Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bestattungskosten nach Erbausschlagung


12.02.2006 23:39 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Anwältin/sehr geehrter Anwalt,

der Vater meines Lebensgefährten (LG) ist im Januar 06 verstorben. Neben meinem LG gibt es noch 2 weitere Geschwister. Obwohl das Erbe nur aus Schulden bestand und noch nichteinmal Geld für eine Beerdigung vorhanden war,wurde ohne Absprachen (finanzieller Art : wie teuer etc.) von einem der Geschwister eine Beerdigung initiert, eine 3-er Grabstätte für 18 Jahre gekauft etc.
Derjenige wurde per handschriftlichem Testament auch zum Alleinerben bestimmt.

Die beiden anderen Geschwister, also auch mein LG haben die Erbschaft ausgeschlagen (allerdings hat der "Mitausschlager" aus Pietätsgründen und weil es ihm finanziell keine Schwierigkeiten bereitet
, sein Drittel der Beerdigungskosten gezahlt)vor allem deshalb, weil unsere "gedrittelten " Beerdigungskosten runde 2000 Euro betragen und die restlichen Forderungen bei ca. 6000 Euro liegen, die wir nicht aufbringen können - wir sind eine junge Familie, mein LG ist Alleinverdiener, ich bin im Erziehungsurlaub - wir haben 3 minderjährige Kinder.

Nun droht uns der Alleinerbe damit, uns zu verklagen, eine gütliche Einigung - in der wir unsere schwierige finanzielle Situation dargelegt haben - war nicht möglich.

Was kann uns nun schlimmstenfalls passieren ? Müssen wir in jedem Fall zahlen? Der Alleinerbe fordert, daß wir einen Kredit zur Begleichung der Kosten aufnehmen sollen.

Danke für Ihre Antwort

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die sich recht kurz und bündig beantworten lässt:

Ihr Lebensgefährte muss sich nicht an den Kosten der Beerdigung beteiligen. Für die Beerdigungskosten findet § 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) Anwendung, der folgenden Wortlaut hat:


"Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers."

Die in Ihrem Fall testamentarisch zum Alleinerbe bestimmte Person muss daher auch allein für die Beerdigungskosten aufkommen. Ein Ausgleichsanspruch gegenüber den Geschwistern, die nicht Erben geworden sind, besteht nicht.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Auskunft geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2006 | 10:04

Sehr geehrter Herr Kruppa,

ich bedanke mich für Ihre schnelle Antwort.
Noch eine abschließende Frage:
Ändert sich die Rechtslage, wenn der "letzte Wille" zwar schriftlich vorliegt (wir besitzen auch eine Kopie) aber nicht beim Notar hinterlegt wurde (darüber gibt uns der Alleinerbe leider keine Auskunft und wir können es nur vermuten).
Ist dann im ersten Fall die "Alleinerbschaft" nicht bindend und man könnte uns trotzdem belangen?

ich danke Ihnen für Ihre Hilfe -

mit freundlichen Grüßen
Sabine Ehrlicher

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2006 | 10:38

Sehr geehrte Ratsuchende,

ob das, was Ihnen als "letzter Wille" schriftlich vorliegt, als Testament ausreicht, kann ich ohne Kenntnis von dessen Inhalt nicht beurteilen. In der Ausgangsfrage haben Sie allerdings angegeben, dass ein handschriftliches Testament vorliegt.

Ein Testament kann durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichtet werden. Die Wirksamkeitsvoraussetzungen für ein handschriftlich errichtetes Testament finden sie in § 2247 BGB, der folgenden Wortlaut hat:

"§ 2247

Eigenhändiges Testament

(1) Der Erblasser kann ein Testament durch eine eigenhändig geschriebene und unterschriebene Erklärung errichten.

(2) Der Erblasser soll in der Erklärung angeben, zu welcher Zeit (Tag, Monat und Jahr) und an welchem Orte er sie niedergeschrieben hat.

(3) Die Unterschrift soll den Vornamen und den Familiennamen des Erblassers enthalten. Unterschreibt der Erblasser in anderer Weise und reicht diese Unterzeichnung zur Feststellung der Urheberschaft des Erblassers und der Ernstlichkeit seiner Erklärung aus, so steht eine solche Unterzeichnung der Gültigkeit des Testaments nicht entgegen.

(4) Wer minderjährig ist oder Geschriebenes nicht zu lesen vermag, kann ein Testament nicht nach obigen Vorschriften errichten.

(5) Enthält ein nach Absatz 1 errichtetes Testament keine Angabe über die Zeit der Errichtung und ergeben sich hieraus Zweifel über seine Gültigkeit, so ist das Testament nur dann als gültig anzusehen, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit der Errichtung anderweit treffen lassen. Dasselbe gilt entsprechend für ein Testament, das keine Angabe über den Ort der Errichtung enthält."

Ein unter Beachtung dieser Vorschrift handschriftlich errichtetes Testament ist wirksam, auch wenn es nicht bei einem Notar hinterlegt wurde.

Sollte kein wirksames Testament vorliegen, sollten Sie prüfen, ob eine dann eingetretene Erbschaft ausgeschlagen werden kann.

Mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER