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Beschränkte Steuerpflicht/Saisonarbeit/Sozialversicherungspflicht

13.09.2018 13:50 |
Preis: 80,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin deutscher Staatsbürger und lebe seit mehreren Jahren nun 7-8 Monate im Jahr auf den Philippinen. Ich habe vor dort ein Unternehmen gründen und dort zu leben. Die restlichen 4-5 Monate habe ich vor in Deutschland zu verbringen und werde mehrere kurzfristige Beschäftigungen nachgehen bei verschiedenen Arbeitgebern über die 70-Tage-Regelung (Saisonarbeit im Gastgewerbe). Noch bin ich in Deutschland gemeldet.

Meine Fragen:

1. Falls ich mich in Deutschland abmelden sollte, wie werden meine Einkünfte versteuert? Sowohl die Einkünfte von meinem zukünftigen Unternehmen im Ausland, als auch die Einkünfte der kurzfristigen Beschäftigungen in Deutschland? In wie fern kommt das DBA zur Geltung?

2. Wie verhaltet sich der Fall, wenn ich in Deutschland gemeldet bleibe? Kommt dann das DBA zur Geltung laut AO §2 Vorrang völkerrechtlicher Vereinbarung und ich werde nur beschränkt steuerpflichtig sein mit meinen Einkünften in Deutschland?

3. Kann ich in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung nachgehen ohne in Deutschland gemeldet zu sein? Wenn ja, kann ich sozialversicherungsfrei diese Tätigkeit nachgehen?

4. Welches Vorgehen würden Sie mir konkret empfehlen um diese Tätigkeiten rechtlich und steuerlich optimal ausführen zu können?

Vielen Dank!
16.09.2018 | 10:39

Antwort

von


(677)
Hahnstr. 37A
60528 Frankfurt am Main
Tel: 069 1751 0514
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Falls ich mich in Deutschland abmelden sollte, wie werden meine Einkünfte versteuert? Sowohl die Einkünfte von meinem zukünftigen Unternehmen im Ausland, als auch die Einkünfte der kurzfristigen Beschäftigungen in Deutschland? In wie fern kommt das DBA zur Geltung?

Diese Frage lässt sich abschließend nur unter Berücksichtigung Ihrer geplanten nächsten Schritte beantworten. Eine Anmeldung in Deutschland hat nur in Indizcharakter und schafft an sich keine Steuerpflicht. Dies vermag nur

2. Wie verhaltet sich der Fall, wenn ich in Deutschland gemeldet bleibe? Kommt dann das DBA zur Geltung laut AO §2 Vorrang völkerrechtlicher Vereinbarung und ich werde nur beschränkt steuerpflichtig sein mit meinen Einkünften in Deutschland?

3. Kann ich in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung nachgehen ohne in Deutschland gemeldet zu sein? Wenn ja, kann ich sozialversicherungsfrei diese Tätigkeit nachgehen?

4. Welches Vorgehen würden Sie mir konkret empfehlen um diese Tätigkeiten rechtlich und steuerlich optimal ausführen zu können?

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Alexander Park, LL.B.

Nachfrage vom Fragesteller 18.09.2018 | 14:57

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich hätte noch folgende Nachfrage zu Punkt 2 und 3:

2. Wie verhaltet sich der Fall, wenn ich in Deutschland gemeldet bleibe? Kommt dann das DBA zur Geltung laut AO §2 Vorrang völkerrechtlicher Vereinbarung und ich werde nur beschränkt steuerpflichtig sein mit meinen Einkünften in Deutschland?

"Bleiben Sie gemeldet und haben Sie tatsächlich einen Wohnsitz in Deutschland inne, so kommt auch hier das DBA zum tragen. Ihr Ansässigkeitsstaat wäre nach Art. 4 zu ermitteln. Dieser wird aller Voraussicht nach die Philippinen sein.
In diesem Falle wären die Einkünfte aus Saisonarbeit nach Art. 15 Abs. 2 DBA in Deutschland zu versteuern."


Angenommen ich bleibe in Deutschland gemeldet und habe in Deutschland einen Wohnsitz inne: Muss ich in meiner Steuererklärung dem deutschen Finanzamt von dem Gebrauch des DBAs informieren, oder wäre es in diesem Fall unerheblich? Muss ich mein Welteinkommen angeben?


3. Kann ich in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung nachgehen ohne in Deutschland gemeldet zu sein? Wenn ja, kann ich sozialversicherungsfrei diese Tätigkeit nachgehen?

"Dies ist auf jeden Fall möglich. Sozialversicherungsfrei ist dies nur im Falle einer Entsendung durch eine philippinische Firma möglich. Arbeiten Sie einfach bei einem deutschen Arbeitgeber, so wäre dort auch alle Abgaben zu bezahlen."

Ich habe Kollegen die durch eine "Urlaubsgenehmigung" von ihrem deutschen Hauptarbeitgeber kurzfristige Beschäftigungen sozialversicherungsfrei nachgehen. Kann diese "Urlaubsgenehmigung" auch von einem ausländischen Arbeitgeber sein um in Deutschland sozialversicherungsfrei einer kurzfristigen Beschäftigung nachgehen zu können?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.09.2018 | 08:13

Gerne beantworte ich auch Ihre Nachfrage.

2. Wie verhaltet sich der Fall, wenn ich in Deutschland gemeldet bleibe? Kommt dann das DBA zur Geltung laut AO §2 Vorrang völkerrechtlicher Vereinbarung und ich werde nur beschränkt steuerpflichtig sein mit meinen Einkünften in Deutschland?

"Bleiben Sie gemeldet und haben Sie tatsächlich einen Wohnsitz in Deutschland inne, so kommt auch hier das DBA zum tragen. Ihr Ansässigkeitsstaat wäre nach Art. 4 zu ermitteln. Dieser wird aller Voraussicht nach die Philippinen sein.

In diesem Falle wären die Einkünfte aus Saisonarbeit nach Art. 15 Abs. 2 DBA in Deutschland zu versteuern."
Angenommen ich bleibe in Deutschland gemeldet und habe in Deutschland einen Wohnsitz inne: Muss ich in meiner Steuererklärung dem deutschen Finanzamt von dem Gebrauch des DBAs informieren, oder wäre es in diesem Fall unerheblich? Muss ich mein Welteinkommen angeben?

Bleiben Sie in Deutschland gemeldet, wird das DBA angewandt, Sie werden als Ansässigkeitsstaat die Philippinen nutzen können. Sie werden in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und werden Ihre deutschen Einkünfte dort versteuern dürfen. Ihr Welteinkommen werden Sie angeben müssen, können aber in der Steuererklärung auf die Anwendbarkeit des DBA verweisen.

3. Kann ich in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung nachgehen ohne in Deutschland gemeldet zu sein? Wenn ja, kann ich sozialversicherungsfrei diese Tätigkeit nachgehen?

"Dies ist auf jeden Fall möglich. Sozialversicherungsfrei ist dies nur im Falle einer Entsendung durch eine philippinische Firma möglich. Arbeiten Sie einfach bei einem deutschen Arbeitgeber, so wäre dort auch alle Abgaben zu bezahlen."

Ich habe Kollegen die durch eine "Urlaubsgenehmigung" von ihrem deutschen Hauptarbeitgeber kurzfristige Beschäftigungen sozialversicherungsfrei nachgehen. Kann diese "Urlaubsgenehmigung" auch von einem ausländischen Arbeitgeber sein um in Deutschland sozialversicherungsfrei einer kurzfristigen Beschäftigung nachgehen zu können?

Hier bin ich mir nicht ganz sicher, was diese "Urlaubsgenehmigung" sein soll. Sobald Sie eine abhängige Beschäftigung eingehen in Deutschland, sind Sie sozialversicherungspflichtig. Sie können dies durch eine Art Selbstständigkeit versuchen aufzufangen, aber hier dürfte dann eine Form von Scheinselbstständigkeit vorliegen.

Sie müssen sich jedenfalls dann anmelden nach Bundesmeldegesetz, wenn Sie eine Wohnung in Deutschland beziehen. Hotels und Gästehäuser sind hier ausgenommen, wenn sie dort nicht permanent bleiben.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 16.09.2018 | 10:40

Bitte verzeihen Sie, in bin während der Bearbeitung auf den Sendeknopf gekommen, ich bin noch nicht fertig, ich stelle meine Antworten hier gleich vollständig ein. Dank für Ihr Verständnis.

Ergänzung vom Anwalt 16.09.2018 | 11:31

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

1. Falls ich mich in Deutschland abmelden sollte, wie werden meine Einkünfte versteuert? Sowohl die Einkünfte von meinem zukünftigen Unternehmen im Ausland, als auch die Einkünfte der kurzfristigen Beschäftigungen in Deutschland? In wie fern kommt das DBA zur Geltung?

Diese Frage lässt sich abschließend nur unter Berücksichtigung Ihrer geplanten nächsten Schritte beantworten. Eine Anmeldung in Deutschland hat nur in Indizcharakter und schafft an sich keine Steuerpflicht. Dies vermag nur ein Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt nach §§ 8,9 AO schaffen.

Melden Sie sich also ab, haben aber noch eine Wohnung ist Deutschland, so wären Sie hier immer noch nach § 8 AO unbeschränkt mit Ihrem Welteinkommen steuerpflichtig.

Haben Sie hier keine Wohnung mehr inne und bleiben Sie unter den 183 Tagen, so wäre wegen der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit allenfalls eine beschränkte Steuerpflicht in Deutschland denkbar.

Aus Art. 15 Abs. 2 DBA kann ein Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit auch dann im anderen Staat versteuert werden, wenn dies von einem Arbeitgeber, der im anderen Staat seinen Sitz hat, bezahlt wird.

Sie können also davon ausgehen, dass die Einkünfte aus der Saisonarbeit weiter in Deutschland zu versteuern sind, die Einkünfte aus dem Unternehmen sind nur auf den Philippinen zu versteuern. Dies jedenfalls, wenn Sie keinen Wohnsitz mehr in Deutschland inne haben.

2. Wie verhaltet sich der Fall, wenn ich in Deutschland gemeldet bleibe? Kommt dann das DBA zur Geltung laut AO §2 Vorrang völkerrechtlicher Vereinbarung und ich werde nur beschränkt steuerpflichtig sein mit meinen Einkünften in Deutschland?

Bleiben Sie gemeldet und haben Sie tatsächlich einen Wohnsitz in Deutschland inne, so kommt auch hier das DBA zum tragen. Ihr Ansässigkeitstaat wäre nach Art. 4 zu ermitteln. Dieser wird aller Voraussicht nach die Philippinen sein.

In diesem Falle wäre die Einkünfte aus Saisonarbeit nach Art. 15 Abs. 2 DBA in Deutschland zu versteuern.

3. Kann ich in Deutschland eine kurzfristige Beschäftigung nachgehen ohne in Deutschland gemeldet zu sein? Wenn ja, kann ich sozialversicherungsfrei diese Tätigkeit nachgehen?

Dies ist auf jeden Fall möglich. Sozialversicherungsfrei ist dies nur im Falle einer Entsendung durch eine philippinische Firma möglich. Arbeiten Sie einfach bei einem deutschen Arbeitgeber, so wäre dort auch alle Abgaben zu bezahlen.

4. Welches Vorgehen würden Sie mir konkret empfehlen um diese Tätigkeiten rechtlich und steuerlich optimal ausführen zu können?

Es ist hier wichtig keinen Wohnsitz zu begründen. Diesen können Sie dadurch vermeiden, dass Sie in wechselnden Hotels, Boarding Houses oder bei Freunden übernachten.

Die Einkünfte in Deutschland sind durch entsprechende Steuererklärung zu deklarieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

ANTWORT VON

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