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Betrag im Mahnbescheid berücksichtigt geleistete Zahlungen des Schuldners nicht


11.06.2018 18:20 |
Preis: 50,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Zahlung auf eine Forderung vor Erlass eines Mahnbescheides


Im vorliegenden Fall bekam ich zurecht Mahnungen. Ich befand mich wegen einer schweren Depression mehrere Wochen in stationärer Behandlung. Nun bekam ich, fast zeitgleich, ein weiteres Schreiben der anwaltlichen Vertretung des Gläubigers und einen Mahnbescheid vom zuständigen Amstgericht.
(I) Die darin geforderten Beträge sind unterschiedlich, insbesondere die Berechnung der Zinsen (nicht des Zinssatzes).
(II) Bereits geleistete Zahlungen wurden nicht berücksichtigt.
01.02.2018 Rechnung 48,24 € (zahlbar bis 05.03.2018) Die Forderung an sich ist unstrittig.
03.04.2018 Sei angeblich eine Mahnung der Forderung an mich ergangen. Rechtlich wohl nicht zu beanstanden, aber definitiv nicht bei mir angekommen.
26.04.2018 Mahnschreiben 125,39 € der anwaltlichen Vertretung. Zahlbar bis spätestens 07.05.2018
24.05.2018 Überweisung 125,39 €
28.05.2018 Mahnschreiben der anwaltlichen Vertretung. 57,73 €
Hier wurde die Überweisung schon berücksichtigt, ist also eingegangen und verbucht. Summiert man die Beträge auf, verlangt die Kanzlei 183,12 €
08.06.2018 Zugang des gerichtlichen Mahnschreibens über 182,73 €
11.06.2018 Überweisung des durch die Kanzlei geforderten Restbetrages in Höhe von 57,73 €

Ist der Mahnbescheid wegen der unterscheidlichen Beträge anfechtbar? Oder wegen der Höhe der Forderung, die geleistete Zahlungen nicht berücksichtigt? Da ich die Forderung nun beglichen habe, muss ich noch etwas machen, insbesondere in Richtung Amtsgericht? Muss ich widersprechen? Oder hat sich durch die Zahlung alles erledigt?

Vielen Dank für die Hilfe!
11.06.2018 | 19:33

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Die Forderung, die nunmehr mit dem Mahnbescheid geltend gemacht wird, ist erledigt, so dass der Mahnbescheid unbegründet ist und lediglich über die Kosten des Verfahrens zu entscheiden ist.

2. Legen Sie daher fristgerecht Widerspruch gegen den Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides ein. Sie können hierbei das beigefügte Formblatt zum Mahnbescheid verwenden. Soweit der Gläubiger das Verfahren weiter verfolgen möchte, muss er zunächst einen weiteren Gerichtskostenvorschuss einzahlen. Im Nachgang ist dann der Anspruch zu begründen.

3. Sie haben die Möglichkeit Ihren Widerspruch zu begründen, in dem Sie dem Mahngericht mitteilen, dass die Forderung durch zwei Zahlungen beglichen wurde. Das Mahngericht leitet diese Begründung an den Gläubiger und Antragssteller weiter.

4. Erfahrungsgemäß wird sich der Gläubiger hinsichtlich der Gerichtskosten noch mal an Sie wenden. Da der Gläubiger bei der Antragsstellung eine überhöhte Forderung geltend gemacht hat, wären von Ihnen allenfalls 1/3 der Gerichtskosten und von der Gegenseite 2/3 zu entrichten. Die Gerichtskosten für das Mahnverfahren belaufen sich auf EUR 32,-. Hiervon ist ein Drittel von Ihnen und 2/3 von dem Antragssteller zu zahlen.

5. Sollte sich der Gläubiger an Sie wenden, da er in der Regel einen weiteren Kostenvorschuss nicht vornehmen würden, sollten Sie eine abschließende Zahlung von EUR 10,66 anbieten, wenn der Gläubiger Ihnen dann die Erledigung bestätigt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


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