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Betreff: Arbeitszeugnis m.d.B.u. ausführl. Korrektur

25.05.2008 01:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Johannes B. Kagerer


Sehr geehrte Frau,
sehr geehrter Herr,

hier ein paar Zeilen zur Vorgeschichte:
Mein Arbeitgeber ist eine Bank mit ca. 400 Mitarbeitern. Durch mehrere Fusionen gibt es wohl mehr Mitarbeiter als Arbeitsplätze. Diesen Überhang versucht mein Arbeitgeber dadurch auszugleichen, indem er Müttern nach ihrer Elternzeit einen Wiedereinstieg erschwert - wie in meinem Fall: nach ca. 4 Jahren Elternzeit habe ich einen Teilzeitantrag gestellt, der betriebsbedingt abgelehnt wurde. Angeboten wurde mir eine Vollzeitstelle in „weit-weit-weg“ in der Kundenberatung (seit 1999 war ich in der Sachbearbeitung beschäftigt und wollte auch in einer internen Abteilung bleiben), die ich wg. der Betreuung meiner Kinder ablehnen musste.

Mein erstes Gespräch über Möglichkeiten des Wiedereinstieges nach Elternzeit fand mit dem Personalleiter und einer Mitarbeiterin seiner Abteilung statt. Nachdem ich mich mit der Ablehnung meines Teilzeitgesuches nicht einfach so abfinden wollte und auch weitere Schritte meinerseits angedeutet hatte, fanden noch 3 weitere Gespräche mit dem Personalleiter und einem Vorstandsmitglied statt. Letztendgültig „einigten“ wir uns auf Beendigung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen und ich erhielt eine finanzielle Entschädigung.

Jetzt folgendes !!!! :
Nach Unterschrift des Auflösungsvertrages erhielt ich nachfolgenden „Entwurf“ meines Zeugnisses. Sofort erkannte ich, dass sowohl Personalleiter und auch Vorstand zu keiner Zeit unserer Gespräche wussten, wo ich überhaupt gearbeitet habe und was ich dort gemacht habe!!! Auf meine Beschwerde erhielt ich die Antwort, dass meine Personalakten unvollständig seien, dies ja nur ein Entwurf wäre und ich ja noch Verbesserungsvorschläge machen könnte. Mein Personalleiter ist gegenüber dem Vorstand aufgrund dieser „Schlampereien“ negativ aufgefallen, abgesehen davon bin ich ihm unsympathisch.
Leider schreibt er mein Arbeitszeugnis.
Meine ehemaligen Abteilungsleiter wurden nicht über mich befragt. Es liegen keine Beurteilungen vor. Der jetzige Vorstand kennt mich gerade mal dem Namen nach.

Jetzt brauche ich Ihre Hilfe!!!!!!!!!!

bitte beurteilen Sie mein Arbeitszeugnis, auch unter Berücksichtigung meiner Anmerkungen (siehe „“).
Bitte nennen Sie mir umfangreiche Verbesserungsvorschläge, bitte kommentieren Sie dabei auch meine Verbesserungsvorschläge (siehe „“).
Ich bin überzeugt, dass ich immer gute bis sehr gute Arbeit geleistet habe. Ich finde, dass ich daher auch ein mindestens gutes Arbeitszeugnis verdient habe. Bitte verbessern und korrigieren Sie in diese Richtung.

Vielleicht können Sie mir abschließend noch das eine oder andere Argument an die Hand geben, um meinen/Ihren Vorschlag meines Arbeitszeugnisses meinem Personalleiter schmackhaft zu machen.

Zeugnis

Frau BB, geb. am xx.xx.xxxx, [Adresse] ist seit dem 01.08.1991 in unserem Hause beschäftigt. Ihre Ausbildung absolvierte sie vom 01.08.1991 bis zum 01.06.1994. Am 01.06.1994 legte sie vor dem Prüfungsausschuss der Industrie- und Handelskammer XX die Abschlussprüfung zur Bankkauffrau ab. Ein Ausbildungszeugnis wurde ihr erteilt.

