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Beteiligung an Pflichtteilen

| 19.09.2008 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Ausgangssituation:

Der Erblasser hat 3 Kinder.
In seinem Testament wird der Sohn als Alleinerbe eingesetzt.
Die Tochter erhält ein Vermächtnis (Auto) im Wert von 25.000 EUR.
Dieses Vermächtnis wird von Ihr angenommen.
Die 2. Tochter wird im Testament nicht erwähnt.
Ein Bekannter des Erblassers erhält ein Vermächtnis (Uhr) im Wert
von 10.000 EUR.

Der Wert des Nachlasses beträgt 500.000 EUR, inkl. der Vermächtnisse 535.000 EUR.

Beide Töchter machen Ihre Pflichtteile geltend.
Die Pflichtteilsquote beträgt je Tochter 1/6.
Die 2. Tochter erhält erhält 1/6 von 535.000 EUR = 89.1667 EUR.

Die 1. Tochter erhält den selben Wert, jedoch abzüglich des Wertes des Vermächtnisses = 64.1667 EUR

Nun zur Frage:

Der Alleinerbe macht nun beim Vermächtnisnehmer (der Bekannte)
eine Beteiligung an der Pflichtteilslast geltend.

Die Pflichtteilsquote beträgt 1/6 je Kind = insgesamt 33,33%

Muss der Bekannte jetzt 33,33 % seines Vermächtnisses (Uhr in Geld) dem Alleinerben bezahlen (3333,33 EUR) oder kann er das Vermächtnis der 1. Tochter anrechnen sprich

1. Für 2. Tochter 1666,67 EUR bezahlen und
2. für 1. Tochter 1199,34 EUR

Stimmt die Quote von 33,33 % und welchen Betrag muss der Vermächtnisnehmer bezahlen?

Vielen dank vorab für Ihre Antwort.


Sehr geehrter Fragesteller,

Aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Zunächst einmal ist klarzustellen, dass allein der Erbe verpflichtet ist, den Pflichtteil an die Berechtigten auszuzahlen (§2303 BGB ). Gemäß § 2318 BGB kann der Erbe die Erfüllung eines ihm auferlegten Vermächtnisses jedoch soweit verweigern, dass die Pflichtteilslast von ihm und dem Vermächtnisnehmer verhältnismäßig getragen wird.
Der Erbe hat also weiterhin die volle Pflichtteilsforderung zu erfüllen. Ist er aber darüber hinaus noch mit Vermächtnissen belastet, so kann er diese grundsätzlich verhältnismäßig kürzen und zwar nach dem Verhältnis der Beteiligten am Nachlass.

In der Regel wird folgende Berechnungsmethode angewandt:

Nachlasswert: 535.000 €
1. Vermächtnisnehmer (1.Tochter): 25.000 €
2. Vermächtnisnehmer (Bekannter): 10.000 €
Pflichtteilslast (2 x 89.166,67 €): 178.333,33 €

Der Erbe ist mit 93,46 % am Nachlass beteiligt, die 1. Vermächtnisnehmerin mit 4,67 % und der 2. Vermächtnisnehmer mit 1,87 %.

Die Vermächtnisnehmer müssen sich also ihr Vermächtnis, entsprechend ihrer Beteiligung am Nachlass, um einen zu tragenden Anteil an der Pflichtteilslast kürzen lassen.

1,87 % von 178.333,33 € = 3.334,83 €
4,67 % von 178.333,33 € = 8.328,17 €

Tochter 1 muss sich ihr Vermächtnis um 8.328,17 € kürzen lassen und der Bekannte um 3.334,83 €.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

Rückfrage vom Fragesteller 19.09.2008 | 15:13

Vielen Dank für Ihre ausführliche und für sehr hilfreiche Antwort.
Eine abschließende Frage: Bei der Berechnungsmethode wird auf jeden Fall vom ungekürzten Nachlasswert ausgegangen, also Nachlass inklusive der Vermächtnisse sprich hier von den 535.000 EUR und nicht von 500.000 EUR? Mein Bekannter hat nämlich das Problem, das
ein Anwalt vom Wert 500.000 EUR die Berechnung durchgeführt hat und sich somit seine Beteiligung an der Pflichtteilslast deutlich erhöht hat.
Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.09.2008 | 15:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Für die Berechnung des Pflichtteils wird nach § 2311 BGB der gesamte Wert des Nachlasses, ohne Abzug von Vermächtnissen, herangezogen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

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