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Besitz / Verbreitung von Jugend pornografischen Schriften


07.12.2012 21:16 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Sehr geehrte Damen und Herren.
vor etwa 2-3 Monaten habe ich (23) mit einer 17 Jährigen gechattet.
Nach längerer Zeit habe ich sie dazu überredet mir Nacktfotos von sich zu senden und anschließend auch ein Video in dem sie sich an ihrer Vagina mit dem Finger befriedigt.
Nach dem 2 Treffen mit ihr habe ich ihr eine abfuhr erteilt.
Die Bilder und Videos habe ich an vielleicht 3-4 Freunde geschickt (diese wussten nicht das sie 17 ist).
Darauf hin hat sie mich Angezeigt.( wovon ich bis zur Hausdurchsuchung nichts wusste)
Am Montag habe ich mein Handy auf Werkseinstellungen gestellt sodass ich das Video und auch die Bilder nicht mehr hatte . ( weder auf dem Handy noch auf dem Rechner noch sonst wo).
Auch meine Kumpels haben das Video und die Bilder gelöscht.
Am Donnerstag kam dann die Polizei zu 5 in unser Haus und hat mein Handy und 2 Laptops beschlagnahmt.
Es war 1 Video und etwa 3 Bilder.
Meine fragen hierfür sind nun :

Was für eine Strafe blüht mir da???
Was kann passiert mit meinen Freunden???
Ist es überhaupt Strafbar wenn ich diese Jugend pornografischen Schriften besitzte , weil sie ja diese eigentlich selber erstellt und mir gesendet hat ??
Macht sie sich den nicht auch Strafbar , weil sie diese Jugend pornografischen Schriften selber erstellt und verbreitet???
Was genau bezeichnet man als Jugend pornografische Schriften???
Auch ein Nacktbild , bei den man nicht die Vagina sieht ?


Vielen Dank

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts sowie insbesondere unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gern wie folgt beantworten möchte.


1. Was sind "jugendpornografische Schriften"?

Als "jugendpornografische Schriften" bezeichnet man u.a. Bilder, die sexuelle Handlungen von Jugendlichen zeigen (§§ 11 Abs. 3, 184c, 184g StGB)

Ein Jugendlicher ist dabei jede Person zwischen 14 und 18 Jahren.

Zudem muss eine sexuelle Handlung abgebildet sein, die eine gewisse Erheblichkeitsschwelle überschreitet. Dies liegt etwa dann vor, wenn der Jugendliche seine primären oder sekündären Geschlechtsmerkmale in betont schambesetzter Weise vorzeigt, oder sexuelle Handlungen an sich vollführt. Nicht ausreichend ist dagegen die Abbildung eines nackten Jugendlichen, der in natürlicher, normaler Pose auf dem Bett liegt (BGHSt 43, 366). Entscheidend ist daher die bewusst sexuelle Zielrichtung der Bilder.

Wie ich Ihren Sachverhaltsschilderungen entnehmen kann, ist hier die Erheblichkeitsschwelle des § 184c, 184g StGB überschritten.

2. Ist auch ein Nacktbild eine strafbare Handlung?

Wie oben bereits ausgeführt, kommt es bei einem Nacktbild darauf, ob die Person in einer "normalen" Art und Weise abgebildet ist, oder ob eine besondere sexuelle Bestimmung ersichtlich ist.

3. Was kann Ihnen / Ihren Freunden passieren?

Schon der Besitz solcher Abbildungen ist strafbar. Dies bedeutet, dass sich auch Ihre Freunde wegen des Besitzes der Bilder strafbar gemacht haben, § 184c Abs. 4 Satz 1 StGB. Der Strafrahmen liegt hier zwischen Geldstrafe und Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr.

Bei Ihnen kommt hinzu, dass Sie Ihren Freunden den Besitz an den Bildern verschafft haben. Dies ist nach § 184c StGB strafbar. Der hier geltende Strafrahmen sieht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafen bis zu 3 Jahren vor.

Sollte es zu einer Verurteilung kommen, so hängt die jeweilige Strafhöhe von verschiedenen Faktoren und der Schwere der Tat ab - insbesondere: etwaige Vorstrafen (evtl. dasselbe Delikt), Intensität der Abbildungen...

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass Freiheitsstrafen nur als "letztes Mittel" verhängt werden. Und auch nur dann, wenn Geldstrafen oder Bewährungsstrafen aus Sicht des Gericht nicht mehr ausreichen. Hierzu ist dann eine besondere Schwere der Tat erforderlich. Da die Strafhöhe aber letztlich eine Einzelfallentspcheidung darstellt, kann hier keine erschöpfende Prognose gestellt werden.

4. Strafbarkeit der fotografierten Person?

Die betreffende Person, die die Bilder / Videos von sich hergestellt und verschickt hat, hat sich selbst nicht strafbar gemacht.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Tommy Kujus, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.12.2012 | 23:37

Haben sich meine Freunde trotzdem Strafbar gemacht obwohl sie nicht gewusst haben , dass es eine Jugendliche ist ????
Sie sind davon ausgegangen , dass sie über 18 ist.

Weshalb ist es für die Person die selbst die Bilder und das Video erstellt hat nicht Strafbar??
Schließlich hat sie ja Jugend pornografische Schriften erstellt und Verbreitet?

Und ist es auch dann für mich Strafbar wenn sie damit Einverstanden "war", dass ich sie Besitzen darf?
Schließlich ist sie ja damit Einverstanden wenn sie nach etwas Überredungskunst von mir die Bilder und das Video macht und mir zusendet.

In wie weit Spielt es eine Rolle ob ich die Bilder und das Video am Tag der Durchsuchung bereits gelöscht hatte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.12.2012 | 12:57

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

1.
Ihre Freunde müssten auch vorsätzlich gehandelt haben. Es muss ihnen also bewusst gewesen sein bzw. müssten Sie es in Kauf genommen haben, dass es sich um eine Person unter 18 Jahren handelt. Dafür kann es genügen, wenn die Person besonders "jugendlich" oder jung aussieht, sodass von einem Betrachter davon ausgegangen werden konnte, dass sie noch minderjährig ist.

Dies ist letztlich eine Einzelfallentscheidung und kann nur anhand der tatsächlichen Bilder näher bewertet werden.

2.
Wenn ein Jugendlicher selbst von sich Bilder anfertigt und verschickt, so ist dies nicht strafbar (s. auch § 184c Abs. 4 Satz 2 StGB). Der Gedanke dieser gesetzgeberischen Entscheidung ist der, dass die Norm ("Verbreitung jugendpornografischer Schriften") gerade den Jugendlichen schützen soll, und daher nicht gegen diesen selbst angewandt werden soll.

3.
Strafbar ist zum einen der bloße Besitz derartiger Bilder, aber zum anderen auch das weitere Versenden der Bilder an Ihre Freunde. Eine Einwilligung der betroffenen Person ist hier grundsätzlich nicht möglich.

4.
Natürlich muss die Staatsanwaltschaft bzw. das Gericht Ihnen nachweisen, dass Sie die Bilder besessen und verbreitet haben. Sie selbst müssen hierzu keine Aussage machen, da Sie sich selbst belasten würden. Auch Ihre Freunde können die Aussage verweigern, da auch sie sich mit einer Aussage wegen der Besitzverschaffung selbst belasten könnten.

Dass Sie die Bilder wieder gelöscht haben, kann insbesondere - sofern es zu einer Verhandlung kommt - strafmildernd berücksichtigt werden.

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