„mein Verbesserungsvorschlag: 1. Einfügen des Geburtsnamens 2. ...in unserem Hause tätig (nicht beschäftigt)“

Nach Abschluss ihrer Ausbildung wurde Frau BB in der Filiale DD in EE beschäftigt. Als Mitarbeiterin im Filialbankgeschäft stand sie im ständigen Kundenkontakt und war für eine freundliche, schnelle und zuverlässige Abwicklung der Kundenwünsche zuständig. Diese Tätigkeit hat sie bis Ende 1998 ausgeübt. Danach wechselte Frau BB bis zum Beginn ihrer Mutterschutzphase im Juni 2004 in die [interne] Abteilung XX. Hier war sie schwerpunktmäßig für die Bearbeitung GG der Gesamtbank zuständig.

„Anmerkung: überwiegend falsch und sicherlich völlig unzureichend !! -> in der Filiale DD habe ich nur ein halbes Jahr in 1998 gearbeitet. Die 4 Jahre vorher habe ich in einer hier gar nicht aufgeführten Abteilung gearbeitet. 2. Die als schwerpunktmäßig bezeichnete Tätigkeit GG habe ich als einziger Mitarbeiter der Gesamtbank ausgeführt, und dies bestimmt sehr gut und mit viel Ergeiz, allerdings handelt es sich nur um eine Teilaufgabe meines sehr umfangreichen Aufgabengebietes.“

Zur Unterstützung ihrer Tätigkeiten hat Frau BB am 10.10.2003 am Seminar KK bei der XY-Akademie in XX teilgenommen.

„Anmerkung: das o.g. 1-Tages-Seminar war notwendig für den Bereich einer anderen Abteilung, die ich im Urlaubs- oder Krankheitsfalle vertrete. Ich habe aber im Laufe meiner Berufsjahre an mehreren Seminaren teilgenommen, die hier nicht aufgeführt wurden.“

Frau BB arbeitet gründlich, schnell und ausdauernd. Sie ist einsatzfreudig, verfügt über eine gute Auffassungsgabe und hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Ihr Verhalten gegenüber Geschäftsfreunden, Vorgesetzten und Mitarbeitern ist stets freundlich und einwandfrei.

„mein Verbesserungsvorschlag: Frau BB arbeitet stets selbständig und zuverlässig, mit äußerster Sorgfalt und Genauigkeit. Sie ist jederzeit einsatzfreudig, verfügt über eine gute Auffassungsgabe und hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern ist stets freundlich und einwandfrei.“

Nach Ablauf ihrer Elternzeit und der anschließenden tariflichen Familienphase sieht sich Frau BB nicht in der Lage ihre Vollzeitbeschäftigung wieder aufzunehmen. Der Arbeitgeber konnte dem Wunsch auf Teilzeitbeschäftigung in der beantragten Form aus betrieblichen Gründen nicht nachkommen. Das Beschäftigungsverhältnis endet im gegenseitigen Einvernehmen am 30.04.2008.

„mein Verbesserungsvorschlag für den letzten Satz: Frau BB verlässt uns auf eigenen Wunsch am 30.04.2008.“

Wir bedauern ihr Ausscheiden, danken für die geleistete Arbeit und wünschen ihr für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute.

„Verbesserungsvorschlag : ...für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und persönlich alles Gute oder .... für die Zukunft beruflich und persönlich alles Gute und weiterhin viel Erfolg.“

Unterschrift 1 Unterschrift 2

Sehr geehrter Fragesteller,

die von Ihnen eingestellten Fragen beantworte ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt:

Grundsätzlich muss das Arbeitszeugnis der Wahrheit entsprechen und von einem verständigen Wohlwollen des Arbeitgebers getragen sein.

