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Besonders schwerer Fall des Diebstahls - Hausrat lehnt Regulierung ab

| 17. Juni 2022 10:33 |
Preis: 30,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Gewünscht wird eine Zweitmeinung, (daher bitte NICHT von RAin Draudt):

Aus einem angemieteten, verschlossenen, separatem Abstellraum (gemauert, Stahltür = ehemaliger Heizölbrennerraum) wurde eine nur kurz zwischengelagerte Flöte im Wert von 750 Euro entwendet.

Exakter Hintergrund: Der Abstellraum ist vom Treppenhaus aus zugänglich. Dieses (selbstschließende Tür) wiederum nur mit Schlüssel oder nach Betätigung der Gegensprechanlage (12 Mietparteien).

Besonderheit: Da sich in dem Abstellraum Gas- und Wasseranschluss befinden, haben neben mir als Mieter wenige Handwerksbetriebe (unvermeidbarerweise) Zugang (nummerngesicherte Schlüssel, vom Wohnungsunternehmen gegen Unterschrift herausgegeben). Ca. 15 Jahre lang ohne jedwede Probleme. - Jetzt wurde offensichtlich die Schlüsselgewalt missbraucht.

Nach polizeilicher Aufnahme wurde das Verfahren zwischenzeitlich vom Staatsanwalt eingestellt. Verbriefter "Vorwurf: Besonders schwerer Fall des Diebstahls".

Der Außendienst der Versicherung (Aachen Münchener) kümmerte sich nicht, die Schadensabteilung lehnte die Regulierung (telefonisch) (auch teilweise = also komplett) ab. Begründung: Zwar Diebstahl, zwar sogar "besonders schwer", AAAAABER: "keine Einbruchsspuren"... ;-) (Ähnlich verhielte es sich, würde ein Nachbar, der evtl. einen Wohnungsschlüssel für Notfälle habe, stehlen.)

(Indes: Nach Auffassung der vor Ort aufnehmenden Polizisten ist bzw. wäre die Hausratversicherung in beiden Fällen zur Leistung verpflichtet. Ich solle mich da nicht abwimmeln lassen.)

Zahlreiche im Internet zu findende Hinweise auf entsprechende Urteile legen die Vermutung nahe, dass die Versicherungen mit der Klausel/Definition des Begriffes Einbruchdiebstahl tatsächlich Recht zugesprochen bekommen?

Lektion: Offensichtlich bin ich trotz "Optima-Tarif" doch nicht so gut (= eher suboptimal? ;-) ) versichert, wie angenommen? ;-)

Eine Rechtschutzversicherung habe ich nicht, aus der Police geht "Einbruchdiebstahl" hervor, die Versicherungsbedingungen im einzelnen (vermutlich seinerzeit online zugegangen) habe ich nicht griffbereit.

Zwar gehe ich tendenziell eher davon aus, wenig Aussichten zu haben und damit zu dem Schaden nur weitere Kosten heraufzubeschwören, trotzdem (und sei es, um den Vorfall endgültig für mich abzuschließen) die Frage:

Wie hoch wären meine Aussichten auf eine (Teil)Erstattung?
Bei welchem zu erwartenden Kostenrisiko?

Schönes Wochenende

17. Juni 2022 | 17:39

Antwort

von


(31)
Am Kolk 1
46499 Hamminkeln
Tel: 02857 959073
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie gehen richtig davon aus, dass Sie in diesem Fall wenig Chancen auf eine Entschädigung haben. Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung ist der Tatbestand der Einbruchdiebstahls im Sinne der Hausratbedingungen nicht erfüllt.

Nach den Musterbedingungen des GDV handelt es sich um Einbruchdiebstahl, wenn

-in einen Raum mit falschen Schlüssel oder anderem Werkzeug eingebrochen wird;
-wenn ein Behältnis in einem Raum mit falschem Schlüssel oder Werkzeug aufgebrochen wird;
-sich der Dieb in einen verschlossenen Raum eingeschlichen hat;
-der Dieb auf frischer Tat ertappt, Gewalt anwendet;
-der Dieb den Raum mit einem richtigen Schlüssel öffnet, denn es sich vorher durch Einbruchdiebstahl, Raub und in eigeschränkten Fällen auch durch Diebstahl beschafft hat.

All diese Tatbestandsmerkmale sind durch das von Ihnen erwähnte Missbrauchen der Schlüsselgewalt nicht erfüllt.

Wenn Ihnen die Versicherungsagentur vorort nicht weiterhelfen kann oder will, wird es sehr schwierig.

Ein Gerichtsverfahren ist aus meiner Sicht unwirtschaftlich. Bei einem Streitwert von 750,00 Euro, betragen die Kosten eines Rechtsanwalts für ein Gerichtsverfahren schon fast 300,00 Euro. Wenn Sie das Verfahren verlieren sollten, müssten Sie auch noch die Kosten der Gegenseite und die Gerichtskosten tragen, so dass Sie nahezu bei den 750 Euro wären. Auch bei einem Vergleich bliebe bei den zur tragenden eigenen Kosten nahezu nichts über.

Eine kostengünstigere Alternative wäre, den Versicherungsombudsmann anzuschreiben. Aber auch hier kann ich Ihnen wegen meiner Einschätzung der Sach- und Rechtslage keine großen Hoffnungen machen.

Sie müssen den Eintritt des Versicherungsfalls nachweisen und das können Sie mangels Einbruchspuren oder nachweislichem Gebrauch eines falschen Schlüssels einfach nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Axel Doering

Bewertung des Fragestellers 26. Juni 2022 | 17:23

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Auch, wenn mir das Resultat letztlich nicht gefällt, sind jetzt alle (nagenden) Zweifel vom Tisch, evtl. Optionen nicht angedacht zu haben. Und auch das ist schon viel wert. ;-)

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26. Juni 2022
5/5,0

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ANTWORT VON

(31)

Am Kolk 1
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