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Bestellbetrug mit meinem Namen/Adresse

| 22.10.2017 10:46 |
Preis: 35,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


14:28

Zusammenfassung: Abwehr ungerechtfertigter Forderungen bei Bestellungen unbekannter Dtitter im Internet mit dem Namen des Geschädigten

Guten Tag,
am 12.10.2017 habe ich per Post eine Zahlungsaufforderung der Fa. Lidl-Sop.de erhalten.
Eine vorangegangene Email, die lt. diesem Schreiben mit selbem Inhalt vorab verschickt wurde bekam ich nicht.

Auf der Mahnung ca. 25 Bestellungen die ich nicht getätigt habe. Die angegebene Kundennummer ist nicht meine, jemand hat hier mit meinem Namen ein Kundenkonto eröffnet und in kurzer Zeit (ca. 4 Wochen) viele Bestellungen auf Rechnung getätigt. Ein Sicherungssystem hat der Lidl-Shop anscheinend nicht, es wurde trotzdem keine einzige Rechnung bezahlt wurde und die Ware an eine fremde Adresse ging einfach weitergeliefert.

Hier liegt Bestellbetrug vor. Ich habe gleich am 13.10. Strafanzeige gegen unbekannt bei der hiesigen Polizei gestellt. Diese hat sich mit Lidl in Verbindung gesetzt, das Konto wurde gesperrt, die Ware ging lt. Polizei an eine Packstation nach Berlin, 800 km weg von mir.

Am 20.10. erhalte ich wieder eine "letzte Zahlungsaufforderung" von Lidl mit Termin 26.10.2017 und dem Hinweis auf nachfolgende Weiterleitung an das Inkassobüro, und weiteren Kosten etc.

Ich selbst habe jeweils am Tag des Eingangs der Zahlungsaufforderung eine Email an Lidl geschickt und mit Lidl telefoniert.
Die waren nett, aber einfache Servicemitarbeiter die keinerlei Entscheidungsbefugnis haben. Man versprach gleich beim ersten Anruf dafür zu sorgen daß keine weiteren Mahnungen kommen, wie man sieht hat das nicht geklappt oder der Apparat ist zu schwerfällig.

Ebenfalls habe ich gleich am 12.10. per Briefpost einen Beschwerdebrief an die Geschäftsleitung geschickt, bislang ohne Antwort, wie auch bei den Emails.

Meine Frage ist nun:
Muß ich mich gleich um einen Rechtsbeistand bemühen oder kann ich davon ausgehen, daß Lidl den (unberechtigten) Forderungsvorgang nicht weiterführt und das nur wegen der automatisierten EDV und einem großen Verwaltungsapparat noch nicht gestoppt wurde, bzw. soll ich einfach abwarten ob noch etwas kommt und erst dann reagieren?

Von der Polizei habe ich noch keine weiteren Informationen, ich werde dort morgen nachfragen.

Auf einen Rechtsstreit habe ich keine Lust, würde ihn aber auch nicht scheuen, da ich nichts bestellt habe und das auch eindeutig belegbar ist. Was ich nicht möchte ist, dass meine Bonität (Schufa etc.) davon tangiert wird.

Mit freundlichen Grüßen
22.10.2017 | 11:17

Antwort

von


(57)
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Tel: 03425-853355
Web: http://www.rechtsanwalt-wurzen.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wie Sie selber schon gemerkt haben, ist gerade bei großen Unternehmen die Erreichbarkeit von Personen, die tatsächliche Entscheidungsbefugnis haben, oft schwierig.
Telefonisch landet man in der Regel in einem „Callcenter", wo der Anruf lediglich aufgenommen und dann elektronisch an die Fachabteilung weitergeleitet wird. Der Nachteil ist, dass bei diesem „Massengeschäft" manches auf der Strecke bleibt, und der Apparat sehr schwerfällig ist.
Nach meiner Erfahrung mit Lidl in derartigen Fällen können Sie idR davon ausgehen, dass das Unternehmen die Sache bereinigt. Ich habe allerdings auch schon (wenige) Fälle erlebt, wo das Mahnverfahren, das einmal in der EDV gespeichert wurde, bis zur Abgabe an Inkassounternehmen fortgeführt wurde.

Sie sollten zum gegenwärtigen Zeitpunkt mindestens nochmals mit einem Schreiben, am besten mit Zugangsnachweis (Einwurfeinschreiben, keine Übergabeeinschreiben) und unter Setzung einer Frist von etwa zehn Tagen Lidl dazu auffordern, Ihnen verbindlich mitzuteilen, dass keinerlei Forderungen gegen Sie erhoben werden und keinerlei Daten über Sie beziehungsweise die angeblich offene Forderung gespeichert werden (sowohl bei Lidl selbst als auch in Dateien anderer Unternehmen/Personen).
Für den Fall, dass diese Frist nicht eingehalten wird sollten Sie im Brief eine sogenannte „negative Feststellungsklage" und Schadensersatzansprüche androhen. Spätestens dann werden die Herrschaften in der Regel munter.

Da Sie die Forderung bestritten haben, darf grundsätzlich keine Eintragung in irgendwelche Auskunfteien wie SCHUFA, Creditreform und so weiter erfolgen. Leider kann man sich darauf aber nicht verlassen: Wenn die Angelegenheit ggü. Lidl in Ihrem Sinne bereinigt ist, sollten Sie unbedingt bei den einschlägigen Auskunfteien nachfragen, ob nicht doch Daten über Sie gespeichert wurden.
Wie Sie vielleicht wissen, muss man Ihnen eine derartige Auskunft pro Jahr kostenlos erteilen. Es gibt Internetportale, wo Sie diese Auskünfte (kostenlos) gesammelt in Auftrag geben und einholen können.

Es ist sicher sinnvoll, sich über den Verlauf des Strafverfahrens auf dem Laufenden zu halten, im Verhältnis zu Lidl und zu eventuellen Negativeintragungen nützt Ihnen dies aber nichts, verfahren Sie lieber wie oben vorgeschlagen.

Sie können im gegenwärtigen Stadium die Angelegenheit natürlich selber weiterbetreiben und sich an die vorstehenden Empfehlungen halten. Wenn Sie die Sache aber mit Nachdruck betreiben wollen (und möglicherweise sogar eine Rechtschutzversicherung haben) sollten Sie einen Anwalt mit der Angelegenheit beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kinder

Nachfrage vom Fragesteller 22.10.2017 | 14:18

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, das hilft mir weiter.
Womit ließen sich die genannten Schadensersatzansprüche begründen?
Damit daß Lidl keine kaufmännische Sorfaltspflicht an den Tag legt indem sämtliche Sicherungssysteme im Online-Shop fehlen oder versagen und immerfort mind. 25 Mal fahrlässig auf Rechnung geliefet wird ohne daß zwischenzeitlich eine einzige Rechnung bezahlt wurde?

Mit besten Grüßen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.10.2017 | 14:28

Der Hinweis auf Schadenseratzansprüche bezog sich auf den Fall, dass Ihre Bonität (kann sich schon beim nächsten Handy Vertrag auswirken) dadurch beeinträchtigt wird, dass angebliche nicht bezahlte Forderungen eines Versenders gegen Sie existieren. Sie sollten etwa formulieren, dass Sie im Fall, dass innerhalb der genannten Frist keine Bestätigung zugeht, dass keine Forderungen bestehen, Sie eine negative Feststellungsklage androhen und außerdem für den Fall der Speicherung von Negativmerkmalen durch Lidl oder Dritte Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche geltend machen werden.


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