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Berufs/Erwerbsunfähig durch Unfall verursacht durch Dritten / Ansprüche


28.11.2007 15:15 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz



Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Vermeidung von Überversicherung bei der privaten Unfall- und Berufsunfähigkeitsversicherung bitte ich Sie um eine allgemeine Aufklärung bzgl. folgendem Sachverhalt:

Als Familienvater von 2 Kindern und Alleinverdiener in der Ehe werde ich im Alter von 40 Jahren (geb. 1969) durch einen Unfall, verursacht durch einen Dritten, berufs- bzw. erwerbsunfähig.

Welchen Schadensersatzanspruch habe ich dann bzgl. meiner Einkünfte und der Sicherung meiner Familie an den Verursacher (oder dessen Haftpflicht-Versicherung) bzw. gibt es dort Richtwerte, z.B. x% vom letzten Bruttogehalt als dauerhafte BU-Rente oder muss man seine Einkünfte durch entsprechend hohe Unfall- und BU-Versicherungen selber abdecken, damit die Familie für solche Fälle weiter unterhalten werden kann?

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

MfG

Ihr Ratsuchender

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Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst einmal möchte ich meine Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass Sie nicht wirklich in zwei Jahren verunfallen und anschließend berufsunfähig sind. Insoweit wünsche ich Ihnen das Beste für die Zukunft.

Ihre Frage möchte ich im Rahmen einer allgemeinen Orientierung folgendermaßen beantworten:

Grundsätzlich muss der potentielle Drittschädiger, also derjenige, der Ihnen einen Schaden zufügt, für den verursachten Schaden voll haften. Dies bedeutet, dass er Sie so stellen muss, wie Sie stehen würden, wenn die Schädigung nicht verursacht worden wäre.

Um die Sache nicht unnötig zu komplizieren, nehme ich bei meiner Betrachtung einmal die Besonderheiten im Recht der gesetzlichen Unfallversicherung heraus und gehe von einer Schädigung außerhalb des eigentlichen Arbeitsbereiches aus.

Wenn Sie also – nehmen wir mal an – durch einen durch einen Anderen fahrlässig verursachten Unfall, beispielsweise durch einen Hammer, den ein anderer Heimwerker nicht richtig handhabt und Sie deswegen schwere Hirnverletzungen erleiden, so geschädigt werden, dass Sie ihrer Erwerbstätigkeit nicht mehr nachkommen können, so umfasst der Schadenersatzanspruch auch eine Rente im Umfang eines hochgerechneten zukünftigen Erwerbseinkommens sowie den Ausgleich für mögliche Einbußen bei der Altersrente.

Hiervon ist allerdings dasjenige abzuziehen, was Sie selber von anderen Leistungsträgern, wie Rententräger, Krankenkasse, Unfallversicherung, BU - Versicherung etc. erhalten. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Schädiger dann fein raus ist und einfach weniger zu zahlen hat – die diversen Leistungsträger werden nämlich dann versuchen, sich dies von dem Schädiger zurückzuholen.

Wie unschwer erkennbar ist, stehen hier Summen in Rede, die kein Normalbürger aufbringen kann. Deswegen verbleibt Ihnen zwar aus praktischer Sicht ein schöner Schadenersatzanspruch gegen den Schädiger – nur ist der wenig hilfreich, wenn der Schädiger das gar nicht leisten kann. Wenn dieser seinerseits entsprechend versichert ist, dann ist das gut aber verlassen kann man sich darauf auch nicht.

Es ist also empfehlenswert – insbesondere, wenn man Familie hat – sich selber für diese Eventualitäten entsprechend abzusichern. Im Wesentlichen bedeutet das den Abschluss einer Unfallversicherung verbunden mit einer BU – Versicherung. Viele Versicherer bieten das so als Komplettpaket an. Der Nachteil ist allerdings dann, dass diese BU – Versicherung nur leistet, wenn die BU aus einem Unfall heraus entstanden ist. Für die Absicherung der Berufsunfähigkeit aus anderen Gründen muss man daher eine eigene BU – Versicherung abschließen.

Die Leistungen aus einer BU – Versicherung richtet sich in den allermeisten Fällen nicht nach der Höhe des letzten Gehaltes, sondern es sind feste Leistungssätze als Rente vertraglich vereinbart. Es gibt zwar auch Versicherungsmodelle, bei denen das Gehalt als Grundlage genommen wird – die sind aber auch im Verhältnis sehr teuer. Gleiches gilt für eine Versicherung, deren Versicherungssumme (Rente) so hoch gestaltet ist, wie das derzeitige Gehalt – die sind auch nicht gerade billig. Sie sollten also eine vernünftige Mischabwägung zwischen Beitragshöhe und Versicherungssumme vornehmen. Bei einer Unfallversicherung sollten Sie darauf achten, dass auch ein Familienschutz dahingehend eingebaut ist, dass die Versicherung einem durch Sie zu bestimmenden Familienmitglied (Begünstigter) für den Fall des Unfalltodes eine bestimmte Abfindungszahlung zahlt (ähnlich, wie bei einer Risikolebensversicherung).

Bei einer vernünftigen Vergleichsrechnung zwischen Beitragshöhe und Versicherungsleistung wird es Ihnen nie ganz gelingen, den derzeitigen Standard zu versichern – das würde einfach zu teuer und man darf ja auch nicht vergessen, dass man eine derartige Versicherung eigentlich dafür abschließt, sie nach Möglichkeit niemals in Anspruch zu nehmen. Hierfür bieten übrigens die meisten Versicherer entsprechende Beitragserstattungen an. Wichtig ist auch noch, dass die jeweilige Versicherung über eine entsprechende Regelung über die Beitragszahlung für den Fall einer Arbeitslosigkeit verfügt. Auch hier werden die verschiedensten Modelle angeboten.

Welche Versicherungen hier jetzt die Günstigsten sind, kann und darf ich Ihnen allerdings nicht sagen. Hierzu sollten Sie dann einen Versicherungsmakler Ihres Vertrauens zu Rate ziehen.

Noch ein Wort zum Schluss: für den hoffentlich nicht eintretenden Fall, dass zwar der Versicherungsfall eingetreten ist, der Versicherer aber aus irgendeinem Grund nicht leisten will oder plötzlich Ihre gesamte Krankheitsgeschichte erfahren und eine pauschale Schweigepflichtentbindung sämtlicher Ärzte und Krankenhäuser einfordert – suchen Sie bitte umgehend einen Anwalt auf.

Ich hoffe, Ihnen hier zunächst einmal geholfen zu haben und verbleibe


mit freundlichen Grüßen,

P. Stühler-Walter
Rechtsanwalt, Bonn
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