Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Besteuerung von rückwirkenden Gehältern


| 29.12.2005 23:21 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Achim Schroers



Ich arbeite seit 01.07.2003 bei einer deutschen Firma.
Zum 30.09.2004 wurde mir (fristgerecht) betriebsbedingt gekündigt.
Gegen die Kündigung habe ich geklagt und in der ersten Instanz gewonnen.
Die Berufung vor dem Landesarbeitsgericht wäre erst im März 2006.

Nun hat mein Arbeitgeber eine außergerichtliche Einigung angestrebt und geht auf alle meine Bedingungen ein.
- Zahlung der Gehälter rückwirkend von 10/2004 bis 03/2006
- Freistellung bis 03/2006
- Übernahme der Rechtsanwaltskosten
- Zahlung einer Abfindung von 1 Monatsgehalt

Nun meine Frage:
Gibt es steuerliche Probleme, wenn ich noch in 2005 (die Einigung) unterschreibe und Anfang 2006 mein Geld bekomme??
Ich würde Anfang 2005 erst mal 15 Monatsgehälter bekommen (abzüglich der Leistungen des Arbeitsamtes) und die restlichen 3 Gehälter im Jan, Feb und März 2006.
Befürchte, dass gemäß des "Zuflußprinzips" alles in 2006 versteuert werden müsste.
Drohen mir sonstige Sanktionen durch das Arbeitsamt, obwohl ich das komplette AL-Geld zurückzahlen werde??

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Wird Ihnen Anfang 2006 der Arbeitslohn für die Monate 10/2004 - 12/2005 in einem Betrag ausgezahlt, würde dies bei normaler Versteuerung wegen des progressiven Steuertarifs in der Tat zu einer ungerechtfertigt hohen Steuerbelastung führen. Um das zu vermeiden, werden Vergütungen für mehrjährige Tätigkeit jedoch günstiger versteuert nach der sogenannten Fünftelmethode.

Die Fünftelregelung funktioniert wie folgt:

In der Einkommensteuerveranlagung wird zunächst die Vergütung für mehrjährige Tätigkeit aus dem zu versteuernden Einkommen herausgerechnet und durch fünf dividiert. Dann wird ein Fünftel dem zu versteuernden Einkommen wieder hinzugerechnet, die Steuer für dieses Fünftel berechnet und der ermittelte Steuerbetrag dann verfünffacht (§ 34 Abs. 1 EStG). Die Gesamtsteuer setzt sich zusammen aus der Einkommensteuer für die Sonderzahlung und der Einkommensteuer auf das zu versteuernde Einkommen (ohne die Sonderzahlung).

Was Ihren Arbeitslohn für die Monate 01 - 03/2006 anbelangt wird dieser normal versteuert. Das gilt ebenso für die Abfindung in Höhe eines Monatsgehalts. Zwar findet die Fünftelregelung grundsätzlich auch bei Abfindungen Anwendung, jedoch dann nicht, wenn der Abfindungsbetrag, wie in Ihrem Fall, nicht höher ist als der Arbeitslohn, den Sie bei Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses in diesem Jahr erhalten hätten.

Wie Sie sehen, sind Ihre Befürchtungen also insoweit unbegründet.

Auch drohende Sanktionen durch das Arbeitsamt sehe ich nicht. Da es sich hier nicht um eine abgesprochene arbeitgeberseitige Kündigung handelt, sollten Sie eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld nicht befürchten müssen.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne noch zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2006.

Mit freundlichen Grüßen



Achim Schroers
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 04.01.2006 | 12:42

Sehr geehrter Herr Schroers,
vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Leider hat mein Steuerberater gestern eine konträre Antwort gegeben, sodass ich nun sehr verunsichert bin.
Er behauptet, dass eine Zahlung der Gehälter 10/2004 bis 12/2005 (entspricht 15 Monatsgehältern) gemäß dem Zuflußprinzip komplett in 2006 versteuert werden müsste.
Es handelt sich ja auch nicht um eine Abfindung, da die erhaltenen Arbeitslosengeld-Zahlungen ja ans Arbeitsamt zurückgeführt werden.
In meinem Falle würde die Abfindungsvereinbarung vom 29.12.2005 datieren und die Gehälter auf die 2005er Lohnsteuerkarte gebucht werden.
Bitte überprüfen Sie Ihre Argumentation und lassen mir eine Stellungnahme zukommen. Irgendetwas kann hier nicht stimmen!!!
Gibt es vielleicht eine Karenzzeit, in der die Zahlung eingehen kann (z.B. der 15.01.2006) damit die Versteuerung noch in 2005 erfolgen kann oder gilt streng das Datum des Geldeinganges???

Beste Grüße
*****

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.01.2006 | 12:34

Sehr geehrter Herr *****,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Einen Widerspruch zur Aussage Ihres Steuerberaters sehe ich nicht.

Die Versteuerung des nachgezahlten Arbeitslohns für die Zeit von 10/04 - 12/05 erfolgt - jedenfalls dann, wenn Sie die Zahlung nach dem 10.01.2006 erhalten - im Jahr 2006. Es kommt dann aber zu Ihren Gunsten die Fünftelregelung zur Anwendung. Diese greift nicht nur bei Abfindungen, sondern auch, wenn Arbeitslohn für eine sich über mehrere Jahre erstreckende Tätigkeit nicht laufend, sondern zusammengeballt in einem Jahr gezahlt wird.

Erfolgt die Zahlung der Gehälter 01-12/05 noch bis zum 10.01.2006, gilt § 11 Abs. 1 Satz 2 EStG. Der Arbeitslohn für das Jahr 2005 wird dann "ganz normal" in 2005 versteuert. Das kann sich aber für Sie negativ auswirken, weil dann für den Arbeitslohn 10-12/04 die Fünftelregelung nicht angewendet wird. In diesem Fall betrifft die Nachzahlung (Arbeitslohn für 10-12/04 in 2006) nämlich nicht zwei Jahre, sondern nur ein Jahr (vgl. BFH-Urteil v. 06.12.1991, BFH/NV 1992, 381).

Klären Sie daher mit Ihrem Steuerberater, der Ihre steuerlichen Verhältnisse besser kennt, bitte nochmals ab, welche Vorgehensweise (Auszahlung noch vor dem 10.01.2006 oder später)die für Sie günstigere ist.

Mit freundlichen Grüßen


Achim Schroers
Rechtsanwalt



Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Schnelle und kompetente Antwort. Auch auf meine Nachfrage erhielt ich fundierte Informationen.
Vielen Dank und Glückwunsch an dieses tolle Portal.
Genau so hatte ich mir den Service erhofft.
Hätte nicht geglaubt, dass das so GUT funktioniert.
Weiter so! "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER