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Bestattungskosten zahlen trotz Erbausschlagung und Nachlassvermögen?

| 12.09.2018 23:33 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


18:09
Mein jüngster Bruder ist verstorben, zu dem ich, aus von ihm verschuldeten Gründen, keinen Kontakt hatte.

Er ist im Krankenhaus verstorben und ich habe keinen Bestatter beauftragt, das ist über die Stadt erfolgt. Es gibt noch einen Bruder und zwei Halbbrüder. Alle haben anscheinend das Erbe ausgeschlagen. Da der Arbeitgeber usw. benachrichtigt werden musste, habe ich in der Wohnung nach entsprechenden Unterlagen gesucht. Er hatte keine Kinder, unsere Eltern sind verstorben. Ich fand aber ein handschriftliches Testament, in das er seine geschiedene Frau als Alleinerbin eingesetzt hat. Das Testament, Geldbörse mit Inhalt, Kontokarte und Schlüssel habe ich bei der Erbausschlagung beim Nachlassgericht abgegeben. Außerdem eine Aufstellung mit dem (Mindest-) Nachlassvermögen. Ich fand bei der Adresssuche verschiedene Daten. Es sind mehrere kleine Posten (ausstehender Lohn, Sparverträge, Riesterrente usw.), die aber als Gesamtsumme die Beerdigungskosten übersteigen.

Nun hat mir das Gesundheitsamt die Rechnung mit den Beerdigungskosten geschickt. Danach bin ich ihr Gesamtschuldner und soll die gesamten Kosten tragen. Mit meinen anderen Brüdern habe ich keinen Kontakt. Meine Brüder sind allein stehend, ich bin verheiratet. Obwohl ich es ungerecht finde, wird das Einkommen meines Mannes mit angerechnet. Das Sozialamt würde für uns keinen Anteil übernehmen, da wir gemeinsam über dem Satz liegen.
Die geschiedene Frau meines Bruders hat anscheinend das Erbe auch ausgeschlagen. Dabei hat sie von ihm (laut seinen Unterlagen, Kontoauszüge) im letzten Herbst noch 500 € für ihren Urlaub geschenkt bekommen und hat auch Geld von ihm geliehen, das sie in kleinen Raten auf sein Konto zurückzahlt. Diese Beträge müssten ja auch wieder ins Erbe einfließen.

Selbst wenn sie das Erbe ausgeschlagen hat, so müsste das Nachlassgericht doch eigentlich die Beerdigungskosten übernehmen, vor allem, da sein Geldvermögen die Bestattungskosten (Sozialbestattung) in Höhe von 3.200,- € übersteigt. Es kann doch nicht angehen, dass ich trotzdem zahlen soll und der Fiskus das Nachlassvermögen einkassiert. Ich habe erst einmal Widerspruch eingelegt, aber sie fordern trotzdem von mir das Geld. Das kann doch nicht rechtens sein!
13.09.2018 | 00:23

Antwort

von


(376)
Reinhäuser Landstraße 80
37083 Göttingen
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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

der Erbe oder die Erben sind verpflichtet, die Kosten der Beerdigung zu zahlen (§ 1968 BGB). Wenn alle gesetzlichen Erben das Erbe ausschlagen, erbt der Staat (§ 1936 BGB).

Nach § 8 Abs. 3 Niedersächsisches Bestattungsgesetz (NBestattG) sind die Angehörigen in folgender Reihenfolge verpflichtet, für die Bestattung zu sorgen: 1. die Ehegattin oder der Ehegatte oder die eingetragene Lebenspartnerin oder der eingetragene Lebenspartner, 2. die Kinder, 3. die Enkelkinder, 4. die Eltern, 5. die Großeltern und 6. die Geschwister.

Wenn von den Angehörigen keiner die Bestattung veranlaßt, führt die Gemeinde die Bestattung durch (§ 8 Abs. 4 Satz 1 NbestattG).

Nach § 8 Abs. 4 Satz 2 NBestattG haften die nach Absatz 3 vorrangig Bestattungspflichtigen der Gemeinde als Gesamtschuldner für die Bestattungskosten.

Sie müssen der Gemeinde die Bestattungskosten und haben einen Ersatzanspruch gegen den Erben, also den Fiskus. Die zuständige Stelle erfahren Sie beim Nachlaßgericht.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2018 | 13:28

Sehr geehrter Herr Vasel,

ich danke Ihnen für die schnelle Antwort. Mein Rechtsempfiinden ist gegenüber dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt absolut konträr.
Für den Fiskus lohnt es sich sicherlich, denn die meisten Menschen geben sich wahrscheinlich an diesem Punkt geschlagen. Wenn ich bedenke, dass mein Mann und ich für den Todesfall vorgesorgt haben, damit niemand belastet wird. Wenn ich weiter bedenke, dass ich noch 3 Brüder habe...... Dieses Thema bedarf seitens des Gesetzgebers sicherlich noch Nachbesserung. So sorgt es für Frust und dem Gefühl, nicht gerecht behandelt zu werden.

Nochmals herzlichen Dank für die prompte Bearbeitung.

Mit freundlichem Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2018 | 18:09

Sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst einmal vielen Dank für die sehr gute Bewertung!

Die Regelung, daß die Angehörigen verpflichtet sind, die Bestattung zu übernehmen, hat den Sìnn, daß - auch wenn das (meist überschuldete) Erbe von allen ausgeschlagen wird - die Verstorbenen beerdigt werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.09.2018 | 13:29

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