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Besteuerung von US Dividenden bei in Deutschland lebenden US Staatsangehörigen

18.12.2017 18:51 |
Preis: 60,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.


Ich habe eine Frage bzgl. des DBA zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA:.

Ich bin US Staatsbürger und lebe derzeit in Deutschland und bin auch in Deutschland steuerlich ansässig.

In den USA habe ich bei einer Bank ein Aktiendepot und erhalte auf diese Aktien jährlich Dividenden.

Da ich US Staatsangehöriger bin, wird auf diese Dividendenzahlungen, im Gegensatz zu Dividendenausschüttungen hier in Deutschland, zunächst keine Quellensteuer von der Bank einbehalten.

Die zu zahlende Quellensteuer (in diesem Fall 15%) muss ich in den USA mit meiner persönlichen Steuererklärung
(Form 1040) bis zum 15.4. des Folgejahres entrichten.

Mein deutscher Steuerberater sagt nun, dass ich die in den USA gezahlte 15%ige Quellensteuer hier in Deutschland nicht angerechnet bekomme, da ich diese 15% nicht an der "Quelle" direkt entrichtet habe bzw. diese nicht direkt von der US Bank einbehalten wurden, sondern ich diese Quellensteuer erst mit meiner Steuererklärung entrichte, was natürlich vom Ergebnis her das Gleiche ist.

Ich habe daraufhin mit meiner Bank in den USA gesprochen und man hat mir mitgeteilt, das ein Einbehalt der Quellensteuer in den USA für US-Staatsangehörige seitens der Bank nicht möglich ist, sondern nur für Ausländer (in dem Fall dann aber 30%) und ich die Quellensteuer mit meiner Steuererklärung (Form 1040) entrichten muss, was ich auch jedes Jahr mache.

Das heisst, es kommt hier in meinem Fall immer zu einer Doppelbesteuerung, da ich in den USA die 15% Quellensteuer mit meiner Steuererklärung zu entrichten habe und dann hier in Deutschland nochmal 25% + Soli auf die Brutto-Dividende mit meiner deutschen Steuererklärung bezahle und die in den USA gezahlten 15% nach Aussage meines Steuerberaters nicht angerechnet bekomme. Effektiv zahle ich am Ende dann weit über 40% auf meine Dividende an Steuern und somit werde ich
klar doppelt besteuert, was gemäss DBA aber nicht sein darf.

Da mein Steuerberater keine Antwort auf dieses Problem hat, habe ich mich dann an das Bundeszentralamt für Steuern gewandt und von dort habe ich die Mitteilung erhalten, das eine Doppelbesteuerung nicht sein darf bzw. muss und mein Steuerberater mir sagen kann, wie die in den USA gezahlten Steuern hier in Deutschland korrekt zu deklarieren sind.
Leider kann er mir das aber nicht sagen -:)

Meine Frage:
Wie deklariere ich hier in Deutschland auf meiner deutschen Steuererklärung die in den USA zu entrichtende und gezahlte Quellensteuer in Höhe von 15% korrekterweise, damit mir diese hier in Deutschland angerechnet und eine Doppelbesteuerung vermieden wird ?

Bitte diese Frage nur beantworten, wenn Sie eine Antwort auf meine Frage haben, die anders lautend ist, als die Aussage meines Steuerberaters - Vielen Dank !

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Ihrem eigenen Vortrag nach sind Sie i.S.d. Art. 4 Abs. 1 des DBA D-USA in D ansässig, aber US-amerikanischer Staatsbürger. Aus den USA erhalten Sie auf dort gehaltene Aktien jährlich Dividenden.

Diese sind nach Art. 10 des DBA zu behandeln. Aus Art. 10 Abs. 1 DBA leidet sich ein grundsätzliches Besteuerungsrecht Deutschlands dieser Dividenden ab. Gleiches gilt nach Art. 10 Abs. 2 DBA für den Staat, aus dem die Dividenden kommen.

Aus Art. 10 Abs. 2 b DBA ergibt sich die von Ihnen bereits erwähnte Quellenbesteuerung in den USA von 15%.

Aus 23 Abs. 3 b) aa) DBA ist die in den USA bezahlte Quellensteuer auf die Dividenden in Deutschland anzurechnen. Sie werden also in der Tat in den USA und in Deutschland besteuert, die amerikanische Steuer wird Ihnen aber in Deutschland angerechnet.

Kapitalerträge aus dem Ausland sind in der Alnage KAP der Steuererklärung in den Zeilen 14 bis 19 zu deklarieren. Anzurechnende Steuern aus dem Ausland sind in den Zeilen 47 bis 52 der Anlage KAP anzugeben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 19.12.2017 | 07:58

Sehr geehrter Hr. Park,

vielen Dank für die Nachricht.

Das heisst, die Aussage meines Steuerberaters ist so nicht richtig und ich kann die 15% Quellensteuer die ich in den USA mit meiner Steuererklärung zu entrichten habe, sehr wohl in den Zeilen 47 bis 52 meiner dt. Steuererklärung in Anrechnung bringen, obwohl diese "US-Quellenssteuern" nicht direkt von der US Bank in Abzug gebracht wurden ?

Vielen Dank !

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.12.2017 | 09:48

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

So zumindest verhält es sich in der mir bekannten Praxis. Bezahlt wurde die Quellensteuer, diese Zahlung wird der deutschen Finanzverwaltung ggf. nachzuweisen sein. Gelingt dies, sehe ich keinen Grund, warum keine Anrechnung stattfinden sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Alex Park

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