Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Besitzerwechsel vom Mietshaus


| 06.09.2005 19:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Sehr geehrte Damen und Herren!
Ich wohne seit ca. 30 Jahre im Mietshaus, (andere Mieter noch länger) Als Mietvertrag habe Ich ein Mietbuch unterschrieben das nicht mehr in meinem Besitz ist. Das hat die Vorbesitzerin vor Jahren eingezogen als wir die Miete per Überweisung gezahlt haben.Es ist zwar kaum zu glauben, aber seit meinem Einzug wurde die Miete und die Nebenkosten nicht erhöht (Bei den Nachtbarn auch nicht)Ich habe natürlich nie eine Abrechnung
gesehen.Ich zahle also seit 30 Jahren den gleichen Betrag. Ich zahle erheblich unter dem Mietspiegel.Die Besitzerin hat das Haus verkauft.Der neue Bestzer drängt auf ein neuen Mietvertrag.
Meine Frage.
In welchem Rahmen ist der neue Besitzer berechtigt Mitzahlungen zu ändern? Darf er die Unkostenpauschale dem aktuellem Stand anpassen. Es ist noch anzumerken, das das Haus in einem sehr vergammelten Zustand ist. Das Dach ist undicht ich habe dadurch Schimmel in der Küche und Bad. Das Abwasser läuft kaum noch ab, usw.
Mit freundlichem Gruß
Guten Tag,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst gilt in Ihrem Fall nach wie vor der alte Mietvertrag.

Sie sollten der Vereinbarung eines neuen Mietvertrages in keinem Fall zustimmen.

Dennoch ist der Vermieter berechtigt die monatliche Nettokaltmiete im Hinblick auf den aktuellen Mietspiegel zu erhöhen, soweit sich aus Ihrem Mietvertrag nichts anderes ergibt. Dies kann von hieraus jedoch leider nicht geprüft werden.

Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete kann der Vermieter aber nicht einseitig "anordnen", es gilt das Zustimmungsverfahren. Danach wird die Mieterhöhung nur wirksam, wenn der Mieter zustimmt oder wenn ihn das Gericht zur Zustimmung verurteilt. Der Mieter muss zustimmen, wenn die Mieterhöhung formal in Ordnung ist, der Vermieter nicht mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete fordert, die Jahressperrfrist und die Kappungsgrenze eingehalten sind.

Jahressperrfrist heißt, dass nach Einzug in die Wohnung bzw. seit der letzten Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete mindestens 12 Monate liegen.

Kappungsgrenze bedeutet, dass der Vermieter relativ niedrige Mieten nicht "auf einen Schlag" auf die ortsübliche Vergleichsmiete anheben darf. Die Miete darf hier in drei Jahren höchstens um 20 Prozent steigen.

Zur Überprüfung der Mieterhöhung hat der Mieter ausreichend Zeit. Er kann den Monat, in dem er die Mieterhöhung erhält, und in den beiden darauf folgenden Monaten abklären, zum Beispiel mit Hilfe des örtlichen Mietervereins, ob er zustimmt oder nicht.

Eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete ist ausgeschlossen, wenn ein Staffel- oder Indexmietvertrag abgeschlossen oder eine Festmiete vereinbart wurde. Hier sollten Sie nochmals in Ihrem Mietvertrag nachschauen, soweit dies überhaupt möglich ist.

Eine Mieterhöhung wegen Modernisierung scheidet in Ihrem Fall wohl aus, da nicht Modernisiert wurde.

Nun zu den Nebenkosten:

Vorauszahlungen sind jährlich turnusgemäß abzurechnen, mit einer Pauschale sind die Nebenkosten für die Vergangenheit abgegolten, bei einer Unterdeckung kommt eine Abrechnung nicht in Betracht, allenfalls eine Erhöhung der Pauschale für die Zukunft. Vorauszahlungen sind vom Vermieter so anzusetzen, dass sie die tatsächlichen Kosten in etwa abdecken.

Die monatlichen Nebenkostenvorauszahlungen können daher erhöht werden, soweit diese die tatsächlich anfallenden Betriebskosten nicht decken.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Christian Kah
-Rechtsanwalt-

www.net-rechtsanwalt.de
www.scheidungonline.org
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Ich habe das erfahren was ich wissen wollte
Vielen Dank "