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Beschtaenkt Steuerpflichtig

14.11.2007 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Meine Frau und ich wohnen seit Anfang 2006 in den USA (davor in Frankfurt am Main).
Unser einziges Einkommen sind 17.302 Euro aus der Vermietung unseres Hauses in Frankfurt am Main
Koennen wir weiter als in der BRD unbeschraenkt steuerpflichtig behandelt werden, solange wir kein Einkommen in den USA haben, bzw. unser Einkommen in den USA unter 6136 Euro im Jahr liegt oder weniger als 10% unseres Gesamteinkommens ist?
Wenn ja,wie stellen wir den entsprechenden Antrag?

Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:Nach § 1 Abs. 3 EStG werden Personen ohne Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland unter bestimmten Voraussetzungen auf Antrag als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt, soweit sie inländische Einkünfte i.S. des § 49 EStG erzielen. Dies ist bei Ihnen der Fall.
Voraussetzung dafür ist weiter, dass ihre gesamten in- und ausländischen Einkünfte im Kalenderjahr mindestens zu 90 % der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte 6.136 EUR im Kalenderjahr nicht übersteigen. Zur Ermittlung der ausländischen Einkünfte > BMF 30.12.1996, BStBl 1996 I S. 1506. Dieser Betrag wird bei Wohnsitz in bestimmten Ländern um ein Drittel bzw. um zwei Drittel gekürzt (> Ländergruppeneinteilung ab 2001: BMF 26.10.2000, BStBl 2000 I S. 1502, Anhang 2 III EStH 2003; Ländergruppeneinteilung ab 2004: BMF 17.11.2003, BStBl 2003 I S. 637); für die USA gilt dies allerdings nicht.
Inländische Einkünfte, die nach einem DBA nur der Höhe nach beschränkt besteuert werden dürfen (z.B. Dividenden, Lizenzgebühren), gelten für die Berechnung der 90 %-Grenze und der betragsmäßigen Grenze von 6.136 EUR als nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegend. Diese Einkünfte sind jedoch in die inländische Einkommensteuerveranlagung einzubeziehen (> BFH 13.11.2002, BStBl 2003 II S. 587). Die Abgeltungswirkung eines vorgenommenen Steuerabzugs (§ 50 Abs. 5 Satz 1 EStG) gilt im Rahmen der Veranlagung zur unbeschränkten Steuerpflicht nicht. Die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte (z.B. Einkünfte aus ausländischem Grundbesitz) sind, im Fall der Veranlagung nach § 1 Abs. 3 EStG, soweit deren Summe positiv ist, dem Progressionsvorbehalt (§ 32b Abs. 1 Nr. 3 2. Alt. EStG) zu unterwerfen.
Materiell-rechtliche Voraussetzung ist weiter, dass die Höhe der nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegenden Einkünfte durch eine Bescheinigung der zuständigen ausländischen Steuerbehörde
• bei Staatsangehörigen eines Mitgliedsstaates der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraums - EWR - (Island, Liechtenstein, Norwegen) und bei Angehörigen des deutschen öffentlichen Dienstes, die im dienstlichen Auftrag außerhalb der EU/EWR tätig sind, durch die „Bescheinigung EU/EWR” (Zeile 56, 57 Vordruck ESt 1 A 2003)
• bei anderen Personen, die in Nicht-EU/EWR-Staaten ansässig sind, durch die „Bescheinigung außerhalb EU/EWR” (Zeile 56, 57 Vordruck ESt 1 A 2003) nachgewiesen wird.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: info@kanzlei-hermes.com.
Mit besten Grüßen
RA Hermes
Fachanwalt für Steuerrecht

www.kanzlei-hermes.com
Die vorstehende summarische Lösung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Außerdem wird, wie die Plattform-Bedingungen es vorsehen, nur ein erster Überblick geboten. Außerdem ist der Umfang der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars. Daher kann diese Beratung das umfassende, verbindliche und abschließende Beratungsgespräch durch den Rechtsanwalt Ihres Vertrauens keineswegs ersetzen. Bitte beachten Sie dies!

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