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Beschädigte Trittschalldämmung

31.01.2011 03:16 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Beschädigte Trittschalldämmung
Sehr geehrte Experten,
Beim Umbau der über meiner Wohnung liegenden, meiner Schwester gehörenden Eigentumswohnung sind erhebliche Mängel beim Trittschallschutz entstanden.
Umbau heißt in meinem Fall:
Das ursprüngliche Elternhaus (Einfamilienhaus) wurde in vier eigenständige Wohnungen umgebaut.
(Alle Wohnungen gehören Eltern u. Geschwister)
Ursprüngliches Baujahr 1966, neue Baugenehmigung zum Umbau und Aufstockung im Juli 1991 (Bauherr für das gesamte Projekt mein Bruder).
In den Original-Estrich (v. 1966) incl. Trittschalldämmung aus 2-lagigen Styroporplatten, wurden etliche Meter schaumstoffumhüllte Heizungsrohre von meinem Bruder eingelegt.
Die Estricharbeiten wurden von einer, durch meinen Bruder beauftragten Fachfirma ausgeführt (Rechnung vom 21.12.1995).
Die offenen Schlitze wurden anschließend von dieser Firma "zugespachtelt" ohne jegliche Dämmungsarbeiten.
(Auf mündlich geäußerten Wunsch des Bauherren, also meines Bruders)
So entstand neben diesen Rohren eine direkte Verbindung von der Bodenplatte zum Bodenbelag.
Also eine großflächige Schallbrücke
Im dem Genehmigungsbescheid vom 26.07.1991 steht: Das Bauwerk muss die Mindestanforderungen (Schallschutz im Hochbau) gemäß DIN 4109 erfüllen.
Die Wohnung über mir wurde ca. 1997 weitestgehend fertig gestellt, meine Wohnung im Juli 2000 dem Finanzamt als Bezugsfertig erklärt.
Auf Grund einer Änderung der Verjährungsfristen ab 2005 konnte ich noch am 30.12.2004 einen vertraglichen, gegenseitigen Verzicht auf Einrede der Verjährung in Bezug auf Baumängel erwirken (Gültigkeitsdauer bis Ende 2014).
Wir hatten zusätzlich noch mündlich vereinbart, dass bei nächster "Gelegenheit" das Problem gelöst wird, weil in naher Zukunft die Wohnung nochmal renoviert werden sollte.
2007 od. 2008 wurde die Wohnung wieder umgebaut.
Es wurde eine Wand, der Bodenbelag u. ein kleiner Teil des Estrichs (~ 1m²) erneut entfernt.
Meine Bitte den restlichen Estrich (~ 25-30m²) wegen der Trittschallprobleme ebenfalls zu ersetzen wurde abgelehnt.
Der entfernte Fliesenboden wurde dabei durch Dielen-Parkett ersetzt, nicht schwimmend sondern direkt m. dem Estrich verklebt.
Dadurch hat sich das Problem nach meinem Empfinden noch vergrößert.
Abgeschlossen sind die letzten Bauarbeiten am ganzen Gebäude bis heute nicht (z.B. Außenputz) - Eine Bauabnahme gab es seltsamer Weise auch nie.
• Wie kann ich erreichen, dass Mißstand beseitigt wird, denn die Problem verursachende Wohnung soll nun verkauft oder vermietet werden? (Ein Teppichboden als Lösungsvorschlag meinerseits, wurde auch abgelehnt).
• Muss ich trotz unserer Vereinbarung „des Verzichts auf Einrede der Verjährung" eine solche befürchten?
• Nach meinen Recherchen hätte der alte Estrich komplett entfernt werden müssen um die DIN 4109 zu erfüllen. Stattdessen wurde der vorgefundene Standard von 1966 zerstört. Welchen Standard kann ich aus juristischer Sicht einfordern?
• Muss als Beweis des Mangels ein Gutachten erstellt werden, könnte evtl. die Bezeugung der Mängel durch meinen Bruder diese Kosten verhindern?
• Bin ich bei meiner Schwester überhaupt an der richtigen Adresse, oder hat dies der damalige Bauherr (mein Bruder) zu vertreten, bzw. die Eigentümergemeinschaft?

