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Besteuerung im Jahr des Wegzuges ins Ausland bei weiteren Einkünften aus Deutschland

| 16.11.2013 13:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Inanspruchnahme des Splittingtarifes bei Wegzug ins Ausland während des Kalenderjahres

Ich bekomme zur Zeit Übergangsgebührnisse aus öffentlichen Kassen.
In der ersten Jahreshälfte habe ich meinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben (abgemeldet) und bin in ein Land mit DBA (Australien) gezogen. Hier habe ich kein Einkommen gehabt, meine Frau nur ein relativ geringes.

Ich meine gelesen zu haben, dass man in so einem Fall das erste Jahr unbeschränkt Einkommensteuerpflichtig bleibt und erst im darauf folgenden Jahr beschränkt Einkommensteuerpflichtig wird.
Leider finde ich dieses Schriftstück, bzw diese Passage nicht mehr.
Gem. Aussage des Finanzamtes bin ich mit der Abmeldung nur noch beschränkt Steuerpflichtig.

Kann ich bei der Einkommensteuererklärung für 2013 die Vorteile des Ehegattensplitting sowie die in Australien angefallenen Werbungskosten geltend machen? (Für das ganze Jahr oder nur Teile davon?)
Wenn nein, kann ich einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen?

Inwieweit ist eine Abfindung, die während des Zeitraums mit Wohnsitz in Deutschland und somit nach StKl. III besteuert worden ist, davon betroffen?

Sehr geehrter Fragesteller,

für die unbeschränkte Steuerpflicht bedarf es eines Wohnsitzes oder eines gewöhnlichen Aufenthalts im Inland. Mit Aufgabe des Wohnsitzes endet die unbeschränkte Steuerpflicht. jedoch sind aufgrund der Jahresveranlagung dann gemäß § 2 Abs. 7 EStG inländische Einkünfte, die während der beschränkten Steuerpflicht erzielt werden, in die unbeschränkte Steuerpflicht zu rechnen. Denn in einem Fall des Wegzugs während des Jahres erfolgt eine unbeschränkte Steuerpflicht.

Für die Zusammenveranlagung ist erforderlich, dass auch Ihre Frau in dem Zeitraum , ind dem Sie unbeschränkt steuerpflichtig waren, auch unbeschränkt steuerpflichtig war.Dabei reicht es aus wenn es einen kurzen gemeinsamen Zeitraum gibt.

Hinsichtlich der australischen Einkünfte und Werbungskosten werden diese nur für den Progressionsvorbehalt angesetzt. Insoweit dürfte Australien das Besteuerungsrecht zustehen.

Bezüglich der Abfindung unterliegt diese der unbeschränkten Steuerpflicht, wenn Sie während des Jahres-Zeitraumes gezahlt wurde. Insoweit ist diese normal zu versteuern und die Lohnsteuer entsprechend abzugsfähig.

Hinsichtlich der Werbungskosten werden diese nach deutschem Recht bestimmt und dann die bereinigten Einkünfte aus Australien für den Progressionsvorbehalt angesetzt. Wobei das DBA auch zu beachten ist,so dass insoweit die entsprechenden Vereinbarungen zu prüfen wären.

Hinsichtlich des Splittingtarifes sind dies Jahresbeträge so dass diese nicht nur zeitanteilig anzusetzen sind, sondern als Jahresbetrag angesetzt werden. Nur beim Kinderfreibtrag und beim Kindergeld gilt das Monatsprinzip. Ansonsten kommt es auf das jeweilige Gesetz an.

Hinsichtlich der Übergangsbezüge wäre nur zu prüfen, inwieweit diese steuerpflichtig sind. Dazu verweise ich auf § 3 EStG.

Bitte beachten Sie das die Ausführungen aufgrund der von Ihnen geschilderten Umstände und unter Beachtung des ausgelobten Preises erfolgt. Verändern sich noch Angaben zu dem Sachverhalt kann es auch zu einer Änderung der rechtlichen Wertung führen.

Für Rückfragen stehe ich gerne zu Verfügung.

Nachfrage vom Fragesteller 16.11.2013 | 15:27

Vielen Dank,

Verstehe ich Ihre Antwort richtig, dass ich um in 2013 alle Vorteile der unbeschränkten Steuerpflicht nutzen zu können KEINEN Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht stellen muss, da aufgrund des Wegzuges während des Jahres automatisch eine unbeschränkte Steuerpflicht für das ganze Jahr vorliegt? Ein gemeinsamer Veranlagungszeitraum liegt vor.

Ist somit die Einstufung des Finanzamtes in die unbeschränkte Steuerpflicht (und somit Lohnsteuerklasse I anstatt III mit dem Tag der Abmeldung) falsch gewesen oder hat die Wahl der Steuerklasse nichts zu sagen?

"Hinsichtlich der Werbungskosten werden diese nach deutschem Recht bestimmt und dann die bereinigten Einkünfte aus Australien für den Progressionsvorbehalt angesetzt. Wobei das DBA auch zu beachten ist,so dass insoweit die entsprechenden Vereinbarungen zu prüfen wären. "

Diese Antwort ist mir noch nicht ganz klar.
Können wir die hier in Australien angefallenen Werbungskosten Aufgrund der unbeschränkten Steuerpflicht auch in Deutschland bei der Einkommensteuererklärung für 2013 geltend machen? Unser Haupteinkommen 2013 (über 90%) werden wir aus Deutschland bezogen haben.


"Hinsichtlich der Übergangsbezüge wäre nur zu prüfen, inwieweit diese steuerpflichtig sind. Dazu verweise ich auf § 3 EStG."
Es sind Übergangsgebührnisse nach §11 SVG. Ich glaube diese sind voll zu versteuern.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.11.2013 | 15:40

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfragen beantworte ich wie folgt:

Ihre Einkommensteuer ist als unbeschränkt Steuerpflichtiger zu berechnen, dementsprechend bedarf es keinem besonderen Antrag.

Die Wahl der Lohnsteuerklasse bedeutet nur, dass Ihre Lohnsteuer nach Lohnsteuerklasse I berechnet wird, also als ob Sie nicht verheiratet sind oder Ihre Frau nicht unbeschränkt steuerpflichtig ist. Da Ihre Frau mit dem Wegzug nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig ist und die Lohnsteuer monatlich erhoben wird, ist diese Vorgehensweise korrekt. Da Sie jetzt zwar eine höhere Lohnsteuer zahlen, hat insofern nur Auswírkung, in dem dann bei der Erklärung die Lohnsteuer angerechnet wird. Zur Erläuterung eine Erklärung zu Lohnsteuerklasse III /V, hier wird der Grundfreibetrag eines Ehepartners auf den anderen übertragen, so dass bei III der doppelte Grundfreibetrag für die Lohnsteuer angerechnet wird und bei Klasse V gar kein Grundfreibetrag.

Die Werbungskosten, die mit australischen Einkünften zusammenhängen, können entsprechend den deutschen Regelungen bei den australischen Einkünften abgezogen werden. Diese Einkünfte werden entsprechend dem DBA Deutschland Australien versteuert, so dass in Deutschland die so ermittelten Einkünfte den Steuersatz erhöhen, aber selbst nicht versteuert werden. Insoweit kürzen diese Werbungskosten aber nicht die deutschen Einkünfte. Diese werden nur um die deutschen Werbungskosten gekürzt.

Übergangsgelder nach § 11 SVG sind voll zu versteuern.

Für Rückfragen stehe ich gerne auch unter der Email in der Signatur zur Verfügung.

Bewertung des Fragestellers 16.11.2013 | 15:59

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