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Bestattungskosten für Bruder

| 03.04.2015 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Es geht um die Tragung der Beerdigungskosten für den Bruder trotz Ausschlagung der Erbschaft.

Hallo,

ich möchte das Erbe meines verstorbenen Bruders ausschlagen. Ich käme als einziger
Erbberechtigter in Frage. (keine weiteren Geschwister, Kinder, Eltern, Enkel).

Die Bestattungskosten muß ich so oder so tragen. Kann ich vom vorhandenen Vermögen meines Bruders (älteres Auto-Wert ca. 1200,--, etwas auf dem Konto, Fernseher) einen Teil der Bestattungskosten bezahlen lassen?

mfg
g.b.

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst einmal möchte ich anlässlich des Todes Ihres Bruder mein Beileid
aussprechen.
Ihre Frage beantworte ich aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes wie folgt:
Eine Erbausschlagung würde bedeuten, dass Sie mit dem gesamten Nachlass Ihres Bruders nichts zu tun hätten. Sie dürften sich auch nicht die wenigen noch verwertbaren Stücke heraussuchen.
Eine Erbausschlagung ist der Verzicht auf die gesamte Erbmasse.
Sie sollten sich also reiflich überlegen, ob Sie die Erbschaft ausschlagen.
Sie haben dabei eine Überlegungsfrist von sechs Wochen ab Kenntniserlagung vom Erbfall. Innerhalb dieser Frist gem. § 1944 BGB müssten Sie beim zuständigen Nachlassgericht - das ist regelmäßig das Amtsgericht, in dessen Bezirk Ihr Bruder seinen letzten Wohnsitz hatte - eine dementsprechende Erklärung abgeben.
Da der Erbe gem. § 1968 BGB die Beerdigungskosten übernehmen muss, wäre zu ermitteln, ob nicht doch noch entferntere Verwandte vorhanden sind. Ob dies bereits geschehen ist , lässt sich Ihrer Schilderung nicht genau entnehmen. Zu den entfernteren Verwandten würden auch die Großeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge gehören. Dies wären die Erben der 3. Ordnung
oder die Urgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge ( Erben der 4. Ordnung)
oder auch Ururgroßeltern des Erblassers und deren Abkömmlinge ( Erben der 5. Ordnung).
In diesem Fall wären Sie bei Ausschaltung der Erbschaft nicht zur Tragung der Beerdigungskosten verpflichtet.
Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und wünsche Ihnen schöne Ostertage.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 03.04.2015 | 18:25

Hallo,

es gibt auch keine entfernteren Verwandten. Ich wäre also der einzige Erbe. Noch habe ich das Erbe nicht ausgeschlagen, da aber vermutlich
alte Schulden das Vermögen übersteigen, würde ich das wahrscheinlich tun.

Für ca. 4000,-- EUR Bestattunskosten müßte auf jedenfall ich aufkommen.
Mein Einkommen liegt bei etwa 1000,--, aber ich habe noch etwas Ersparnisse, die ja dann wohl auch herangezogen werden, oder?

Es kann doch nicht sein, dass ich nichtmal das vorhandene Auto für
einen Teil der Bestattungskoseten heranziehen darf. Mir wurde gesagt, das
geht bis zur Ausschlagung der Erbschaft, danach gehts wohl nicht mehr.

gmf
g.b.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.04.2015 | 03:20

Sehr geehrter Fragesteller,

nachdem Sie mir noch differenzierter Ihre Situation geschildert haben - es existieren auch keine entfernteren Verwandten und damit auch kein etwaiger Ersatzanspruch der Beerdigungskosten gegen Erben -
sollten Sie als Bestattungsverpflichteter einen Antrag gem. § 74 SGB XII stellen. Nach dieser Vorschrift sind von der Sozialhilfe die Kosten der Bestattung zu übernehmen, soweit sie Ihnen als Verpflichtetem nicht zugemutet werden können.
Ihre Zahlungspflicht kann danach entfallen, wenn Sie nicht leistungsfähig sind oder bei grober Unbilligkeit, wobei die Unbilligkeit nach den näheren Umständen des Einzelfalls beurteilt wird.
Wenn Sie die Erbschaft ausschlagen wollen, weil die Schulden das Vermögen übersteigen, sollten Sie nach meiner Einschätzung auch schon deshalb keine Verfügungen über Nachlassgegenstände - wie hier das Auto treffen- weil diese Handlung Ihnen u.U. als
Annahmehandlung für die Erbschaft ausgelegt werden könnte.
Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben und
verbleibe mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 04.04.2015 | 10:04

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Stellungnahme vom Anwalt:
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