Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bestimmungen im Testament rechtsgültig?

| 05.08.2011 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch


In dem Testament meiner Eltern werden meine Geschwister und ich äußerst ungleich behandelt. Das hat seinen Grund in den Schenkungen, die ich von meinen Eltern bereits erhalten habe.
Mein Vater ist bereits 2004 gestorben, der erste Teil des Testaments ist zu diesem Zeitpunkt abgewickelt worden. Meine Mutter lebt noch, es geht daher bei meinen Fragen um den zweiten Teil des gemeinsamen Testaments meiner Eltern, der den "Schlusserbfall" regelt.
Bei diesem zweiten Teil habe ich Zweifel, ob das im Testament festgelegte juristisch gültig sein kann. Dazu kommt, daß die dort festgelegten Regeln zu meinen Lasten gehen.
Meine beiden Geschwister erhalten jeweils 56% bzw 54% des Wohnhauses meiner Eltern (nach dem Tod meines Vaters haben sie bereits 56% bzw 34 % erhalten, die Prozentzahlen addieren sich seltsamerweise auf 200%). Dieses Wohnhaus ist in einer dem Testament beigelegten Aufstellung mit DM 1.500.000.- bewertet, dürfte inzwischen jedoch erheblich im Wert gestiegen sein. Darüberhinaus hat meine Schwester, die die Betreuerin meiner Mutter ist, zusammen mit meinem Bruder aus dem Vermögen meiner Mutter vor einigen Jahren ein Dach auf dem Haus bauen lassen, was den Wert dieses Hauses weiter steigen lässt.
Es existiert außerdem ein geldliches Vermögen, dessen Summe ist durch den Bau des Daches bereits etwas reduziert worden.
Zu dem geldlichen Vermögen wird bestimmt:
"Das nach Abzug der Nachlassabwicklungskosten sowie der Erbschaftssteuern verbleibende geldliche und etwaiges sonstiges Vermögen soll zu gleichen Teilen unter unseren 3 Kindern verteilt werden. Die etwaigen Erbschaftssteuern sollen soweit als möglich aus diesem geldlichen Vermögen beglichen werden."
... "eine etwaige Pflichtteilsergänzung soll nicht stattfinden."



Meine Fragen sind nun die Folgenden:
1. ob es rechtens sein kann, daß die Erbschaftssteuer aus dem Vermögen meiner Mutter beglichen werden soll, und nicht von den Erbschaftsempfängern.
2. was es bedeutet, daß eine "Pflichtteilsergänzung ... nicht stattfinden" soll. Ist damit die Pflichtteilsregelung außer Kraft gesetzt? und kann das rechtens sein?
3. In einem Anhang zum Testament wird bestimmt, daß der gleiche Notar, der dieses Testament aufgesetzt hat, oder ein von ihm zu bestimmender Notar zugezogen werden soll, "falls die Erbteilung juristische Hilfe erforderlich macht". Kann es rechtens sein, daß ich in der Wahl des Rechtsbeistandes eingeschränkt werde?
4. In einem weiteren Anhang zum Testament (der jedoch als Solcher nicht gesondert gekennzeichnet ist, und auch keine Unterschrift trägt) werden tabellarisch Schenkungen und Erbschaften ohne Unterschied aufgeführt. Hat diese Tabelle eine rechtliche Wirkung?
5. Welcher Wert eines Wohnhauses wird zur Ermittlung der Erbschaftssteuer, und zur Ermittlung eines Pflichtteiles herangezogen, der Marktwert oder ein sonstiger anderer Wert?
6. Mein Bruder wird zum Testamentsvollstrecker bestimmt. Muß ich das akzeptieren, welche Bedeutung hat ein Testamentsvollstrecker, wird überhaupt ein Testamentsvollstrecker benötigt?

Sehr geehrter Fragesteller,

in Anbetracht Ihres Einsatzes und der Anzahl Ihrer Fragen beantworte ich diese wie folgt:

1.
Der Erblasser kann grundsätzlich anordnen, dass die Erbschaftssteuern zunächst aus dem Barnachlass beglichen werden sollen.

