Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Bestätigung/Bezahlung einer freiberuflichen Tätigkeit

24.02.2009 16:35 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bitte Sie, mir bei folgenden Fragestellungen behilflich zu sein:

Im November 2007 fing ich an, neben meiner hauptberuflichen Arbeit für ein anderes Unternehmen zu arbeiten. Zu dem Geschäftsführer dieses Unternehmens bestand damals noch eine private Beziehung, so dass dies zunächst eine unterstützende Tätigkeit ohne Bezahlung war.
Daraus wurde dann jedoch ein konkreter Auftrag, den ich freiberuflich von Dezember 07 bis Februar 08 gegen Bezahlung abgearbeitet habe. Es bestand kein richtiger Vertrag, allenfalls eine Mail, in der konkret dieser Auftrag formuliert war.

In Folge wurde ich gebeten, die Akquisition des Unternehmens für einen bestimmten Kundenkreis zu übernehmen; mündlich wurde zwischen dem Geschäftsführer, einer weiteren Person des Unternehmens und mir ein Tätigkeitszeitraum von 3 Monaten à 750,- € zzgl. MwSt. vereinbart. Eine schriftliche Fixierung darüber gibt es leider nicht.

Nach 2 Monaten nachweislich geleisteter Arbeit (entsprach auch 2/3 des Tätigkeitsumfanges) stellte ich eine Rechnung über diese 2 Monate, die erst nach mündlicher Mahnung in 2 Raten bezahlt wurde. Die private Beziehung bestand zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Auf meine Mail an den Geschäftsführer bzgl. des 3. Monats Tätigkeit erfolgte keine Reaktion. Auch auf weitere telefonische Nachfragen im Unternehmen war nicht zu erfahren, ob ich die Tätigkeit fortsetzen soll, so dass ich sie zunächst eingestellt habe.

Mitte November 07 erhielt ich dann eine Mail, dass die restlichen Arbeiten intern vergeben wurden (d.h. konkret mein 3. Monat), man jedoch die Tätigkeit mit mir auf jeden Fall fortsetzen wolle.
Ein für Dezember vereinbarter Termin wurde kurz vorher abgesagt, Anfang 09 sollte es jedoch weitergehen.

Am 9. Februar 09 schrieb ich eine Mail, ob denn nun die Zusammenarbeit weitergeht; falls nicht, würde ich gerne eine Bestätigung über meine Tätigkeit in 2008 für dieses Unternehmen haben. Bis heute erfolgte keine Reaktion.

Meine Fragen:

1. Es wurden ursprünglich 3 Monate Tätigkeit vereinbart. Entbindet allein die Aussage des Auftraggebers, man hätte die Arbeiten anderweitig verteilt, von der Bezahlung des 3. Monats? Habe ich noch irgendwelche Ansprüche auf die restlichen 750,- €?

2. Habe ich Anspruch auf eine Bescheinigung, dass ich für das Unternehmen im Zeitraum xy freiberuflich gearbeitet habe? Wenn ja, aufgrund welches Paragraphes? Ich bin z.Zt. dabei, mich beruflich zu verändern und benötige eine Bescheinigung für zukünftige Bewerbungen.

Ich danke Ihnen im Voraus für Ihre Antworten und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Sehr geehrte Fragestellerin,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

Bei der Frage, ob Sie noch Anspruch auf die restlichen 750 € haben, kommt es entscheidend darauf an, was Sie mit dem Auftraggeber vereinbart haben.
Zunächst kommt es auf die Vereinbarung des Auftrags an. Wurde hier lediglich ein Zeitraum vereinbart, in dem Sie die Akquisition durchführen, so spricht dies grundsätzlich für einen Zahlungsanspruch.
Problematisch ist aber, dass Sie nach eigener Angabe im dritten Monat nicht mehr tätig geworden sind. Hier kommt es wiederum auf die Vereinbarung an, die getroffen worden ist. Hat der Auftraggeber Ihre Tätigkeit für die Firma abgelehnt, so ist zu prüfen ob er dies aufgrund der ursprünglichen Vereinbarung durfte. Hiergegen spricht, dass ein Zeitraum vereinbart wurde. Da Sie aber Ihre Arbeit angeboten haben, könnte ein Zahlungsanspruch bestehen.

