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Betonplatten verfärben sich

| 22. November 2022 20:06 |
Preis: 100,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Dame und Herren,
wir haben im Juli 2020 432 Terrassenplatten Mr Gardener Lansana in einem Baumarkt erworben.
Die Platten wurden geliefert und als wir sie fachgerecht verlegten, stellte sicher heraus, das sie bei normaler Behandlung brachen. Manche brachen auch schon wenn man sie nur anhob.
Dazu hatten wir etliche Betonplatten mit Verfärbungen bzw. Einschlüssen bis hin zu ganzen Zigarettenkippen.
Eine Reklamation erbrachte einen Besuch des Aussendienstes der Firma Ehl und im Ergebniss die Nachlieferung von 92 Platten und 500,- € Aufwandsentschädigung.
Da so viele Platten ausgetauscht werden mussten haben wir den Auftrag vergeben und die komplette Terasse wurde aufgenommen und neu verlegt. Kosten rund 1.500,- €
Als der Garten- Landschaftsbauer nun, in anderer Sachen, wieder bei uns war, wies er uns auf Verfärbungen hin. Einige Platten hatten auch vorher schon Rostflecken, die wir jedoch ignoriert haben, da wir nicht nochmals mit der Terasse anfangen wollten.
Tatsächlich kamen die Flecken auch erst jetzt, mit der feuchten Witterung, richtig zum Vorschein. Nahezu jede dritte Platte ist betroffen und weisst kleine oder auch größere Rostflecken auf. Das rostende Material ist in der Platte, nicht von aussen aufgebracht.
Der Aussendienstmitarbeiter kam nochmals und die Fa. Ehl bot uns im ersten Zug eine Gutschrift über die gelieferte Ware in Höhe von 859,- € netto und zehn Platten Ersatz an.
Ich habe dann nachgehakt und klar gemacht, das das Verlegen der Platten 1500,- € gekostet hat, das es mehr als zehn Platten sind und wir nun nochmals die Platten hochnehmen müssen. Zudem haben sich die Platten in nur zwei Jahren dermassen verfärbt, das sie nichts mehr mit den Platten im Prospekt zu tun haben.
Die Firma Ehl hat dann nochmals nachgebessert:
"Nach Inaugenscheinnahme der Fotodokumentation handelt es sich bei den beanstandeten Rostflecken offensichtlich um eisenhaltige Fremdeinschlüsse, die aus den verwendeten Natursteinkörnungen (Zuschlägen) resultieren.
Zur Herstellung unseres Pflasters/Platten verwenden wir u. a. gewaschenen, feuergetrockneten Quarzkies und verschiedene Sande als Zuschlagsstoff zur Herstellung des feinstrukturierten Vorsatzbetons. Eisen und seine Verbindungen waren und sind im Stoffkreislauf der Erdoberfläche natürliche Bestandteile und dadurch auch stets in Kiesen und Sanden (unseren Zuschlagstoffen) enthalten. So treten bei der heutigen Gewinnung unserer natürlichen Rohstoffe diese Eisenverbindungen (sog. Pyrite) auf, die bei der Herstellung von Betonprodukten zur Bildung von Rostflecken führen können. Trotz der hier im Hause erfolgenden Eigenüberwachung lassen sich naturbedingt derartige Eisenverbindungen nicht erkennen. Derartige Fremdeinschlüsse sind rohstoffbedingt und lassen sich grundsätzlich nicht vermeiden. Sie stellen insofern keinen Mangel dar.
Wie bereits bei der ersten Reklamation im Jahr 2020 (Kundenvorgang 2020-1536) stellt sich deshalb für uns ein Austausch der gesamten Fläche als vollkommen unverhältnismäßig dar.
Wir geben Ihnen gerne die Möglichkeit betroffene Platten punktuell zu tauschen und entsprechende Austauschplatten kostenneutral zu beziehen, wobei ggfs. Farbabweichungen zu erwarten sind, die bei einem nuancierten Material jedoch nicht so sehr ins Gewicht fallen.
Folglich erachten wir den Vorschlag einer Gutschrift der gesamten Fläche, inklusive kostenfreier Bereitstellung von 10 Platten als Ersatz zum Tauschen, als durchaus angemessen.
Im Sinne einer gütlichen Einigung sind wir zudem bereit Ihnen als Aufwandsentschädigung für den Austausch, inklusive Entsorgung, der 10 Platten pauschal 500 € netto via Gutschrift zur Verfügung zu stellen.
Sofern Sie damit einverstanden sind, bitten wir um Bestätigung."

Es sind mehr als zehn Platten "gut sichtbar" verfäbt, abgesehen davon blühen Pyriteinschlüsse im Laufe der Zeit weiter auf.
Uns stellt sich nun die Frage, wie wir weiter machen können. Die Platten sind a) verfärbt, b) haben sie schon jetzt nichts mehr mit dem zu tun, was Fa Ehl im Prospekt bewirbt.
Lohnt es sich hier weiter nachzuhaken, oder ist das zwecklos und wir können uns den Schaden als "Erfahrung" ans Bein binden?

Im Vorwege bedanke ich mich schon für Ihre Mühe und
verbleibe mit freundlichen Grüßen

Thorsten Lüders


22. November 2022 | 21:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,


sicherlich sind nach zwei Jahren gewisse Verfärbungen gerade bei solchen Produkten hinzunehmen, aber gewiss nicht in dem von Ihnen geschilderten Umfang.


Das bedeutet, es sind alle betroffenen Platten mit Rostflecken und Einschüssen zu ersetzen, ebenso die Kosten der Neuverlegung zu tragen. Welcher Umfang davon umfasst wird, sollten Sie ggfs. mit dem Gartenlandschaftsbauer abgeklärt werden.


Hinsichtlich der weiteren Verfärbungen ist es etwas schwieriger:


Die Rechtsprechung geht davon aus, dass gewisse farbliche Abweichungen dann hinzunehmen sind,, wenn der Teilaustausch in optisch zumutbarer Weise erfolgt.

Was noch zumutbar ist, ist dabei objektiv nicht bestimmbar, hängt also immer von der Wertung des Gerichtes ab - das ist daher ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.


Desweiteren würde beim Austausch der Unbeschädigten (wenn auch verfärbten) Platten ein sogenannter Abzug Neu-für-Alt vorzunehmen sein, da Sie ja neue Platten gegen fast zwei Jahre alte Platten tauschen. Je nach Qualität hätten die Platten eine Lebensdauer von 20-30 Jahren, sodass dann für die zwei Jahre ein entsprechender Abschlag zuzunehmen wäre.


Ob sich dann alles lohnt, kann zweifelhaft sein.


Ich würde Ihnen daher nach Ihrer derzeitigen Sachverhaltsdarstellung dazu raten, es beim Austausch der beschädigten Platten, der Kostenübernahme der Lohnkosten und dem angebotenen Zusatzbetrag belassen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg



Bewertung des Fragestellers 23. November 2022 | 12:13

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Moin Herr Bohle,
danke für die ausführliche Antwort, wir werden Ihrem Rat folgen.
Abschließend: wir können die Steine nicht mehr sehen und im Frühjahr kommt alles neu. ;-)

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 23. November 2022
5/5,0

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Abschließend: wir können die Steine nicht mehr sehen und im Frühjahr kommt alles neu. ;-)


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