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Beschädigung der Mietsache durch Mieter


| 06.12.2010 08:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,
in unserem Mehrfamilienmietshaus wurden mir von einem Mieter innerhalb kürzester Zeit zwei Schäden telefonisch gemeldet: 1. defekte Gasheizungsrohre, aus denen Heizungswasser austritt; 2. ein defekter Duschablaufsyphon. Beide Schäden ließ ich unverzüglich durch eine Fachfirma reparieren. Der zuständige Monteur teilte mir im ersten Fall mit, dass der Wasseraustritt aus den Heizungsrohren eindeutig auf eine unsachgemäße Befestigung der Fußbodensockelleisten mit viel zu langen Nägeln bzw. Schrauben zurückzuführen seien. Diese wurden vom Mieter im Zuge von Renovierungsarbeiten angebracht. Im Zusammenhang mit dem beschädigten Duschsyphon deutete der Mitarbeiter der Fachfirma an, dass nicht auszuschließen ist, dass auch dieser durch eine nicht fachgerechte Montage der Fliesen um das Duschbecken (der Mieter verlegte zu dieser Zeit neue Fliesen im Bad) entstanden sein könnte.
Jedenfalls erklärte ich mich bereit, die Kosten für die Reparatur des Syphons aufgrund der unklaren Sachlage zu übernehmen. Die Kosten für die Instandsetzung der Heinzungsrohre stellte die Fachfirma dem Mieter direkt in Rechnung, da hier - wie erwähnt - kein Zweifel am Verschulden des Mieters besteht. Allerdings weigert sich der Mieter bis heute die Reparaturkosten in Höhe von rund 220€ zu übernehmen, woraufhin sich die Firma an uns als Vermieter gewandt hat. Dabei wird von seiner Seite nicht bestritten, dass er den Schaden tatsächlich verursacht hat. Dies hat er mir sogar schriftlich bestätigt. Von seiner Seite wird jedoch im Nachhinein behauptet - was von unserer Seite nicht bestritten wird - , dass er niemals eine Fachfirma beaufträgt hätte, sondern diese allein aufgrund unserer Anfrage tätig wurde. Weiter wird behauptet, er hätte durchaus einen "guten Bekannten", der sich mit Heizungsanlagen auskenne und die Reparatur für ein Taschengeld von 30€ - 50€ übernommen hätte, beauftragen können. Daher hätte der Vermieter die Kosten der Firma zu übernehmen.
Wir als Vermieter vertreten jedoch folgenden Standpunkt: 1. als uns der Schaden durch den Mieter gemeldet wurde, wurden wir nicht davon in Kenntnis gesetzt, dass auch "ein guter Bekannter" die Reparaturarbeiten hätte ausführen können; 2. selbst wenn uns dieser Vorschlag unterbreitet worden wäre, hätten wir ihn unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Bekannte lediglich Laie ist und bei der Reparatur von Gasheizungsrohren eine gewisse Vorsicht sowie entsprechende Fachkenntnisse erforderlich sind, um größere Schäden abzuwenden, mit Sicherheit abgelehnt. Damit ist für uns eindeutig, dass die Beauftragung einer Fachfirma angemessen war und die entsprechenden Kosten vom Mieter zu begleichen sind.

Wie ist diese Situation rechlich einzuschätzen und zu welchen Schritten würden Sie uns in diesem Falle raten?
Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre Argumentation ist absolut zutreffend, denn Sie müssen sich nicht auf eine Laienarbeit einlassen.

Wie Sie schon selbst ausgeführt haben, ist gerade im Bereich der Heizung eine fachgerechte Leistung zwingend notwendig, um die ordnungsgemäße Reparatur zu gewährleisten. Daher wäre es Ihnen sogar bei Kenntnis der Ausweichmöglichkeit gar nicht zuzumuten gewesen, Laienarbeit (und offenbar auch Schwarzarbeit) hinzunehmen.


Der Mieter hat daher die Kosten der Schadensbeseitigung letztendlich zu tragen. Ob die Höhe tatsächlich angemessen ist, lässt sich ohne genauere Prüfung nicht abschließend klären; allerdings bewegt sich der Betrag in einem nicht unüblichen Bereich.



Als Auftraggeber werden Sie die Kosten der Reparaturfirma aber zunächst selbst zu tragen haben, da nur insoweit ein Vertragsverhältnis besteht.

Der Ihnen dann zustehende Kostenerstattungsanspruch gegen den Mieter müssten Sie dann bei Zahlungsverweigerung notfalls gerichtlich geltend machen. Fordern Sie den Mieter schriftlich mit einer Frist von 14 Tagen zur Zahlung auf; danach sollte dann der Anspruch eingeklagt werden.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle
Bewertung des Fragestellers 08.12.2010 | 11:54


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