Allerdings könnten Sie hier ein massives Beweisproblem haben. Zwar war bei der ursprünglichen Vereinbarung eine dritte Person anwesend, aber ob und wie weit sich diese Person an die Vereinbarung "erinnern" kann, wird fraglich sein.

Auf die Ausstellung eines "Arbeitszeugnisses" haben Sie leider keinen gesetzlichen Anspruch. Allenfalls können Sie mit dem Auftraggeber vereinbaren, dass er Ihnen ein Referenzschreiben ausstellt.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)


Nachfrage vom Fragesteller 24.02.2009 | 17:20

Sehr geehrter Herr Müller,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Zur Bezahlung: Es war ein konkreter Zeitraum vereinbart. Dass ich den 3. Monat nicht mehr tätig war liegt daran, dass ich es zwar nachweislich (Mail) mehrfach angeboten habe, es jedoch immer wieder hieß "wir melden uns, auf jeden Falll etc". Eine konkrete Ablehnung gab es jedoch nie. Die dritte anwesende Person war ja auch im Übrigen immer diejenige, mit der die Korrespondenz bestand und die zum Schluss noch die Zusammenarbeit (in Abstimmung mit dem Geschäftsführer) weiterführen wollte.

Ein Referenzschreiben würde auch selbstverständlich reichen, mehr wollte ich auch nicht; gibt es da denn keinen Bezug zu einer arbeitnehmerähnlichen Tätigkeit, aus der so ein Anspruch erwachsen könnte?

Herzlichen Dank nochmal für Ihre Beantwortung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.02.2009 | 09:07

Sehr geehrte Fragestellerin,

nachdem ein fester Zeitraum für die Erledigung der Aufgaben vereinbart war und sie im letzten Drittel dieses Zeitraums auch Ihre Arbeit angeboten haben, diese aber abgelehnt bzw. nicht angenommen wurde, ist durchaus davon auszugehen, dass Sie einen Anspruch auf Bezahlung aus dem Dienstvertrag haben bzw. auf Schadensersatz in gleicher Höhe wegen Verletzung einer Pflicht aus diesem Dienstvertrag seitens des Auftraggebers.
Für das Vorliegen dieses Dienstvertrages und die genauen Bestimmungen, auf die Sie sich berufen, sind allerdings Sie beweispflichtig, was aber durch die von Ihnen erwähnten E-Mails möglich sein dürfte.

Eine Verpflichtung des Auftraggebers zur Ausstellung eines Referenzschreibens ergibt sich leider für Freiberufler nicht. Solange Sie nicht als Arbeitnehmer oder als Arbeitnehmerähnlicher anzusehen sind, können Sie hier nichts einfordern. Ich gehe anhand der von Ihnen gemachten Angaben aber nicht davon aus, dass Sie als arbeitnehmerähnlich anzusehen sind, da Sie erwähnten, dass sie nur nebenberuflich tätig waren. Für die Arbeitnehmerähnlichkeit bedarf es aber einer (wirtschaftlichen) Abhängigkeit vom Auftraggeber, die zu einer Stellung führt, die ähnlich der eines Arbeitnehmers ist. Bei freier Einteilung von Arbeitszeit, Arbeitsort, Weisungsunabhängigkeit und wirtschaftlicher Unabhängigkeit ist davon aber nicht auszugehen.

Mit freundlichen Grüßen

Florian Müller
(Rechtsanwalt)

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69256 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Herr Saeger hat meinen Fragen ausführlich beantwortet und ich bin äußerst zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke,es war ausführlich und verständlich. Mit freundlichen Grüssen go522832-32. Meine,besser geht es nicht!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen Dank für die fundierte Beantwortung der Frage. Spätestens nach unsere Nachfrage konnten wir den Sachverhalt gut einschätzen. ...
FRAGESTELLER