betreuerin entlassen zu werden.

Es ist zutreffend, daß fortdauernde familiäre Spannungen, welche dazu führen, daß ein Angehöriger in der Ausübung der Betreuung behindert wird, die Bestellung eines Berufsbetreuers rechtfertigen können (so z. B. Bayerisches Oberstes Landesgericht, Beschluß vom 21.01.2004 - 3Z BR 225/03). Sie können sich davor nur in der Weise schützen, daß Sie sich – trotz der unterschiedlichen Auffassungen – um ein harmonisches Verhältnis zu Ihrer Mutter bemühen.

Der Wechsel der Betreuungsperson muß vom Betreuungsgericht veranlaßt werden. Erforderlich wäre eine (schriftliche) Anhörung Ihrer Mutter, der behandelnden Ärztin und von Ihnen. Insofern dürften mindestens vier Wochen zu veranschlagen sein. Ihre Mutter kann gegen ihre Entlassung Beschwerde einlegen, über welche das übergeordnete Landgericht entscheidet. Diese Beschwerde hat aber keine aufschiebende Wirkung.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
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