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Besuch des Kindes

20.12.2006 19:36 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte, ich habe folgendes Problem.
Ich bin seit 2 Jahren geschieden und habe vor einem Jahr neu geheiratet. Aus meiner ersten Ehe haben ich einen 16 jährigen Sohn der zu 100% körperberhindert ist und bei seinem Vater lebt.
Wenn mein Exmann meint das mich mein Sohn besuchen muss, was er auch sehr gern macht, verlangt er das ich die vollen Kosten zu tragen habe. Sei es den Benzinverbrauch oder die Fahrkarte für die Bahn (hin und Rückfahrt). Mein Sohn wohnt 180 km entfernt von mir.Auch verlangt er das ich meinen Sohn entweder hole oder ihn die 180 km zurück fahre. Mitunter muss mein Sohn aber auch von mir direkt zu seinem Internat wo er zur Schule geht nach Heidelberg.
Nun meine Frage: Ist das so einfach oder wer muss für die Kosten aufkommen. Ich zahle ja schließlich Unterhalt. Mein Exmann ist der Meinung das ich alleine für sämtliche Kosten aufkommen müste wenn mich mein Sohn besucht.Kann mein Exmann von mir verlangen das ich mir ein behinderten gerechtes Auto miete, um ihn zu mir zu holen. Er sitzt im Rollstuhl.
Vielen Dank für eine Antwort Ihereseits. Mit freundlichen Gruß Elke Fleischer
20.12.2006 | 21:11

Antwort

von


(106)
Anwandener Straße 43
90431 Nürnberg
Tel: 0911 25395207
Web: http://www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie fogt beantworte:

Als Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, haben Sie ein sogenanntes Umgangsrecht und im übrigen auch eine Umgangspflicht, denn das Kind hat einen gesetzlich verankerten Anspruch auf Umgang mit beiden Elternteilen (§1684 I BGB).

Die Kosten des Umgangs sind grundsätzlich vom Berechtigten, also von Ihnen, zu tragen (BGH Urteil vom 09.11.1994 FamRZ 1995, S. 717). Hierzu gehören insbesondere die Fahrtkosten und auch der zeitliche Aufwand für das Holen und Bringen des Kindes, selbst dann, wenn die Entfernung sehr groß ist.

Der Kindesunterhalt ist hiervon unabhängig, er dient zur Abdeckung des Lebensbedarfes des Kindes, also z.B. Wohnen, Essen, Kleidung, Schulsachen etc. Bei einem behinderten Kind wird da wohl noch so einiges dazu kommen.

Mir ist nicht klar, warum man für die Abholung eines behinderten Kindes ein behindertengerechtes Auto benötigt, eigentlich sollte es doch möglich sein, das Kind auf den Sitz zu setzen und den Rollstuhl in den Kofferraum zu packen. Sollte dies aufgrund der Behinderung aber tatsächlich nicht ausreichen, wären auch die Kosten für die Anmietung eines entsprechenden Fahrzeugs von Ihnen zu tragen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort einen Überblick gegeben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
RAin Gabriele Koch


ANTWORT VON

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