2.
Die Pflichtteilsansprüche können nur in den engen Grenzen des § 2333 BGB entzogen werden, ob diese vorliegen, kann von hier nicht beurteilt werden.

3.
Sie können grundsätzlich für Ihre rechtliche Beratung und Vertretung auch einen anderen Rechtsanwalt beauftragen.

4.
Dies kann ohne Prüfung des konkreten Testamentes nicht beurteilt werden. Eine solche Übersicht kann jedoch bei der Auslegung des Testamentes behilflich sein.

5.
Für die Erbschaftssteuer wird der Wert nach dem Ertragswertverfahren berechnet. Hinsichtlich etwaiger Pflichtteilsansprüche errechnet sich der Wert einer Immobilie grundsätzlich nach dem Verkehrswert.

6.
Der Erblasser kann einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Der Testamentsvollstrecker hat die letztwilligen Verfügungen des Erblassers zur Ausführung zu bringen; § 2203 BGB und hat den Nachlass zu verwalten. Er ist insbesondere berechtigt, den Nachlass in Besitz zu nehmen und über die Nachlassgegenstände zu verfügen. Zu unentgeltlichen Verfügungen ist er nur berechtigt, soweit sie einer sittlichen Pflicht oder einer auf den Anstand zu nehmenden Rücksicht entsprechen; § 2205 BGB.

In Anbetracht der Komplexität Ihrer Erbschaftsangelegenheit, des Wertes des Nachlass und der Notwendigkeit Unterlagen, insbesondere das vollständige Testament, einzusehen, muss ich Ihnen raten, einen Rechtsanwalt Ihrer Wahl mit Ihrer ausführlichen Beratung und Vertretung zu beauftragen um Ihre Ansprüche gegen die anderen Erben durchzusetzen und bestehende Ansprüche nicht zu gefährden.

Gerne steht Ihnen unsere Kanzlei dazu zur Verfügung, wobei die von Ihnen hier gezahlte Erstberatungsgebühr angerechnet wird. Auch eine größere örtliche Entfernung steht einer Mandatsübernahme nicht im Wege, da die Kommunikation auch gut über Telefon, EMail, Post und Fax erfolgen kann.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

PS.: Wenn Sie diese Antwort bewerten, helfen Sie mit, diesen Service transparenter und verständlicher zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 08.08.2011 | 12:44

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,
herzlichen Dank für die schnelle und informative Beantwortung meiner Fragen,
folgende Zusatzfragen hätte ich noch:

1. Wird für die Berechnung eines Pflichtteiles ausschließlich das gesamte Erbe eines Erbschaftsvorganges zur Grundlage genommen, oder können auch vorher erfolgte Schenkungen in die Berechnung eines Pflichtteiles einfließen?

2. Habe ich - wenn der Erbschaftsfall eintritt - das Recht, mir von meiner Schwester, die die Betreuerin meiner Mutter ist, die Finanzlage meiner Mutter en detail erläutern zu lassen, hat meine Schwester dann eine Auskunftspflicht? speziell auch fuer die Vergangenheit?


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.08.2011 | 12:55

Sehr geehrter Fragesteller,

1.
Ja. Grundsätzlich erhöhen Schenkungen des Erblassers der letzten 10 Jahre den Pflichtteil; § 2325 BGB.

2.
Die Erbengemeinschaft tritt rechtlich an die Stelle des Erblassers. Da die Betreute grundsätzlich berechtigt ist Auskünfte über das betreute Vermögen zu erhalten, haben Sie dies als Teil der Erbengemeinschaft ebenso.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 01.09.2011 | 18:38

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 01.09.2011 4,6/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68779 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank, endlich habe ich Klarheit. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank :-) ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat die Frage schnell und korrekt beantwortet. ...
FRAGESTELLER