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Beteiligung am Umsatz eines Einzelunternehmens

| 13.09.2015 15:17 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Möglichkeiten der Aufnahme eines Investors in ein Handelsunternehmen/Einzelunternehmen, durch eine stille Beteiligung oder einem partiarischen Darlehens.

Hallo,

ich führe eine PKW Vermietung als Einzelunternehmen. Um ein weiteres Fahrzeug anzuschaffen, möchte mir ein Bekannter Geld zur Verfügung stellen. Der bereitgestellte Betrag soll kein Darlehen sondern eine Investition sein, d.h. mein Bekannter würde im schlimmsten Fall das gesamte Geld verlieren. Im Gegenzug möchte ich meinem Bekannten 50% des Gewinns DIESES Fahrzeuges ausbezahlen, am Gewinn weiterer bereits bestehender Mietfahrzeuge soll er nicht beteiligt sein.

Jetzt ist die Frage, wie wir das ganze gestaltet können. Eine stille Beteiligung kommt hier nicht in Frage, da der Bekannte eben nicht am Gesamtgewinn beteiligt werden soll, sehe ich das richtig? Wäre es möglich, dass mein Bekannter einfach ein Einzelunternehmen anmeldet und mir jeden Monat eine Rechnung über die zustehende Gewinnbeteiligung stellt? Wie kann man das ganze vertraglich festhalten?

Freundliche Grüße

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Aus meiner Sicht bestehen drei Möglichkeiten. Die erste ist in der Tat eine stille Beteilung nach §§ 230 ff HGB. Dabei kann für die Überlassung der Einlage eine Gewinnbeteiligung vereinbart werden, die nicht den Gesamtgewinn umfasst, sondern nur den Gewinn der mit dem finanzierten Fahrzeug erzielt wird.

2. Eine solche modifizierte Gewinnbeteiligung ist in dem Vertrag zur stillen Beteiligung durchaus regelbar. Wichtig ist in den Vertrag eine Berechnungsmedthode zu regeln, aufgrund derer sich der Gewinnanteil des Stillen nachvollziehen läßt.

3. Bei einer typischen stillen Beteiligung nimmt der stille Gesellschafter nicht an der Geschäftsführung teil, hat aber die Möglichkeit den Jahresabschluss einzusehen und zu prüfen.

3. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Sie mit dem Investor eine GbR gründen in der das Fahrzeug als Einlage eingebracht wird. Die GbR vermietet das Fahrzeug an Ihr Einzelunternehmen und erzielt hieraus Einnahmen. Verbleibende Überschüsse sind dann an die Gesellschafter aufzuteilen.

4. Die stille Beteiligung bietet den Vorteil, dass nicht wie bei der GbR eine Außengesellschaft gegründet wird, und damit zusätzliche Kosten für die Buchhaltung enfallen. Zudem ist aus Ihrer Sicht der Vorteil bei einer stillen Gesellschaft, dass das Fahrzeug als Vermögenswert in das Einzelunternehmen einfließt.

5. Die dritte Möglichkeit besteht darin ein partiarisches Darlehen abzuschließen. Anders als bei einem regulären Darlehensvertrag wird hier kein fester Zinssatz, sondern eine Beteiligung am Umsatz oder am Gewinn des Unternehmens oder Unternehmensteilen vereinbart. Das partiarischen Darlehen unterscheidet sich darin, dass der Darlehensgeber sich nicht an dem Unternehmen beteilt und außer den Gewinneinkünften kein weiteres Interesse an dem Handelsunternehmen hat.

6. Wenn dem Investor nur an einer Verzinsung gelegen ist, erscheint mir die Darlehensvariante sinnvoller, da Sie eine Beteiligung an Ihrem Unternehmen vermeiden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 13.09.2015 | 17:26

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Die Variante mit dem partiarischen Darlehen und die Variante mit der stillen Beteiligung würden für uns in Frage kommen, da die GbR nur zusätzliche Kosten und Aufwand verursacht.

Was passiert nach Ende der Laufzeit des partiarischen Darlehens? Ist der Geldgeber dann weiterhin beteiligt? Wenn nicht, fällt diese Variante auch weg und es kommt somit nur noch die stille Beteiligung in Frage.

Wird der Geldgeber bei der stillen Beteiligung am Umsatz oder am Gewinn beteiligt?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.09.2015 | 22:55

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Das partierische Darlehen kann sicherlich ohne eine Laufzeit vereinbart werden. Gleichwohl besteht die Möglichkeit einer Kündigung mit der dann anfallenden Verpflichtung zur Rückzahlung des Darlehensbetrages.

Bei der stillen Beteiligung sollte in dem Vertrag aber auch eine Möglichkeit vorgesehen werden, dass einer der Beteiligten dies unter festen Bedingungen mit einer langen Kündigungsfrist kündigen kann, z.B. Kündigung der Beteiligung bei einem Unternehmensverkauf, Verkauf des betreffenden Fahrzeuges etc..

Ob die Erträge aus der stillen Beteiligung sich am Gewinn oder dem Umsatz bemessen, können Sie und der Investor frei wählen.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 15.09.2015 | 09:20

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