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Beschädigung durch eigenen Hund am KFZ - muss die Kasko bezahlen?

27.08.2019 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Mein Hund war in meinem Auto durch die Leine befestigt. Er riss sich als ich einkaufen war von der Leine und beschädigte die Verkleidung an 3 Türen, den Parkassistent , sowie an einigen Sitzen durch Beißen und Kratzen .

Muss die Kaskoversicherung der DA direkt bezahlen?
Ich habe dort eine Teil- und Vollkaskoversicherung

Sehr geehrter Ratsuchender,

zur Beantwortung Ihrer Frage müssen Sie in die für SIe geltenden Versicherungsbedingungen sehen.

Ich ziehe - mangels anderer Angaben - die AKB der DA direkt (Stand 01.07.2019) heran.

A.2.1.1 Satz 1: "Versichert ist Ihr Fahrzeug gegen Beschädigung, Zerstörung [...] infolge eines Ereignisses nach A.2.2 ([...] Teilkasko) und A.2.3 ([...] Vollkasko)."

In der Teilkasko wird unter den Punkten A.2.2.1 bis A.2.2.7 aufgezählt, was versichert ist.. Zu denken wäre hier allenfalls an A.2.2.7 Tierbissschäden:

Abs. 1: "Versichert sind unmittelbar durch Tierbiss verursachte Schäden, insbesondere
an Kabeln, Schläuchen, Leitungen, Gummimanschetten und Dämmmatten des Fahrzeugs."

Abs. 2: "Nicht versichert sind durch Tierbiss verursachte Schäden im Fahrzeuginnenraum (z.B.
Fahrgast- und/oder Kofferraum) und an Stoffverdecken (z.B. bei Cabrios)."

> Kratzschäden sind nicht versichert, Bissschäden sind grundsätzlich versichert, aber nicht im Fahrzeuginneren.

Die Vollkaskoversicherung (A.2.3) sieht keine weitergehende Haftung vor.

> Die DA direkt muss den Schaden nicht übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 29.08.2019 | 13:17

Ich gehe davon aus dass melne Frage missverstanden wurde .

Das Auto war geparkt . Fenster waren offen sowie der Kofferraum aufgrund der Hitze ,sodass der Hund wenn er sich losreißt auch rausspringen kann .

Zusätzlich zu den Innenschäden sind zahlreiche Kratzer von außen

Die Versicherung lehnte mit der Begründung ab, da der Unfallbegriff nicht vorliegt da der Hund eingeschlossen war .

Daher sollte doch die Vollkasko bezahlen gerade weil er nicht eingeschlossen war oder ?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 29.08.2019 | 14:37

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Klarstellung.

Tierkratzschäden sind auch außen nicht versichert, allenfalls der "Zusammenstoß mit Tieren":

A.2.2.4: "Versichert ist der Zusammenstoß des sich in Bewegung befindlichen Fahrzeugs
mit Haarwild oder Federwild im Sinne von § 2 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes sowie mit
Rindern, Pferden, Schafen und Ziegen."

Hunde sind im Bundesjagdgesetz nicht genannt. Bereits deshalb muss die Versicherung nicht zahlen, aber auch weil sich das Fahrzeug ncht in Bewegung befunden hat.

Im erweiterten Schutz sind zwar Tiere aller Art eingeschlossen. Aber auch hier ist ein sich bewegendes Fahrzeug Voraussetzung (A.2.2.4.1).

Von der Vollkasko abgedeckt sind Schäden durch einen Unfall (A.2.3.2):

Abs. 1: "Versichert sind Schäden am Fahrzeug durch Unfall. Ein Unfall ist ein unmittelbar von außen plötzlich mit mechanischer Gewalt auf das Fahrzeug einwirkendes Ereignis."

Abs. 3: "Vorhersehbare Beschädigungen des Fahrzeugs, die üblicherweise im Rahmen der
bestimmungsgemäßen Verwendung des Fahrzeugs entstehen, gelten nicht als Unfallschaden."

Der Hund von drinnen ist tatsächlich kein von außen wirkendes Ereignis.

Der Schaden muss objektiv unerwartet und unvorhersehbar gewesen sein.
Bei Ihnen hat sich die Tiergefahr verwirklicht, für die der Halter einzustehen hat (§ 833 BGB).

Auch tue ich mich schwer, das Geschehen als Unfall anzusehen.

Anders wäre es möglicherweise, wenn der Hund außerhalb des Fahrzeugs angebunden gewesen wäre. Es macht leider einen Unterschied, ob sich der Hund im Fahrzeug oder außerhalb befunden hatte.

Man kann sicher auch anders argumentieren.

Wenden Sie sich doch an den Versicherungsombudsmann (https://www.versicherungsombudsmann.de). Die Eingabe dort kostet nichts und führt vielleicht zu einer Zahlung durch die Versicherung.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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