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Bestattungskosten für die verstorbene Mutter

| 11.05.2017 17:56 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere Mutter verstarb im Januar 2017. Mein Bruder ist bereits vor 8 Jahren verstorben. Meine Schwester habe ich mehrfach versucht telefonisch zu erreichen, da ich meiner Mutter gern ihren letzten Wunsch erfüllt hätte: ihre geliebte kleine Tochter noch einmal zu sehen. Am 28.01.2017 schrieb ich eine Karte an meine Schwester, dass Mutti tags zuvor eingeschlafen ist - leider habe ich nur eine Kopie und sonst keinen Nachweis.
Da Mutti so sehr auf meine Schwester gewartet hat und nicht sterben konnte, habe ich auch einen Rechtsanwalt angerufen, den meine Schwester Jahre zuvor bevollmächtigt hatte, damals wollte ich wissen ob meine Schwester Interesse am Nachlass hat falls mal schnell gehandelt werden muss. Den Kontakt zu uns allen hat meine Schwester etwa 2001 abgebrochen, warum weiß ich nicht. Nun tat mir Mutti leid und ich habe mich so gut es eben ging um sie gekümmert. Ich wohne 90 km von ihr entfernt, meine Schwester im selben Ort. Aber Mutti hat mich mein ganzes Leben schlecht behandelt und 2015 war ich dann so am Boden, dass ich richtig krank wurde und den Kontakt abbrechen musste.
2016 wandte Mutti sich dann telefonisch Hilfe suchend an mich, weil meine Schwägerin plötzlich über ihr Konto verfügte. Obwohl bei der Sparkasse alles geregelt war und ich die Bevollmächtigte war. Eine Erklärung wie es dazu kommen konnte ist die Sparkasse schuldig geblieben. Wir haben dann wieder alles geregelt und den alten Zustand hergestellt, danach war ich Bevollmächtigte für das Konto und auch für alles Andere. Im Mai 2016 stürzte Mutti dann erneut und die Folge war, dass sie in ein Pflegeheim kam. Die Aufträge und Kündigungen zur Wohnungsauflösung hat sie alle noch selbst unterschreiben können. Meine Schwester war nicht erreichbar.
Im Januar stürzte sie erneut und das Heim gab mir darüber Mitteilung. Sie kam ins Krankenhaus, die OP hat sie trotz ihrer 88 Jahre gut überstanden, aber dann bekam sie eine böse Lungenentzündung, an deren Folgen verstarb sie. So oft ich es gesundheitlich geschafft habe, habe ich sie besucht und war bis zum letzten Atemzug bei ihr. Aber es gelang mir nicht meine Schwester dorthin zu bekommen. Sie war nicht erreichbar, einmal sprach ich auf den AB und hinterlies meine Handynummer, mehrfach täglich rief ich an. Mein Sohn nahm über Facebook Kontakt zum Sohn meiner Schwester auf und hinterlies ebenfalls meine Handynummer. Sie meldete sich nicht.
Da habe ich die Bestattung veranlasst und mein Sohn und ich haben die Mutti würdevoll unter die Erde gebracht. Ich habe alle Kosten bezahlt. Einen Antrag beim Sozialamt habe ich nicht gestellt, da ich etwas Gespartes auf der Bank habe.
Nun habe ich meine Schwester aufgefordert mir die Hälfte der Bestattungskosten zu zahlen. Der Brief dazu wurde von einer Rechtsanwältin, im Rahmen Beratung, verfasst und mit Kopien von ihr an meine Schwester verschickt. Es erfolgte keine Reaktion von meiner Schwester. In der vergangenen Woche habe ich dann noch einmal selbst ein Schreiben gefertigt mit allen Kopien der Rechnungen, diese schickte ich an den o.g. Rechtsanwalt, den meine Schwester damals aufsuchte, da in dem damaligen Schreiben des Anwaltes gebeten wurde alle weiteren Schreiben das Anliegen Nachlass betreffend an ihn zu senden ist. Meiner Schwester sandte ich eine kurze Mitteilung darüber.
Heute erhielt ich von meiner Schwester ein Schreiben:
sie hätte erst durch mein Schreiben vom Tode unserer Mutter ertfahren,
sie habe das Erbe beim Amtsgericht ausgeschlagen und somit sei die Sache für sie erledigt.
Es war kein Nachlass vorhanden, lediglich private Kleidung, die sie im Heim hatte, keine Ersparnisse. Den Nachlass im Heim ließ ich durch das Heim beräumen, auch dafür entstanden Kosten. Ich selbst habe das Erbe nicht ausgeschlagen, da ich weiß dass das Ausschlagen des Erbes nicht von der Bestattungspflicht entbindet.
Habe ich mich nun doch geirrt?
Oder habe ich eine reelle Chance doch noch an eine Zahlung von meiner Schwester zu kommen?
Erbe laut BGB sind wir beide.
Bestattungspflichtig laut Bestattungsgesetz Land Brandenburg auch, ich bin die Ältere. Aber sind wir nicht Gesamtschuldner?
Was kann ich tun? Oder kann ich wirklich Nichts mehr tun?
Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Liebe Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung wären Sie und Ihre Schwester Erben gewesen.


Ihre Schwester hat nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung aber die Erbschaft ausgeschlagen. Sollte dieses tatsächlich wirksam der Fall gewesen sein, werden Sie Ausgleichsansprüche kaum durchsetzen können.



Denn wenn nicht alle Angehörigen das Erbe ausschlagen, muss der verbliebene Erbe die Kosten der Beerdigung tragen und das wären dann Sie, denn die Stufen der Zahlungspflicht sind:

1.) Haftung des Erben nach § 1968 BGB,
2.) Haftung der unterhaltsverpflichteten Personen nach § 1615 BGB,
3.) Haftung von Verwandten und Angehörigen des Erblassers aufgrund öffentlichrechtlicher Bestattungspflicht,
4.) Haftung des Sozialhilfeträgers.


Durch die Erbausschlagung Ihrer Schwester würde diese von der ersten in die zweite Stufe fallen, aber Sie würden dann leider auf der vorrangigen, ersten Stufe verbleiben und wären damit allein zahlungspflichtig.


Hier kommt es also darauf an, ob Ihre Schwester tatsächlich das Erbe wirksam ausgeschlagen hat. Die Frist zum Ausschlagen des Erbes beträgt 6 Wochen ab Kenntnisnahme des Erbfalles und es müssen auch bestimmte Formalien eingehalten werden - das sollte geprüft werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg
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Nachfrage vom Fragesteller 11.05.2017 | 19:36

Vielen Dank für die umfangreiche Antwort. Ja und das ist hier mein Problem, wenn sie behauptet erst durch meinen Brief Kenntnis vom Tod unserer Mutter erlangt zu haben, dann wird es so sein, dass sie ausgeschlagen hat. Da ich die Karte im Januar ohne Rückschein versendet habe und somit keinen Beweis habe. Obwohl ich weiß, dass das gelogen ist, sie wohnt in einer kleinen Gemeinde, da spricht sich das rum, zumal meine Tante auch dort wohnt und die Zwei sich beim Einkaufen über den Weg kommen und meine Tante war definitiv informiert, wir haben mehrfach gesprochen. Auch sie hat ja in der Vergangenheit versucht meine Schwester zur Kontaktaufnahme zu bewegen. Ob die Ausschlagung tatsächlich und rechtswirksam ist kann ich prüfen, aber wie verhalte ich mich wegen der Lüge, dass sie erst durch meinen Brief Kenntnis über den Tod erhalten hat? Im Anwaltsbüro im Januar bei meinem Telefonat gab ich an, dass Mutti im Sterben liegt. Was könnte ich tun?
Liebe Grüße und Danke Danke Danke

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.05.2017 | 20:54

Sehr geehrte Ratsuchende,


Sie sollten mit Ihrer Tante sprechen, ggfs. auch mit Nachbarn Ihrer Schwester.

Sollten die Gespräche (und damit die Kenntnis) bewiesen werden können, hätten Sie dann die Möglichkeit, Ihre Ansprüche durchzusetzen.

Ansonsten kann es leider schwer werden, so dass Sie die frühere Kenntnis nachweisen müssen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 11.05.2017 | 19:39

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.05.2017 5/5,0
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