1. Einleitung
Als Einleitung sind die persönlichen Daten des Arbeitnehmers anzuführen.
Neben seinem Namen und Vornamen sind auch seine Geburtsnamen anzuführen. (vgl. Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 7. Auflage 2007, § 109 GewO Rn. 32)

Obwohl es sich bei den persönlichen Daten um objektive Informationen handelt, könne durch den Stil der Formulierung bereits in beschränktem Umfang Wertungen einfließen.
So vermittelt es hier einen weniger günstigen Eindruck über den Arbeitnehmer, wenn ihm bestätigt wird, er sei "beschäftigt worden". Dem gegenüber drückt die Formulierung "war tätig" eine aktive Arbeitsweise aus.

2. Tätigkeitsbeschreibung
Das Zeugnis muss vollständig und genau abgefasst sein.
Bei Veränderungen Ihres Aufgabenkreises ist Ihre berufliche Entwicklung darzulegen.
Jedenfalls müssen die 4 Jahre Arbeit in der weiteren Abteilung im Zeugnis Erwähnung finden.

3.Seminare, Weiterbildung
Der Erwerb besonderer Kenntnisse durch Seminare oder Fortbildungsmaßnahmen sollte im Zeugnis in der Regel angegeben werden.
Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass insbesondere bei qualifizierten Arbeitnehmern der Hinweis auf zahlreiche Seminare nachteilig ausgelegt werden könnte. Dies könnte wie folgt verstanden werden: hatte das Seminar nötig; nutzte den Bildungsurlaub zu Lasten des Betriebsablaufs)

4. Vertretung einer Abteilung im Urlaub oder Krankheitsfall, wäre sicherlich auch ein wichtiger Aspekt, der der Vollständigkeit halber auch im Zeugnis angegeben werden sollte.
Hier würde ich eine Ergänzung fordern.

5....hat die Ihr übertragenen Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit erledigt, stellt als Gesamtleistung ein gute Leistung dar.

6. Die Erwähnung der Geschäftsfreunde vor den Vorgesetzten erweckt den Eindruck, dass das Verhalten gegenüber den Vorgesetzten nicht so gut war.
Das Wort Geschäftsfreund sollte auch durch das Wort Geschäftspartner und Kunden ersetzt werden, weil genauere Angabe und neutralere Formulierung.
Mein Vorschlag zu einer Formulierung: Sie führte Ihre Aufgaben immer selbständig, sorgfältig, zuverlässig und mit äußerster Genauigkeit aus. Ihr Verbesserungsvorschlag ist gut gewählt.

7. Was den letzten Satz betrifft, so endete das Arbeitsverhältnis, so wie ich Sie verstanden habe, im gegenseitigen Einvernehmen.

8. Die Schlussformel ist hier vom Arbeitgeber vollständig angegeben worden. (positiv) Es wird Ihr Ausscheiden bedauert, Ihnen gedankt und Zukunftswünsche angeführt.
Auf eine Schlussformulierung hat der Arbeitnehmer nach der Rechtsprechung des BAG vom 20.02.2001 ohnehin keinen Anspruch.


Mit freundlichen Grüßen


Johannes Kagerer
(Rechtsanwalt)

Nachfrage vom Fragesteller 15.06.2008 | 21:28

Sehr geehrter Herr Kagerer,

vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort, Sie haben mir schon sehr weitergeholfen.

Ich bitte Sie um eine 2. Meinung:
Ich habe dem Arbeitgeber meine Version eines Zeugnisses vorgelegt und wir konnten uns weitestgehend einigen. Große Unklarheit besteht - zumindest auf meiner Seite- bzgl. meiner Leistungsbeurteilung. Mein Arbeitgeber hat meine o.g. Version in folgende "umgewandelt":

Frau XX hat sich die für die Erledigung ihrer Aufgaben erforderlichen Fachkenntnisse angeeignet und setzt diese auch in Randbereichen sicher ein. Die ihr übertragenen Aufgaben führt sie gründlich, schnell und stets in guter Qualität aus. Sie ist einsatzfreudig, verfügt über eine gute Auffassungsgabe und hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Ihr Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern ist stets freundlich und einwandfrei.

