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Besuch: Steuerfahndung nach eBay-Verkäufen


24.04.2005 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Seit Februar 2002 sind meine Frau und ich bei eBay angemeldet. Zunächst haben wir nur gebrauchte Sachen von unserer Tochter und meiner Frau verkauft.

Anfang 2003 haben wir dann fast nur noch Damenbekleidung in Übergrößen - ausschließlich Neuware - verkauft. Ab und an - es war jedoch die deutliche Minderzahl, auch weiterhin noch gebrauchte Bekleidung von unserer Tochter.

Mitlerweile sind wir bei einer Bewertungszahl von 686 angelangt.

Unsere Auktionen hatten keine wirkliche Regelmäßigkeit. Wir sind in etwa 3 - 4 mal im Jahr einkaufen gefahren und haben dann immer ca. 30 bis 50 Kleidungsstücke gekauft - mal mehr, mal weniger.

Nun hat uns ein anderes - uns nicht bekanntes - eBay-Mitglied, der brav seine Steuern zahlt - angezeigt. Vor einigen Tagen stand dann plötzlich die Steuerfahndung vor unserer Haustür...

Sie waren freundlich und haben mit mir den Sachverhalt besprochen. In meine Kontoauszüge von 2004 un 2005 ließ ich sie einblicken. Da die Steuerfahnder die einzelnen Summen nicht so schwerwiegend wie erwartet fanden, einigten wir uns nach dem Vorschlag des Steuerfahnders darauf, dass wir eine Tabelle über die Ein- und Ausgaben seit unserem eBay-Mitgliedschaftsbeginn erstellen und uns anschließend nochmal mit ihm in Verbindung setzen. Für die Steuerfahndung war es bei weitem kein großer "Fisch"... Da wir die Auszüge von 2003 und 2002 leider schon vernichtet haben, müssen wir diese jetzt bei der Bank für ca. 100,-- EUR beantragen.

Wir wissen nicht, wie wir uns jetzt verhalten sollen?!

Ist es richtig, dass wir sozusagen gegen uns selbst ermitteln?
Können wir so viel Vertrauen in den Steuerfahnder setzen?

Was haben wir zu befürchten? Bzw. mit was für einer Strafe müssen wir rechnen?

Wie hoch sind die Einkommensgrenzen für solche "Geschäfte"?

Sind wir automatisch ein gewerblicher Verkäufer, nur weil wir überwiegend Neuware angeboten haben?

Damit Sie einen kleinen Überblicke über unser Ein- und Ausgaben erlangen, haben wir das Jahr 2004 bereits errechnet:
Einnahmen 2.500,-- €, Ausgaben 1.600,-- €.

Wir sind für jeden Ratschlag/jede Hilfestellung dankbar!
24.04.2005 | 12:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Rechtssuchender,

sie sollten auf jeden Fall mit der Steuerfahndung kooperieren. Eine strafbefreiende Selbstanzeige können Sie für die betroffenen Veranlagungszeiträume 2002 und 2003, 2004 auch nicht mehr abgeben, da die Steuerverhandung bzgl dieser Zeiträume schon aufmerksam wurde.
Sollten Sie Ihre damaligen Einkünfte nicht mehr genau nachvollziehen können, dann schätzen Sie diese. Schätzen Sie diese aber bitte lieber etwas höher ein als Sie tatsächlich waren, denn wenn Sie niedriger schätzen kann immer noch der Vorwurf der Steuerhinterziehung bleiben. Es wird dann aufgrund Ihrer Schätzung ein Steuerbescheid gegen Sie ergehen, gegen den können Sie dann sogar noch Einspruch mit der Argumentation einlegen, dass die steuerpflichtigen Einkünfte zu hoch geschätzt wurden.

So wie Sie den Sachverhalt schildern, verkaufen Sie wohl drei bis viermal im Jahr 30-50 Kleidungsstücke. Hierin kann man schon ein gewerbliches Tätigwerden nach GewStG und § 15 Abs.2 EStG sehen. Unbeachtlich für die Beurteilung ist dabei der erzielte Umsatz oder Gewinn. Sobald Sie gewerblich tätig werden, müssen Sie aber auch Einkommenststeuererklärung bzw Gewerbesteuer- und je nach Höhe des Umsatzes auch Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben. Konsultieren Sie für die zukünftigen Erklärungspflichten einen Steuerberater.

Grds gilt für den VZ 2004 ein Grundfreibetrag von 7.664 € für Ehegatten bei insgesamt 15.328 €. D. h. bis zur Summe dieser Einkünften ( Gemeint ist die Summe aller Einkünfte zB aus Gewerbe , nichtsselbständiger Arbeit, Kapitalerträgen usw ) müssen Sie keine Steuern zahlen. Alles was darüber liegt, muss versteuert werden. Da Sie sich aber gewerblich betätigen, müssen Sie aber sowieso Einkommensteuerklärungen abgeben.

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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