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Beschränkung der betriebl. Gebäudeabschreibung bei gemeinsamen Eigentum auf 50%


13.07.2006 11:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Meine Frau und ich sind jeweils gem. Grundbucheintrag hälftige Eigentümer eines von uns genutzten Reihenhauses. Im Rahmen meiner hauptberuflichen freiberuflichen Tätigkeit nutze ich die Dachetage des Reihenhauses beruflich.

Für das gesamte Haus ergibt sich eine (rechnerische) Gebäudeabschreibung in Höhe von EUR 4.000, der auf die Dachetage entfallende Anteil von 30% beträgt dabei EUR 1.200.

Das Finanzamt möchte von diesen EUR 1.200 jedoch nur EUR 600 Gebäudeabschreibung als Betriebsausgabe anerkennen mit folgender Begründung:

"Die Eigentumsverhältnisse betragen je 50% je Ehegatte ohne feste Zuordnung, Deshalb ist eine hälftige Aufteilung vorzunehmen. Nur 50% der betrieblichen Räume gehören somit zum Betriebsvermögen. Deshalb kann auch die Abschreibung nur mit dem halben Betrag abgezogen werden."

Nach der Argumentation des Finanzamtes sind also 50% der betrieblich genutzten Dachetage mangels konkreter Zuordnung Eigentum meiner Frau und von daher die Abschreibung für mich nicht als Betriebsausgabe absetzbar.

Folgende Fragen stellen sich:

(1) muss ich die Argumentation des Finanzamtes als zwingend hinnehmen, wie kann ich dagegen argumentieren?

(2) wäre der Nachweis einer "konkrete Zuordnung" z.B. durch einen Vertrag zwischen meiner Frau und mir die mir die Dachetage zur alleinigen Nutzung zuteilt denkbar? Der Aufwand einer Änderung des Grundbuches wäre jedoch zu hoch.

(3) Welche Kriterien müsste eine Vermietung des Anteils der Dachetage meiner Frau an mich erfüllen? Idee wäre, dass meine Frau ihre Hälfte der Dachetage für eine Jahresmiete von EUR 600 an mich vermietet, wodurch bei ihr keine Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung anfallen würden (da Mieteinnahmen durch AfA-Anteil aufgehoben), ich hingegen die EUR 600 Miete als Betriebsausgabe geltend machen kann. Kann die Mietzahlung in bar erfolgen?
Guten Tag,

die Argumentation des Finanzamtes ist leider zutreffend, solange die Eigentumsverhältnisse bleiben, wie sie sind. Da nur die Hälfte des Hauses in Ihrem Eigentum ist, ist auch nur die Hälfte der Abschreibung zu berücksichtigen.

Hier hilft ein Vertrag mit einer konkreten Zuordnung von Räumen nicht weiter, da sich an den Eigentumsverhältnissen nichts ändert.

Eine Vermietung der Räume durch Ihre Frau ist nur dann sinnvoll, wenn Sie tatsächlich einen ortsüblichen Mietzins vereinbaren, da das Finanzamt für die Anerkennung des Mietvertrages einen Vergleich mit der Höhe des Mietzinses anstellen wird, wenn Sie an einen Fremden vermietet hätten.

Wenn Sie über die Gestaltung eines Mietverhältnisses etwas erreichen wollen, erscheint mir als sinnvoll, daß Sie sich an der Höhe der anteiligen Zinsen und Teilgungsleistungen orientieren. Dies hat auf Ihrer Seite den Vorteil, daß Sie die Mietausgaben als Betriebsausgabe absetzen können.
Bei Ihrer Frau fallen bei dieser Gestaltung zwar Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung an, die allerdings durch die Ausgaben an Zinsen und Tilgung wieder neutralisiert würden. Ich möchte aber betonen, daß für eine optimale Gestaltung die Kenntnis aller Umstände erforderlich ist, so daß diese Beratung -leider- nicht die fachkundige Beratung vor Ort ersetzen kann.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Astrid Wiemer
Rechtsanwältin
Freilichtbühnenstraße 24
26639 Wiesmoor
Tel. 04944 60 66
Fax 04944 60 77
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 13.07.2006 | 14:26

Hallo Frau Wiemer, vielen Dank für Ihre schnelle und klare Antwort.

wenn ich mich mit der 50%-igen AfA abfinde und keinen weiteren Gestaltungsmittel nutze, laufe ich dann Gefahr, dass auch bei den Betriebskosten (Strom, Gas, Wasser, Grundsteuer, Müllgebühr, Reparaturen) etc. die ich bisher mit 30% als Betriebsausgabe ansetze auch eine Halbierung stattfindet (teilweise laufen diesen Kosten auf meine Frau und mich gemeinsam z.B. Grundsteuer, teilweise auf mich alleine). Zahlung erfolgt von einem gemeinschaftlichen Konto, über das alle meine beruflichen Bankbewegungen laufen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.07.2006 | 16:24

Guten Abend,

die von Ihnen befürchtete Folgen einer entsprechenden Reduzierung auch der Betriebskosten ist in der jetzigen Konstellation geradezu vorprogrammiert.

Freundliche Grüße

Astrid Wiemer

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