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Besteuerung von Leibrenten in Spanien

01.01.2010 21:40 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Hallo

in DE werden Leibrenten ja nur mit dem Ertragsanteil besteuert, der dann von Alter bei Rentenbeginn abhängt.

Wie ist das in Spanien?

Vielen Dank für die Auskunft

mfg

01.01.2010 | 23:26

Antwort

von


(1404)
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61231 Bad Nauheim
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Leibrenten sind gleichbleibende Bezüge, die auf Lebzeit einer bezugsberechtigten Person ausgezahlt werden.

Rechtslage bis 31.12.2004:

Steuerpflichtig ist die Leibrente mit ihrem Ertragsanteil. Hierbei ist zwischen normalen Leibrenten und abgekürzten Leibrenten zu unterscheiden. Für die Berechnung des jeweiligen Ertragsanteils kommen unterschiedliche Tabellen zur Anwendung.

Rechtslage ab 1.1.2005:

Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die nachgelagerte Besteuerung von Renten bis 2040 schrittweise eingeführt. Damit sind die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung im Jahre 2005 nicht mehr mit einem Ertragsanteil steuerpflichtig, sondern mit einem Besteuerungsanteil von 50 Prozent. Dieser Prozentsatz steigt kontinuierlich an, und zwar bis 2020 um jeweils 2 Prozentpunkte und von 2021 bis 2040 um jeweils 1 Prozentpunkt.
Rentner, die im Jahre 2040 in Rente gehen, müssen also 100 % ihrer Rente versteuern.

2. Besteuerung in Spanien

Soweit Sie Ihren Wohnsitz in Deutschland aufgeben und sich mehr als 183 Kalendertage im Kalenderjahr in Spanien aufhalten, werden Sie in Spanien unbeschränkte Einkommensteuerpflicht und alle Einkünfte sind in Spanien anzeigepflichtig.

Das spanische Einkommensteuergesetz qualifiziert Renteneinkünfte als Arbeitseinkommen.

Rentenzahlungen aus öffentlichen Kassen qualifiziert der deutsche Gesetzgeber als inländische Einkünfte, die in Deutschland der beschränkten Steuerpflicht unterliegen.

Danach sind Zahlungen aus einer deutscher Rentenkassen in der spanischen Steuererklärung anzugeben. Die Steuerzahlung in Deutschland wird dann auf eine etwaige spanische Steuerzahllast angerechnet.

Bei Beamtenpensionen ist im Doppelbesteuerungsabkommen geregelt, dass eine deutsche Beamtenpension nur in Deutschland zu versteuern ist und in Spanien von der Besteuerung ausgenommen ist.

Handelt es sich um Ruhegehälter aus einem privaten Rententräger wird die Besteuerung dem Wohnsitzstaat (Spanien) zugewiesen.

Soweit die Besteuerung in Spanien die ungünstigere Variante ist, besteht die Möglichkeit einen Antrag auf eine unbeschränkte Besteuerung gem. §1 Abs.3 EstG zu stellen. Dann erfolgt die Besteuerung ausschließlich in Deutschland.

Zu beachten ist, dass in Spanien eine Nichtresidentensteuer erhoben wird. Hier handelt es sich um eine Vermögens- und Eigennutzungssteuer, die der spanische Staat von allen erhebt, die sich erstens weniger als 183 Tage im Jahr in Spanien aufhalten und zweitens Grundeigentum in Spanien besitzen. Wird die Steuer nicht bezahlt, haftet die Immobilie für sämtliche Steuerschulden.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Mit besten Grüßen


Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA

Rückfrage vom Fragesteller 02.01.2010 | 10:42

Hallo Herr Schröter

vielen Dank für die Umfassende Antwort. Es handelt sich bei meinen Einkünften ausschließlich um Leibrenten aus privaten Rentenversicherungen. 2 Nachrfagen hätte ich noch:
a) Was bewirkt die unbeschränkte Besteuerung gem. §1 Abs.3 EstG dann in DE? Bleibt es bei der Besteuerung des Ertragsanteils? Und wie beantragt man die unbeschränkte Besteuerung gem. §1 Abs.3 EstG ?

b) Wissen Sie, wie hoch die Nichtresidentensteuer auf den Kanarischen Inseln ist?

Hinschtlich der Besteuerung der Einkünfte ist die spanische Variante deutlich ungünster, weil a) die Leibrenten voll versteuert werden und nicht nur der Ertragsanteil und b) es kein Ehegattensplitting gibt. Und da die Einkünfte alle mir zugerechnet werden, ist das dann doppelt ungünstig

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.01.2010 | 12:30

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

1. Durch die unbeschränkte Steuerpflicht werden Sie mit Ihren gesamten Einkünften in Deutschland steuerpflichtig. Hier bleibt es bei der Besteuerung des Ertragsanteils. Zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung findet dann das Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Spanien Anwendung.

Einen Antrag finden Sie hier:

http://docs.google.com/viewer?a=v&q=cache:HB49mP2LeZMJ:www.asp.sachsen-anhalt.de/download/mf/ofd/alle/LSt/neutral_LSt_3B_slow.pdf+Antrag+%C2%A7+1+Abs.+3+Estg&hl=de&gl=de&sig=AHIEtbTDqUJ5Pp-HUkbw7NGbFayWEuS1cA

2. Der Steuersatz wird in Spanien und den Kanaren anhand einer progressiven Tabelle ermittelt, wobei sich der Steuersatz bei Einkünften bis EUR 12.000,- etwa 8 % beträgt. Leider liegt mir diese Tabelle nicht vor.

Beste Grüße

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