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Beschneidung des Aufgaben- und Verantwortungsbereichs (schleichende Degradierung?)

| 23.01.2020 12:54 |
Preis: 55,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich benötige eine erste arbeitsrechtliche Einschätzung des folgenden Sachverhaltes:

Gemäß Arbeitsvertrag bin ich (49 Jahre) als "Bereichsleiter" in einem Unternehmen beschäftigt. Mein Aufgaben- und Verantwortungsbereich ist im Arbeitsvertrag nicht näher definiert, dieses geht jedoch aus dem Qualitätsmanagementhandbuch hervor, in dem mein Bereich und das Organigramm definiert ist.

In einem internen Treffen mit der Geschäftsführung und anderen Bereichsleitern wurde mir eröffnet, dass mein Bereich aufgeteilt und Teile meines bisherigen Aufgaben- und Verantwortungsbereichs durch einen anderen Bereichsleiter übernommen werden sollen. Der Hintergrund dieser "Umorganisation" wurde mir bisher nicht dargelegt, ob ich alternativ mit anderen Aufgaben betraut werden soll ist unklar. Ebenso ist unklar, ob es Unzufriedenheiten hinsichtlich meiner bisherigen Leistung gibt. Weder formell (Abmahnung etc.) noch informell wurde jemals in meine Richtung eine Unzufriedenheit geäußert.
Ich fühle mich weiterhin imstande die Leitung meines Bereichs in der bisherigen Form zu übernehmen, habe selbst nicht um die Aufteilung gebeten.

Nachdem ich meine Verwunderung darüber ausgedrück habe, dass ich zuvor nicht informiert wurde, wurde die Aufteilung meines Bereich bisher noch nicht vollzogen.

Ich habe um ein Gespräch mit der Geschäftsführung gebeten, um die offenen Fragen zu klären. Das Gespräch steht nun aus, es ist möglich, dass Fakten geschaffen werden und die Umorganisation vollzogen wird.

Mir stellen sich folgende arbeitsrechtliche Fragen:

1. Ich befürchte eine schleichende Degradierung bzw. Entleitung. Kann ich mich gegen die Aufteilung meines Verantwortungsbereichs wehren, oder obliegt es dem Unternehmen im Rahmen des Direktionsrechtes meinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich nach belieben zu definieren, wenn ich weiterhin die Position als "Bereichsleiter" inne habe? Das Extrem wäre ein Bereich mit mir alleine.

2. Ich befürchte, dass durch die Reduzierung meines Aufgaben- und Verantwortungsbereich eine Darstellung in einem Arbeitszeugnis schwierig wird. Habe ich ein Anrecht darauf, dass im Rahmen des Zeugnisses die Aufteilung des Bereiches so dargestellt wird, dass sich hieraus keine Unzufiredenheit in meine Richtung ableiten lässt?

3. Wie ist zu verfahren, sollte die Umorganisation ohne das Gespräch mit der Geschäftsführung verkündet werden?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie teilen mit, dass zu befürchten ist, dass ihr Aufgaben- und Verantwortungsbereich geändert, mithin geschmälert wird.


Arbeitsvertraglich sei Ihre Aufgabe nur als "Bereichsleiter" definiert.

Grundsätzlich muss das Aufgabengebiet eines Angestellten genau beschrieben werden; dies aber umso weniger, je höher die Verantwortung ist. Die Aufgebn eines Geschäftsführers. Personalchefs oder ähnlicher hohen Positionen sind nämlich schon an sich heraus, aus der Verkehrsanschlauung definiert.

Auch die Aufgaben eines Bereichsleiters können beurteilt werden, ohne dass diese explizit beschrieben sind.

Was jedoch wesentlich ist, ist, dass man Ihnen grds. auch andere, ihrer Qualifikation und dem Werdegang entsprechenden Aufgaben zuweisen kann (Direktionsrecht) - enthält Ihr Arbeitsvertrag diesbezüglich sogar eine ausdrückliche Regelung? (z.B." dem AN kann eine seinen Fähigkeiten entsprechende, andere Arbeit zugewiesne werden" o.ä.)

Ungeachtet dessen muss ihre kommende Beschäftigung gleichwertig sein.

Ihre Fragen dazu sind:

1. Ich befürchte eine schleichende Degradierung bzw. Entleitung. Kann ich mich gegen die Aufteilung meines Verantwortungsbereichs wehren, oder obliegt es dem Unternehmen im Rahmen des Direktionsrechtes meinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich nach belieben zu definieren, wenn ich weiterhin die Position als "Bereichsleiter" inne habe? Das Extrem wäre ein Bereich mit mir alleine.

Nein, eine beliebige Definition ist nicht zulässig. Ungeachtet dessenm ob Ihr AV die o.g. Regelung enthält, muss die Tätigkeit gleichwertig sein. Sie können sich aber wohl z.B. nicht gegen die Halbierung des Gebiets wenden. Sollte das gebiet aber z.B. nur noch 2 Mitarbeiter oder Kunden anstatt von vorher 50 umfassen, so wäre dies nicht mehr zulässig. Es wäre nicht mehr mit dem Grad an Verantwortung und Kenntnis verbunden, der von Ihnen arbeitsvertraglich verlangt ist und zu dessen Erbringung Sie sich verpflichtet haben. Da es keine gesetzliche Regelung gibt, muss jeder Fall leider einzeln entschieden und beurteilt werden.





2. Ich befürchte, dass durch die Reduzierung meines Aufgaben- und Verantwortungsbereich eine Darstellung in einem Arbeitszeugnis schwierig wird. Habe ich ein Anrecht darauf, dass im Rahmen des Zeugnisses die Aufteilung des Bereiches so dargestellt wird, dass sich hieraus keine Unzufriedenheit in meine Richtung ableiten lässt?

Ja, dies haben Sie. Dort könnte und sollte z.B. stehen, dass die Neustrukturierung oder Aufgabenbeschneideung in keinerlei Zusammenhang mit Ihren Leistungen steht.



3. Wie ist zu verfahren, sollte die Umorganisation ohne das Gespräch mit der Geschäftsführung verkündet werden?


Leider ist dies einzelfallabhängig. Schriftliche Gegendarstellung oder Einwände wären natürlich besser schon jetzt eingebracht, als nach einer gefallenen Entscheidung; dies insb., weil diese nicht immer revidiert werden kann. Sollte Ihr Aufgabenbereich unzulässig beschnitten sein, wäre zu beantragen, dass Ihnen die vertraglich zugesagte und aus betrieblicher Übung zugesicherte position wieder eingeräumt wird.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 23.01.2020 | 14:01

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"Sehr geehrter Herr Asthoff, vielen Dank für ihre Einschätzung. Sie haben meine Erwartung zu einer Erstbewertung des Sachverhaltes sehr gut erfüllt!"
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