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05.02.2015 12:16 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: Bei gemeinsamer elterlicher Sorge muss der andere Elternteil einem Umzug des Kindes zustimmen. Kann keine Einigung erzielt werden, sollte eine gerichtliche Entscheidung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht herbeigeführt werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Mein Mann und ich sind im Trennungsjahr. Wir haben einen gemeinsamen fast 3 jährigen Sohn. Jedes zweite Wochenende holt er ihn von Freitag bis Montag zu sich und seiner neuen Lebensgefährtin. Leider lässt er ihn dort wiederholt bei ihr allein, um feiern/trinken zu gehen. Mein Sohn leidet auch schon ein wenig darunter. Auch ist die Beziehung der beiden nicht gefestigt und sie sind alle 3-5 Wochen getrennt, was auch den Umgang mit unserem Sohn unstet macht. Denn wärend der Trennnungen, "wohnt" mein Mann wieder in seinem Elternhaus. Was ich sagen will ist, mein Kind hat alle 3 Wochen n anderen Schlaf- und Wohnplatz und Bezugsperson. Ich bin damit recht unzufrieden, kann aber ja nichts dagegen tun, da wir uns ja das Sorgerecht teilen.

Nun möchte ich berufsbedigt nach Berlin umziehen. Ich könnte in meine alte Praxis zurück für mehr Stunden/Woche und für wesentlich mehr Geld arbeiten. In meinem jetzigen Job verdiene ich so wenig, das es gerade so ( eigentlich gar nicht) reicht. Meine finanziellen Sorgen wären damit erledigt. Ein soziales Umfeld hätte ich in Berlin auch.

Da der Vater meines Kindes ja aller Vorraussicht nach auf lange Sicht gesehen bald 2 Kinder an den Wochenenden zu betreuen hat ( denn er wird im Herbst Vater von seiner neuen Lebensgefährtin ), er aber jedes 2. Wochenende auch noch arbeiten muss, sieht er mein Kind ja soweiso nur alle 4 Wochen. Diese wäre ich natürlich und selbstverständlich auch bereit, nach Rostock zurück zu fahren, damit er seinen Sohn sehen kann.

Er verbietet mir, das Kind mit nach Berlin zu nehmen. Allein könnte ich natürlich gehen.

Nun höre ich immer wieder, das ich doch einfach gehen soll. Ich sehe da aber ein paar rechtliche Folgen auf mich zu kommen, falls ich diesen Schritt gehen sollte.

Was können Sie mir dazu raten?

Sehr geehrte Fragestellerin,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Wenn Sie das gemeinsame Sorgerecht mit dem Vater haben, müssen beide Elternteile gemeinsam über einen Umzug des Kindes entscheiden. Sie sollten noch einmal, ggf. unter Einschaltung des Jugendamtes, das Eltern in der Trennungssituation berät, das Gespräch mit ihm suchen und ihn bitten, dem Umzug des Kindes zuzustimmen. Sie können hier einen großzügigen Umgang für den Vater, ggf. auch eine Beteiligung an den Fahrten für den Umgang, anbieten, um ihm die Entscheidung zu erleichtern.

Sollte das nichts bringen, bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, eine gerichtliche Entscheidung über das Aufenthaltsbestimmungsrecht herbeizuführen. Wenn der geplante Umzug zeitnah geplant ist, kann ein solcher Antrag auch im Wege des einstweiligen Rechtsschutzes gestellt werden.

Auch wenn nicht sicher vorherzusehen ist, wie das Gericht entscheidet: Sie sind offenbar die Hauptbezugsperson und im Hinblick auf die Arbeitszeiten auch in der Lage, eine angemessene Betreuung zu gewährleisten. Der Kontakt zum Vater beschränkt sich bereits jetzt auf die klassischen Wochenenden und soll so ähnlich auch fortgeführt werden. Ihr Kind ist noch so klein, dass der Wechsel des sozialen Umfeldes keine große Rolle spielt; die Bindung an den betreuenden Elternteil ist deutlich wichtiger. Sie haben damit gute Chancen, das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu erhalten.

Wenn Sie gegen den Willen des Vaters und ohne eine gerichtliche Entscheidung mit dem Kind umziehen, wird der Vater möglicherweise selber das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragen. In vielen Fällen halten Richter einen Elternteil, der eigenmächtig mit dem Kind umzieht, für nicht absprachefähig bzw. nicht ausreichend rücksichtsvoll. Ihr Stand in einem solchen Verfahren wird ungleich schwerer sein, als wenn Sie von sich aus eine richterliche Entscheidung herbeiführen.

Ich kann Ihnen deshalb nicht empfehlen, ohne Zustimmung des Vaters mit Ihrem Sohn einfach umzuziehen. Lassen Sie das Aufenthaltsbestimmungsrecht auf sich übertragen, wenn der Vater nicht einlenkt.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen


Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

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