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Besteuerung in Deutschland oder der Schweiz

| 09.04.2021 08:23 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


10:44

Lieber Rechtsbeistand,

ich habe eine Stelle als Senior Transaction Manager(Arbeitsvertrag liegt vor, ist aber noch nicht von mir unterschrieben) in Zug/Schweiz angeboten bekommen. Der Arbeitgeber ist ein in der Schweiz ansässiges und gemeldetes Unternehmen, dass auch mein Gehalt bezahlt. Im Arbeitsvertrag ist festgehalten, dass ich nachweislich an mind. 184 Tagen im Jahr in der Schweiz physisch anwesend sein muss. Hierzu würde ich mir eine kleine 1 Zimmerwohnung in CH mieten. Ich werde für Termine und mind. am Wochenende auch in Deutschland unterwegs sein (Rückkehr zur Frau) , allerdings immer unter Berücksichtigung der Einhaltung der 184 Tage-Plicht in CH. Ich lebe in Frankfurt a.M. bin verheiratet und Miete eine gemeinsame Wohnung mit meiner Frau die in Deutschland ihr Einkommen erzielt.

Die Frage die sich mir nun stellt ist, wo zahle ich steuern? Ich habe von gelesen, dass wenn ich mehr als 183 Tage nicht an meinen Wohnort in DE zurückkehre, ich meine Steuern in der Schweiz zahle und in DE von der Steuer "befreit" bin, allerdings unter dem Progressionsvorbehalt für weitere Einkünfte in DE (welche nicht vorhanden sind). Es gibt aber auch die Regelung für den Wochenrückkehrer die anscheinend besagt, dass dieser aufgrund der regelmäßigen (auch wenn es nur am WE ist) Rückkehr an den Wohnort (z.B. zu seiner Frau in die gemeinsame Wohnung) in DE, die Steuern in DE entrichten muss (unter Berücksichtigung des Doppelbesteuerungsabkommen DE-CH). Hier entsteht für mich ein eindeutiger Widerspruch. Ein Wochenrückkehrer ist i.d.R. an mehr als 184 Tagen in der Schweiz und muss trotzdem Steuern in Deutschland abgeben?

Wie kann ich vermeiden, in DE meine Lohnsteuer bzw. Sozialabgaben zu leisten und diese in CH zu zahlen? Ich weiß das dass Finanzamt in DE versuchen wird, mir den "Lebendmittelpunkt" in DE nachzuweisen um mich entsprechend in DE voll zu besteuern. Wenn meine Frau jetzt aber z.B. 1 mal im Monat am WE zu mir in die Schweiz kommt und wir hier das WE verbringen, kann doch davon ausgegangen werden, dass der "Lebensmittelpunkt" nicht in Deutschland liegt, oder? Würde sich durch einen gemeinsamen (meine Frau und ich) kauf eines Hauses in DE die mögliche steuerliche Situation zu meinem Nachteil (Steuern in DE zahlen) ändern (noch mehr Indizien für das Finanzamt das in DE mein "Lebensmittelpunk" ist).

Welche Regelung würde in meinem Fall greifen bzw. wo müsste ich voraussichtlich meine Steuern zahlen?

09.04.2021 | 09:16

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der übermittelten Information beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Die Regelung des Wochenendrückkehrers betrifft sogenannte Grenzgänger, d.h. Personen welche im „Grenzbereich" wohnen, dabei ist der Grenzbereich der Bereich, in dem es zumutbar ist, dass die Person nach Hause zurückkehrt. Zumutbarkeit liegt vor, bei ca. 1,5 Stunden Fahrzeit oder ca. 110 km Entfernung. Dies ist bei Ihnen nicht der Fall, die Strecke von Frankfurt am Main und Zug/Schweiz ist wesentlich länger.

Daher erfolgt bei Ihnen die Besteuerung und SV-Pflichtigkeit Ihrer Tätigkeit in der Schweiz. Da Sie Ihren Lebensmittelpunkt/Wohnsitz/gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben, sind Sie unbeschränkt steuerpflichtig. Im Rahmen des DBA werden die Schweizer Einkünfte nur im Rahmen des Progressionsvorbehalts herangezogen, d.h. zur Bestimmung des Steuersatzes. Die gezahlten schweizer Steuern werden dazu noch berücksichtigt und angerechnet.

Zusammenfassend, Sie müssen nicht in beiden Ländern Steuern und SV-Abgaben zahlen. Die geleisteten schweizer Steuern werden im Rahmen Ihrer deutschen Steuererklärung berücksichtigt, so dass im Ergebnis keine Doppelbelastung erfolgt.


Ich hoffe, dass ich Ihre Frage beantwortet habe, bei eventuellen Nachfragen können Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption benutzen.



Berücksichtigen Sie bitte, dass auch kleine Sachverhaltsänderungen zu einer gänzlich anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 09.04.2021 | 09:34

Sehr geehrter Herr Braun,

zunächst bedanke ich mich herzlich für Ihre rasche Antwort.

Ausgehend von meiner geschilderten Ausgangssituation, werde ich also in der Schweiz besteuert und profitiere somit von der geringeren Steuerlast bzw. niedrigeren SV-Abzügen in der Schweiz und mein Gehalt ist von der deutschen Steuer freigestellt. Sonstige möglichen zukünftige Einkünfte aus Deutschland wie z.B. Mieterträge werden in DE unter Berücksichtigung des DBA inkl. des Progressionsvorbehaltes gezahlt.

Habe ich das so richtig verstanden?

VG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.04.2021 | 10:44

Sehr geehrter Fragesteller,

dies ist korrekt.

Das deutsche FA erfasst Ihre schweizerischen Einkünfte und stellt diese frei, berücksichtigt diese aber bei der Progression. Ihre deutsche Ängste Einkünfte werden ganz normal in Deutschland besteuert.

Mit freundlichen Grüßen

Sebastian Braun
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.04.2021 | 09:55

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 09.04.2021
4,8/5,0

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