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Besuchsrecht für Vater,wenn das Kind im Ausland lebt?

| 18.07.2013 21:19 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Zum Umgangsrecht, wenn Vater und Kind weit voneinander entfernt leben

Guten Abend,
mein Anliegen wie nachfolgend;

unsere Tochter ist im Juni mit Ihrer Tochter 2 Jahre nach Spanien gezogen und hat sich dort eine eigene Existenz aufgebaut. Sie hat davor in einer Lebensgemeinschaft ( nicht verheiratet ) gelebt mit dem leiblichen Vater ihrer Tochter die mit in Spanien ist.
Der Kindsvater hat die schriftliche Einwilligung zum Umzug nach Spanien für seine leibliche Tochter gegeben .
Jetzt möchte er täglich Kontakt haben per Telefon , Skype usw. aber das geht nicht, da unsere Tochter Berufstätig ist und die kleine Tochter nicht immer telefonieren möchte, wie das so ist. Er hat jederzeit das Recht seine Tochter zu sehen, dazu muss er aber nach Spanien kommen. Er möchte aber das meine Tochter die Hälfte zum Flug bezahlt, das kann sie aber finanziell nicht sie ist im Aufbau ihrer Existenz.
Jetzt war der Kindsvater beim Anwalt was er dort wollte wissen wir nicht.
Kann meiner Tochter jetzt etwas passieren kann man ihr das Kind wegnehmen ?

Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten zunächst einmal abwarten, ob und mit welchem Anliegen sich der Anwalt des Kindesvaters an Ihre Tochter wendet. Nach Ihrer Schilderung halte ich es für wahrscheinlich, dass Art und Häufigkeit des Umgangs bzw. der Telefonate geregelt werden sollen.

Einen Grund, Ihrer Tochter das Sorgerecht oder Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen, vermag ich nicht zu erkennen: Der Vater war schließlich mit dem Umzug des Kindes ins Ausland einverstanden. Dass dies auch die Häufigkeit des Umgangs beeinflussen würde, war absehbar. Dennoch sind beide Eltern davon ausgegangen, dass ein Verbleib des Kindes bei der Mutter trotz des Umzugs seinem Wohl dient. Soweit sich hieran nichts geändert hat, sehe ich keine Grundlage, eine Änderung des Aufenthaltsortes zu veranlassen.

Den Wunsch nach täglichen Telefonaten halte ich (auch im Hinblick auf das Alter des Kindes) für überzogen. Hier sollte versucht werden, einen angemessenen Kompromiss zu finden, z. B. ein- bis zweimal pro Woche zu fest vereinbarten Zeiten. Dies wäre auch der Kindesmutter sicher zuzumuten.

Grundsätzlich trägt zwar der Umgangsberechtigte die Kosten des Umgangs. Die Gerichte nehmen aber bei besonders weiten Entfernungen, insbesondere wenn diese durch den Wegzug des betreuenden Elternteils entstanden sind, eine Verpflichtung zur Beteiligung auch des betreuenden Elternteils an. Dies muss aber unter Berücksichtigung der beiderseitigen Einkommensverhältnisse ermittelt werden und ist stets eine Einzelfallentscheidung.

In anderen Fällen wurde der zu zahlende Kindesunterhalt reduziert, weil die Kosten des Umgangs, die der Vater zu tragen hatte, vorab vom Einkommen abgezogen wurden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Fachanwältin für Familienrecht Anja Holzapfel, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2013 | 21:53

Könnte der Kindsvater jetzt sein Einverständnis revidieren und sagen bei ihm ist die Tochter besser versorgt ?

Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2013 | 21:56

Könnte der Kindsvater jetzt sein Einverständnis revidieren und sagen bei ihm ist die Tochter besser versorgt ?

Nachfrage vom Fragesteller 18.07.2013 | 22:09

Könnte der Kindsvater jetzt sein Einverständnis revidieren und sagen bei ihm ist die Tochter besser versorgt ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.07.2013 | 22:21

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Es ist dem Vater unbenommen, seine Meinung zu ändern. Er müsste dann aber ein gerichtliches Verfahren führen, in dem er dem Gericht erklärt, warum er im Juni den Umzug für dem Kindeswohl entsprechend hielt und bereits im Juli eine andere Auffassung vertritt. Das halte ich nach Ihrer Sachverhaltsschilderung für sehr schwierig.

Darüber hinaus neigen Richter nach meiner Erfahrung dazu, Kleinkinder im Regelfall der Mutter zuzusprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn diese sich auch bisher überwiegend um das Kind gekümmert hat. Je länger das Kind in Spanien mit der Mutter lebt, umso schwerer dürfte es sein, das Gericht von einem neuen Umzug zu überzeugen.

Nach Ihrer Schilderung spricht aus meiner Sicht wenig dafür, dass der Vater mit einem Antrag auf Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrecht Erfolg hätte.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 18.07.2013 | 21:59

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Stellungnahme vom Anwalt:
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