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Berücksichtigung des Wohnwertes beim Kindesunterhalt

| 10.02.2009 11:10 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine 19-jährige Tochter wohnt in Hamburg und absolviert derzeit diverse Praktika die zur Zulassung zu einem Studium Voraussetzung sind. Bisher habe ich ihren Unterhalt in Höhe von 640€ alleine bestritten. Meine geschiedene Frau hat im Gegenzug den Natural- und Barunterhalt für unseren 17-jährigen Sohn aufgebracht. Nun verlangt meine geschiedene Frau, daß der Unterhalt für unsere gemeinsamen Kinder neu geregelt wird: ich soll den Barunterhalt für unseren bei ihr lebenden Sohn aufbringen, sie beteiligt sich am Unterhalt für unsere Tochter.

Im Zusammenhang mit der Berechnung, wie der Unterhalt für unsere Tochter zwischen meiner geschiedenen Frau und mir aufzuteilen ist, habe ich nun folgende Fragen:

Meine Frau hat im vergangenen Jahr eine 4-Zimmer-Wohnung als alleinige Eigentümerin erworben, die sie nun auch selbst zusammen mit unserem Sohn bewohnt. Ich gehe davon aus, daß sie die Wohnung teilweise finanzieren musste. Kann der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen bei der Berechnung ihres Anteils am Unterhalt unserer Tochter in Ansatz gebracht werden?

Bitte nennen Sie auch die Rechtsgrundlagen, egal ob Sie die vorgenannte Fragen bejahen oder verneinen?

Folgende Frage nur beantworten wenn der Wohnwert bei der Berechnung einbezogen werden kann. Welche Kosten sind in diesem Zusammenhang einzubeziehen und welche nicht?

Nach meinen Informationen wären u.a. zu berücksichtigen:

- Zinsen (vom Wohnwert abziehen)
- 20% des Barunterhalts für meinen Sohn (zum Wohnwert addieren)
- verbrauchsunabhäniger Anteil des Hausgeldes (vom Wohnwert abziehen)

Nicht zu berücksichtigen wären

- Tilgung
- verbrauchsabhängiger Teil des Hausgeldes

Bitte bestätigen und ergänzen Sie die vorgenannte Liste.

Mit freundlichen Grüßen
10.02.2009 | 13:58

Antwort

von


(386)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
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Sehr geehrter Ratsuchender!

Vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte.

1. Der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen wird grds. als einkommenserhöhend bei der Berechnung von Volljährigenunterhalt behandelt.
Das bedeutet, der Wohnwert entspricht der zu erzielenden Miete und wird zum Einkommen hinzugerechnet.
Entnehmen können Sie dies unter anderem den unterhaltsrechtlichen Leitlinien des jeweils zuständigen Oberlandesgerichts.



2. Bei der Einkommensberechnung zu berücksichtigen sind insbesondere hinsichtlich des Wohnvorteils:

- Zinsen für den Immobilienkredit in voller Höhe (vgl. BGH, FamRZ 2007,879,880);

- ein Teil der Tilgungsraten ausnahmsweise dann, wenn der Kauf der eigenen Immobilie als zusätzliche Altersvorsorge für Ihre geschiedene Frau behandelt werden kann; sodann wären diese Ausgaben bis zu einem Betrag in Höhe von 4% des Bruttoeinkommens abziehbar( BGH FamRZ 2005,1817); hier wäre jedoch gesondert zu prüfen, ob diese Abzüge hier geltend gemacht werden können;

- 20% Erhöhung des Wohnwertes durch Zahlung von Kindesunterhalt an den im Haushalt der Mutter lebenden Sohn (vgl. OLG München 12 UF 1218/ 97).

- Verbrauchsunabhängiger Teil des Hausgeldes (BGH, FamRZ 2007, 879ff.)



3. Nicht zu berücksichtigen sind:

- die Tilgungsraten bzw. evtl. ein Großteil der Tilgungsraten (vgl. oben)

- verbrauchsabhängiger Teil des Hausgeldes


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 10.02.2009 | 19:52

Sehr geehrte Frau Türk,

vielen Dank für Ihre umfassenden Auskünfte. Um Mißverständnisse zu vermeiden füge ich der Darstellung des Sachverhaltes noch folgende Information hinzu:

Unsere Ehe wurde 2002 geschieden. Meine geschiedene Frau hat die Eigentumswohnung 2008 erworben, also nicht während der Ehe oder während der Trennungszeit bis zum Scheidungsantrag.

Gelten Ihre Ausführungen auch unter diesen Voraussetzungen?

Das Kindergeld für meinen Sohn erhält meine geschiedene Frau. Wird bei der Anrechnung eines 20%igen Anteils meines Barunterhalts für meinen Sohn auf den Wohnwert das hälftige Kindergeld mit einbezogen oder ist nur der Betrag, den ich tatsächlich überweise, maßgebend?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.02.2009 | 10:53

Sehr geehrter Ratsuchender!

Die von mir gemachten Ausführungen gelten für den Fall nach Scheidung der Ehe.

Das Kindergeld spielt bei der Errechnung des Wohnwertes insofern eine Rolle, als das hälftige Kindergeld auf Ihre Unterhaltsverpflichtung angerechnet werden könnte.

Mit freundlichem Gruß,

Türk
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 11.02.2009 | 18:05

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 11.02.2009
4,4/5,0

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ANTWORT VON

(386)

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Familienrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, Reiserecht