Eine außergerichtliche Lösung des Problems wäre mir natürlich trotzdem noch am liebsten, ich bin aber mit meinem Latein am Ende.
Herzlichen Dank!

Sehr geehrter Ratsuchender,


nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung werden Sie letztlich nur mit schriftlicher Aufforderung auf Einhaltung der DIN und mit Klage zum Ziel kommen, wenn die Gegenseite sich zu Umbaumaßnahmen weigert. Dabei sollte in Anbetracht der notwendigen Maßnahmen eine Frist von vier Wochen gewährt werden.


Sofern der Verzicht auf die Einrede der Verjährung nachweisbar ist, werden Sie diesbezüglich nichts zu befürchten haben; gelingt hingegen dieser Nachweis nicht, müssten Sie in der Tat mit der Einrede der Verjährung rechnen.


Entscheidend ist die DIN 4109. Diese war Grundlage der Umbaumaßnahmen, die die Störungen hervorgerufen haben.


Ein Gutachten ist nur dann notwendig, wenn die Gegenseite diesen Mangel bestreiten. Sollte dieses nicht der Fall sein, bedarf es keines Gutachtens.


Der jetzige Wohnungseigentümer wäre der richtige Ansprechspartner; dieses dürfte nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung Ihre Schwester sein.


Dieser sollten Sie nun, wie eingangs aufgeführt, schriftlich eine Frist von vier Wochen zur Herstellung des Schallschutzes nach DIN 4109 setzen. Läuft die Frist ab, sollten Sie einen Rechtsanwalt zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche beauftragen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 02.02.2011 | 00:55

Sehr geehrter Herr Bohle,

zuerst herzlichen Dank für ihre sehr schnelle u. auch gut verständliche Antwort. Trotzdem bitte ich Sie um eine noch kleine Hilfestellung.

• Ich habe Sie so verstanden, dass ich Anspruch auf Einhaltung der DIN 4109 hatte bzw. habe u. der Umbau auch jetzt nach der heutigen, ggf. auch aktualisierten Norm durchgeführt werden müsste?
Ist - wenn es ein Gutachten erfordern sollte, der fehlerhafte Estrich-zustand also die Bodenprobe entscheidend, oder die gemessenen Schalldämpfungswerte?
Ich hatte nämlich die Decke in meiner Wohnung damals wegen der Problematik sehr aufwendig schalltechnisch gedämmt.
Nur mal theoretisch - was wäre wenn hierdurch die dB-Grenzwerte gerade so eingehalten würden, obwohl der eigentliche Mangel, also die Bodenprobe die unsachgemäße Herstellung des Estrich-Aufbaus zweifelsfrei beweist?

Nochmal vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.02.2011 | 08:16

Sehr geehrter Ratsuchender,


ganz so ist es nicht, daher nochmals zur Verdeutlichung:


Der Schwester trifft grundsätzlich keine Pflicht zu Modernisierungen bzw. Verbesserung des Schallschutzes (BGH, Urt.v. 06.10.2004, Az.: VIII ZR 355/03).

Wenn aber Ihre Schwester nun selbst bauliche Veränderungen vornimmt, die zu Lärmimmissionen führen, können Sie verlangen, dass Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden, die den Anforderungen der ZUR ZEIT DES UMBAUES GELTENDEN DIN-Normen entsprechen. In jedem Fall sind also die Werte der DIN 4109 einzuhalten, d.h. die Grenzwerte des Normwertes von 53 dB dürfen nicht überschritten werden.


Dabei ist allein dieser Wert, der in Ihrer Wohnung dann zu messen ist, entscheidend, also der gemessene Grenzwert.


Wird dieser Grenzwert nicht überschritten, werden Sie nichts machen müssen, da Sie keinen Anspruch auf völlige Ruhe in einem Mehrfamilienhaus haben; der Anspruch geht "lediglich" auf Einhaltung der Grenzwerte; allles andere gilt als "hinnehmbare soziale Geräusche".


Es würde also auf die eigentliche Ursache nicht mehr ankommen, wenn keine Überschreitung vorliegt, auch wenn es sicherlich real zur Beeinträchtigung führt. Diese formale Hürde muss also vorab bewältigt werden.


Ich hoffe, dieses ist nun deutlicher geworden; sollten noch weitere Rückfragen bestehen, können sie mich gerne kontaktieren.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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