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Bester Freund als Vater/Samenspender - Kinderwunschzentrum

08.06.2019 10:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Samenspende und Vaterschaft

Sehr geehrte Anwälte,

wir haben eine etwas ungewöhnliche Anfrage.
Wir sind zwei Frauen, miteinander verheiratet und hätten gerne ein Kind. Wir haben einen sehr guten schwulen Freund, der auch unbedingt Kinder haben möchte. Wir haben viel über die ganze Situation gesprochen und sind uns mit allem einig. Wir wollen zu dritt ein Kind!
Er will definitiv auf das Sorgerecht verzichten, damit die 2. Mutter das Kind adoptieren kann. Denn das Kind soll bei uns seinen Lebensmittelpunkt haben, er als Vater will/wird aber auch im Leben des Kindes präsent sein. Wir würden zusammen einen notariellen Vertrag unterschreiben, mit allen Vereinbarungen. Nun, so die Theorie.
In der Praxis sieht das leider anders aus..
Da eine Zeugung auf natürlichem Wege ausgeschlossen ist, müssen wir andere Wege gehen. Zudem ist es so, dass diejenige, die das Kind austragen wird, während dieser Phase medizinisch/gynäkologisch begleitet werden müsste. So müssen wir auf ein Kinderwunschzentrum zurückgreifen. Allerdings wurde uns in der ersten Klinik bei der Beratung relativ deutlich mitgeteilt, dass unser Plan nicht umsetzbar ist. "Ein unverheiratetes heterosexuelles Paar - kein Problem, da machen wir alles. Die brauchen nur eine Sorgerechtserklärung vom Notar".
Aber uns haben sie etwas von Abstammungsrecht erzählt und das ER offiziell in der deutschen Samenspenderkartei eingetragen sein muss. Aber er ist ja nicht "nur" der Spender, sondern der Vater. Es gäbe da ein neues Gesetz und besondere Hygienevorschriften für die Lagerung des Spermas, aber das des anderen (heterosexuellen) Mannes lagert man doch auch dort? wir verstehen da den Unterschied nicht. Auch wir würden natürlich diese Sorgerechtserklärung vorlegen, damit die Klinik abgesichert ist und zudem würden wir auch alle Kosten selbst tragen.
Gibt es wirklich keine Möglichkeit, ausser zu lügen, dass die beiden ein unverheiratetes Paar sind? Dann ist es für die Klinik ja kein Problem.. Es scheint ja in Deutschland keine andere Wahl zu geben.

Vielen Dank im voraus!

Einsatz editiert am 08.06.2019 21:53:32

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich hat jeder leibliche Vater das Recht, das gemeinsame Sorgerecht zu beantragen bzw. die Vaterschaft feststellen zu lassen. Das Kind hat dann ab dem 18. Geburtstag ebenfalls das Recht, die Feststellung der Vaterschaft einzufordern.
Auch Sozialämter werden versuchen, wenn Unterhaltsfragen zu klären sind, den Vater festzustellen.

Grundlage ist §1600d BGB .

Das was die Klinik meint, ist Abs. 4: danach ist daher eine Feststellung der Vaterschaft nicht möglich - zum Schutz des Spenders.
"so kann der Samenspender nicht als Vater dieses Kindes festgestellt werden."

Aus diesem Grund verlangt die Klinik die angesprochenen Maßnahmen.

Hier ist leider das Gesetz sehr eindeutig.



§ 1600d
Gerichtliche Feststellung der Vaterschaft
(1) Besteht keine Vaterschaft nach § 1592 Nr. 1 und 2, § 1593, so ist die Vaterschaft gerichtlich festzustellen.
(2) 1Im Verfahren auf gerichtliche Feststellung der Vaterschaft wird als Vater vermutet, wer der Mutter während der Empfängniszeit beigewohnt hat. 2Die Vermutung gilt nicht, wenn schwerwiegende Zweifel an der Vaterschaft bestehen.
(3) 1Als Empfängniszeit gilt die Zeit von dem 300. bis zu dem 181. Tage vor der Geburt des Kindes, mit Einschluss sowohl des 300. als auch des 181. Tages. 2Steht fest, dass das Kind außerhalb des Zeitraums des Satzes 1 empfangen worden ist, so gilt dieser abweichende Zeitraum als Empfängniszeit.
(4) Ist das Kind durch eine ärztlich unterstützte künstliche Befruchtung in einer Einrichtung der medizinischen Versorgung im Sinne von § 1a Nummer 9 des Transplantationsgesetzes unter heterologer Verwendung von Samen gezeugt worden, der vom Spender einer Entnahmeeinrichtung im Sinne von § 2 Absatz 1 Satz 1 des Samenspenderregistergesetzes zur Verfügung gestellt wurde, so kann der Samenspender nicht als Vater dieses Kindes festgestellt werden.
(5) Die Rechtswirkungen der Vaterschaft können, soweit sich nicht aus dem Gesetz anderes ergibt, erst vom Zeitpunkt ihrer Feststellung an geltend gemacht werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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