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Berufsjahre bei Höhergruppierung im Tarifvertrag


| 10.09.2007 11:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Ich hatte bei meiner Einstellung im Unternehmen bereits 10 Berufsjahre. Aufgrunddessen und meiner Tätigkeitsmerkmale wurde ich in Gruppe III ab 9. Berufsjahr eingestuft.
Nach nun 5-jähriger Tätigkeit haben sich meine persönlichen Fähigkeiten ergänzt durch Berufserfahrung. Der Arbeitgeber stellt mir eine Höhergruppierung in Gruppe IV in Aussicht. Jedoch soll die Einstufung in die höhere Tarifgruppe "bis 5. Berufsjahr" erfolgen. Also nicht, wie ich dachte, mit meiner mehr als 10-jähriger Berufserfahrung, "ab dem 10. Berufsjahr". Ist dies korrekt?
Es handelt sich um den Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

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Sehr geehrter Fragesteller,

da mir der aktuelle Tarifvertrag der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft nicht vorliegt, nicht innerhalb der hier vorgegebenen Zeit "organisiert" werden kann und darüber hinaus in Rahmen einer Erstberatung nicht vollständig geprüft werden kann, kann Ihre Frage nur allgemein beantwortet werden.

Grundsätzlich gehören zu den Berufsjahren, die Jahre die man in dem Beruf, außerhalb des Ausbildung, gearbeitet hat. Dies gilt unabhängig davon, in welchen Unternehmen die Berufsjahre absolviert worden sind. In Ihrem Falle also insgesamt 15 Jahre.

Allerdings werden Berufsjahre, die als Grundlage für die Eingruppierung in Lohngruppen verwandt werden, in Tarifverträgen häufig als die Jahre definiert, die der Arbeitnehmer in dem aktuellen Unternehmen tätig war. Somit käme, bei entsprechender Klausel Im Tarifvertrag/Arbeitsvertrag, eine Eingruppierung "bis 5. Berufsjahr" in Betracht.

Daher ist die Prüfung des aktuellen Tarifvertrages der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft für die Beantwortung Ihrer Frage unumgänglich. Sie selbst können diesen Tarifvertrag bei Ihrem Arbeitgeber gem. § 8 TVG (Tarifvertragsgesetz) einsehen.

Sollte eine entsprechende oder ähnliche Klausel Bestandteil des Tarifvertrages sein, kann ich Ihnen diese im Rahmen der Nachfragefunktion gerne erläutern.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2007 | 15:48

Sehr geehrter Herr Bordasch,

vielen Dank für Ihre Antwort. Hier noch eine Nachfrage:

Die Begründung der Berufsjahre ziehlt in meinem Fall nicht auf die Zeit der Tätigkeit im Betrieb ab, sondern vielmehr ob die Einordnung in die höhere Berufsgruppe einen Neubeginn der Berechnung der Berufsjahre rechtfertigt. Sozusagen, weil ich in eine höhere Gruppe komme, führe ich einen anderen Beruf aus, deshalb beginnen die Berufsjahre neu zu zählen. Darf das so gewertet werden?
Im Tarifvertrag ist über eine dauerhafte Höhergruppierung explizit nichts geregelt.

Besten Dank für Ihre weitere Bearbeitung.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.09.2007 | 08:59

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich sind Berufsjahre, die Jahre die man in dem Beruf gearbeitet hat.

Wenn Sie in ene neue, höhere Berufsgruppe eingruppiert werden sollen, ändert dies zunächst nichts an der Zahl Ihrer Berufsjahre.

Allerdings müssen hinsichtlich eines "Anspruchs" auf Eingruppierung aufgrund von Berufsjahren 3 Varianten unterschieden werden:

1.
Sie haben einen tariflichen oder arbeitsvertraglichen Anspruch auf Höhergruppierung.
Dann sind Ihre Berufsjahre voll anzurechnen, soweit sich aus dem Tarif- oder Arbeitsvertrag etwas anderes ergibt.

2.
Sie haben keinen tariflichen oder arbeitsvertraglichen Anspruch auf Höhergruppierung, d.h. der Arbeitgeber macht Ihnen freiwillig ein Angebot zur Arbeitsvertragsänderung hinsichtlich der Höhergruppierung.
Dann haben Sie grundsätzlich keinen Anspruch auf die Anrechnung Ihrer Berufsjahre, da Sie der Arbeitsvertragsänderung zu den angebotenen Konditionen zugestimmt haben. Anders könnte es nur sein, wenn bei Ihrem Arbeitgeber alle anderen Arbeitnehmer in einer vergleichbaren Konstellation ihre Berufsjahre voll angerechnet bekommen haben und es keinen sachlichen Grund für die Ungleichbehandlung gibt.

3.
Unabhängig von 1. oder 2.: Wenn mit der Höhergruppierung eine Änderung Ihrer Arbeitsaufgaben verbunden ist, d.h. Ihre bisherigen Berufsjahre sind mit den nun folgenden nicht vergleichbar.
Dann beginen Ihre Berufsjahre von neuem, da Ihre Berufserfahrung nur zu einem (möglicherweise) geringen Teil bei Ihren neuen Arbeitsaufgaben hilft.

Ich empfehle Ihnen einen Rechtsanwaltskollegen Ihrer Wahl mit der Prüfung Ihres Arbeitsvertrages / Tarifvertrages im Rahmen einer Mandatierung zu beauftragen, um Ihre Ansprüche aufgrund Ihrer konkreten Situation prüfen zu können.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
- Rechtsanwalt -

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