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Besonders schwerer Fall von Diebstahl


28.04.2018 11:44 |
Preis: 25,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich habe Riesen großen Mist gebaut und brauche Hilfe, wie ich am besten weiter vorgehen soll.

Ich habe über mehrere Monate einige Gegenstände aus einer öffentlichen Einrichtung entwendet und diese dann im Internet verkauft. Um an die Gegenstände zu kommen, habe ich keinen Einbruch verüben müssen, die Türen dazu waren nicht verschlossen und ich musste mich auch nicht verstecken. Die gebotene Gelegenheit hat mich zu diesen Taten verleitet. Nach einer Wohnungsdurchsuchung wurden entwendete Gegenstände als Beweismittel sichergestellt und mir wird aufgrund von gewerbsmäßigkeit der besonders schwere Diebstahl vorgeworfen. Wir bewegen uns im Rahmen von ca 10-15t€ was durch mich an Schaden verursacht worden ist. Ich habe keine Vorstrafen und habe das mir vorgeworfene bei der Vernehmung durch die Polizei zugegeben, da der Fall hier klar auf der Hand liegt. Bei der öffentlichen Einrichtung handelt es sich um eine Universität in welcher ich eingeschriebener Student bin und mich im letzten Semester vor dem Abschluss befinde.

Meine Angst ist es jetzt natürlich, dass ich in das Gefängnis gehen muss und von der Uni zu fliegen. Somit würde ich mir durch diese Tat meine komplette Zukunft verbauen, da ich dann meinen Abschluss nicht machen könnte.

Hier zur Frage:
Wie wahrscheinlich ist es, dass ich zu einer Freiheitsstrafe verurteilt werde und hat die Universität das Recht mich nach solch einem Diebstahl zu exmatrikulieren? Wie könnte das Strafmaß für mich aussehen und wie bereite ich mich am besten auf die nächsten Schritte vor?

Vielen Dank!!
28.04.2018 | 12:19

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Die Tat, die Ihnen zum Vorwurf gemacht wird, ist natürlich in strafrechtlicher Hinsicht nicht ganz unbedeutend.

Aus diesem Grund kann man Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nur einen sinnvollen Rat geben: Suchen Sie vor Ort einen Rechtsanwalt auf, der im Strafrecht tätig ist. Ihnen dürfte ein Pflichtverteidiger, der mit der Staatskasse abrechnet, zur Seite gestellt werden.

Jeder Versuch, hier allein "das Kind aus dem Brunnen" holen zu wollen, wäre die schlechteste aller denkbaren Vorgehensweisen.

Eine Alternative zu Beauftragung eines Rechtsanwalts gibt es definitiv nicht.


2.

Prognosen, ob es zu einer Freiheitsstrafe kommt oder zu einer Freiheitsstrafe, die gegebenenfalls zur Bewährung ausgesetzt wird, haben den Charakter des „Kaffeesatzlesens". Man muss schon die vollständige Akte kennen, um eine Verteidigungsstrategie zu erarbeiten und um abschätzen zu können, was man reeller Weise als Ziel anstreben kann.

Natürlich ist die Verhängung einer Freiheitsstrafe denkbar, wobei ich an eine Bewährungsstrafe denke. Das ist aber nur eine ganz grobe Einschätzung, die ich aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung abgebe und die mangels Kenntnis der Strafakte unrichtig sein kann.

Dass Sie exmatrikuliert werden, ist nicht unwahrscheinlich.


3.

Zum Strafmaß kann man aufgrund der kurzen Sachverhaltsschilderung rein gar nichts sagen, was Ihnen auch nur ansatzweise weiterhilft.

Das Strafmaß richtet sich nach einer Vielzahl von Kriterien und Fakten, die das Gericht abwägen muss.


4.

Sie fragen, wie Sie sich am besten auf die nächsten Schritte vorbereiten. Hier kann ich nur, und das noch einmal ganz eindringend, auf meine Antwort unter Abs. 1 verweisen. Sie sollten so schnell wie möglich einen Termin bei einem Rechtsanwalt veranlassen.

Das ist genauso wichtig, wie wenn Sie bei einer Blinddarmentzündung sich in ärztliche Obhut zwecks Durchführung einer Operation begeben. Sie würden bei einer Blinddarmentzündung sicher nicht auf den Gedanken kommen, nach geeignetem Werkzeug in Ihrem Werkzeugkasten zu suchen, um den Blinddarm gegebenenfalls mit einem Seitenschneider zu entfernen.

Nichts anderes ist es in Ihrem Rechtsfall


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt



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