Soweit in der Nachfragefunktion möglich, meine Frage:
a)Laut Arbeitgeber entspricht diese Beurteilung der Schulnote 1-2. Trifft das auf die ersten beiden Sätze auch zu?
b) welche Verbesserungsvorschläge können Sie event. als Ersatz nennen für Satz 1+2?

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Fragestellerin.


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.06.2008 | 00:00

Sehr geehrter Fragesteller,

dem 2. Satz ist insgesamt eine gute Leistung zu entnehmen: " .... hat die ihr übertragenen Aufgaben zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt".

Für den 1. Satz schlage ich folgende Formulierung vor:

Frau XX verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse, auch in Randbereichen. (betrifft das fachliche Wissen und dürfte auf eine sehr gute einzelne Leistungsbeurteilung hinauslaufen.

Alternative:

Frau XX verfügt über umfassende Fachkenntnisse (gute Einzelbeurteilung Fachwissen)

Wenn Sie möchten, können Sie noch gerne von der Bewertungsfunktion Gebrauch machen. Dies kann zu mehr Transparenz auf dieser Plattform führen.


Mit freundlichen Grüßen


J. Kagerer
(Rechtsanwalt)




Ergänzung vom Anwalt 25.05.2008 | 04:35

Sehr geehrter Fragesteller,


bitte nehmen Sie folgende Ergänzung zu meiner Antwort (7. Beendigungsgrund und Beendigungsart) zur Kenntnis:

Bezüglich der Beendigung des Arbeitsverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen (letzter Satz)könnten Sie den Arbeitgeber zu folgender regelmäßig verwendeter Formulierung auffordern: (vgl. Schaub Arbeitsrechtshandbuch, 11. Auflage, IX. Buch, § 146 Rn 26)

"Das Arbeitsverhältnis endete im besten beiderseitigen Einvernehmen".

Dabei möchte Sie aber darauf hinweisen, dass auch vertreten wird, der Arbeitgeber darf nicht erwähnen, das Arbeitsverhältnis sei im beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst worden; (vgl. Erfurter Kommentar zum Arbeitsrecht, 7. Auflage 2007, § 109 GewO Rn. 55-57) es wird darin teilweise sogar eine Abwertung des Arbeitnehmers vermutet. (vgl. Siewert, Arbeitszeugnisse, 3. Auflage 1993, S. 125)

Es könnte darüber nachgedacht werden, den Arbeitgeber zur Streichung der folgenden Sätze aufzufordern: "Nach Ablauf Ihrer Elternzeit und der anschließenden tariflichen Familienphase sieht sich Frau BB nicht in der Lage ihre Vollzeitbeschäftigung wieder aufzunehmen. Der Arbeitgeber konnte dem Wunsch auf Teilzeitbeschäftigung in der beantragten Form aus betrieblichen Gründen nicht nachkommen.

Hier wird zum einen auf den Beendigungsgrund bzw. die Beendigungsart, wenn auch vielleicht nicht explizit, hingewiesen. Auch ist von der Elternzeit und der tariflichen Familienphase die Rede. Nach dem Grundsatz der Zeugniswahrheit dürfte eine Erwähnung der Elternzeit rechtens sein; nach Auffassung des BAG lässt sich aber nicht generell sagen, Elternzeit sei im Zeugnis zu erwähnen. Vielmehr sei im Einzelfall eine Abwägung der Interessen des Mitarbeiters an wohlwollender Zeugnisformulierung einerseits und potentieller späterer Arbeitgeber an zuverlässiger Information über tatsächliche Berufserfahrung andererseits vorzunehmen.
(vgl. auch BAG- Entscheidung vom 10.05.2005- 9 AZR 261/04)

Der Satz: "Das Arbeitsverhältnis endete im gegenseitigen Einvernehmen am 30.04.2008" könnte so oder mit der oben aufgezeigten Modifikation beibehalten werden.


Sollten Sie noch eine Nachfrage haben, dann bitte ich Sie von der Nachfragefunktion Gebrauch zu machen.

Für eine weitere Interessenwahrnehmung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Johannes Kagerer
(Rechtsanwalt)

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