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Beschädigte DHL Lieferung


01.09.2006 23:46 |
Preis: ***,00 € |

Transportrecht, Speditionsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Kugler



Ich habe ein bestelltes und bezahltes Buch (Atlas) per DHL bekommen und die haben es beim Nachbarn abgeliefert. Als ich es dort abholte, war eindeutig zu erkennen, dass die äussere Verpackung sowie der Artikel beschädigt waren. Ich habe von DHL Schadensersatz gefordert. Die weigern sich jedoch und sagen, der Versender hätte die Sendung nicht versichert und deshalb würden sie nicht zahlen. Nun möchte ich jedoch Beschwerde bei DHL einlegen, weil DHL mir das Annahmeverweigerungsrecht genommen hat, indem sie die Lieferung beim Nachbarn abgegeben haben. Man kann ja im Nachhinein nicht mehr feststellen, ob der Nachbar den Schaden verursacht hat, oder ob es beim Transport passiert ist. Ausserdem hätte ich eine so kaputte Sendung gar nicht erst angenommen und dann wäre diese kostenfrei zurückgeschickt worden. Die kostenfreie Rücksendung ist nun nicht mehr möglich, das Recht hat mir DHL genommen. Der Verkäufer/Versender ist zwar bereit, den vollen Betrag zu erstatten, aber nur dann, wenn ich das Buch auf eigene Kosten zurückschicke (5kg schwer und ins Ausland zu schicken, kostet ein Vermögen, fast so viel wie das Buch). Habe ich eine rechtliche Handhabe wegen Schadensersatz gegen DHL? Oder kann ich DHL wenigstens zwingen, das Buch kostenfrei zurückzuschicken?
Sehr geehrte(r) Ratuschende(r),

ich möchte Ihre Frage auf der Grundlage Ihres geschilderten Sachverhalts wie folgt kurz beantworten:

Das Problem dürfte hier in der Beweislage liegen. Denn scheinbar ist nicht mehr nachvollziehbar, wer die Beschädigung der Ware verursacht hat.

Der Versender dürfte allerdings auszuschließen sein, weil davon auszugehen ist, dass der Frachtführer (DHL) die Ware nicht angenommen hätte, wenn sie bereits beschädigt gewesen wäre bzw. sich dieses zumindest von dem Versender hätte bestätigen lassen.

Somit dürfte der Versender bereits auszuschließen sein. Meines Erachtens erscheint es mir auch seltsam, dass Ihr Nachbar die Ware beschädigt haben sollte. Dies dürften Sie aber durch in Augenscheinnahme der Art der Beschädigungen besser beurteilen können. Mit anderen Worten, haben Sie das Gefühl, dass es sich um Beschädigungen handelt, die typischerweise beim Transport entstehen?

Selbst wenn man zu dem Ergebnis kommt, Ihr Nachbar hat möglicherweise die Ware beschädigt. Erscheint es äußerst fraglich, ob der Frachtführer (DHL) mit der Abgabe der Ware bei Ihrem Nachbar seine Transportpflichten aus dem Frachtvertrag erfüllt hat. Denn Empfänger der Ware sind Sie und nicht Ihr Nachbar. Der Frachtführer hat sich aber vertraglich verpflichtet das Transportgut vom Absender zum vertraglich vereinbarten Empfänger zu transportieren. Als Sie die Ware erhalten haben, war diese beschädigt.

Sie haben somit einen gesetzlichen Anspruch auf Schadensersatz gegen DHL und zwar gegen DHL direkt, obwohl Sie nicht Vertragspartner von DHL sind (Auftraggeber ist der Absender), aus § 421 I S.2, 425 HBG.

Sie sollten nunmehr erneut den Schaden bei DHL anmelden und DHL unter Hinweis auf die Schadensersatzpflicht (evtl. die obigen Ausführungen in eigenen Worten vortragen) eine Frist zur Zahlung setzen.

Die Länge einer solchen Frist ist nicht geregelt. Laut Gesetz muss sie allenfalls angemessen sein, also so lange, daß der durchschnittliche Empfänger der Fristsetzung bei gewöhnlichem Verlauf der Dinge in der Lage ist, die geforderte Handlung innerhalb der Frist durchzuführen.

Für eine Zahlung ist daher im Regelfall eine Frist von 1-2 Wochen als angemessen anzusehen.

Desweiteren sollten Sie gegenüber DHL ankündigen, daß Sie nach Ablauf der von Ihnen gesetzten Frist rechtliche Schritte in die Wege leiten werden (Klage oder Mahnbescheid).

Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage zufrieden stellend beantworten. Falls Sie noch eine Rückfrage haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Sascha Kugler
Rechtsanwalt

Zum Abschluß möchte ich noch auf Folgendes ausdrücklich hinweisen:

Diese Auskunft umfasst die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind.
Insbesondere bezieht sich diese Auskunft lediglich auf die Informationen, die mir Rahmen der Sachverahltsschilderung zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine umfassende verbindliche Beratung unerlässlich. Deshalb weise ich ausdrücklich daraufhin, dass diese Leistung nicht im Rahmen der Online-Beratung erbracht werden kann.



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