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Berliner Testament eventuelle Neuheirat

15.07.2011 20:59 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Meine Mutter verstarb im letzten Monat.
Sie war seit 1996 neu verheiratet.
Es existiert ein Berliner Testament in dem sich die Beiden gegenseitig zum Alleinerben einsetzen. Nach dem Ableben des Zweiten sollen die jeweiligen Kinder je 25% erhalten (Stiefvater hat 2 und meine Mutter hat mich und meine Schwester).
Bei Aufsetzung des Testament hatten beide je 50% Anteil an einem Haus. Vor längerer Zeit hat der Stiefvater seine Anteile an meine Mutter verkauft. Meine Mutter gehörte demnach 100% vom Haus.
Nun zu meinen Fragen:
Bekommen nach dem Ableben des Stiefvaters seine Kinder je 25%- - schließlich war er ja vor seiner Erbschaft fast mittellos.
Ist mein versprochener Erbteil von 25% gesichert, auch wenn der Stiefvater neu heiratet?
Was ist zu tun (der Ablauf), wenn ich jetzt schon von meinem Pflichteil gebrauch nehmen möchte?
Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
15.07.2011 | 21:29

Antwort

von


(407)
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, gehe ich auf Ihre Frage wie folgt ein:

Ihr Stiefvater ist durch das vorliegende Berliner Testament Alleinerbe nach Ihrer Mutter geworden. Aufgrund der gemeinsam getroffenen Verfügung, erben seine Kinder nach dem Tod des Stiefvaters zu je 1/4.


Eine erneute Heirat des Stiefvaters würde an dieser Schlusserbeneinsetzung der 4 Kinder nichts ändern. Das Berliner Testament hat eine Bindungswirkung und kann durch den Stiefvater nach dem Tod Ihrer Mutter nicht durch neue testamentarische Verfügung aufgehoben werden.

Allerdings hätte die Ehefrau, sollte der Stiefvater erneut heiraten, aufgrund des bestehenden und gültigen Erbes dann einen Pflichtteilsanspruch. Dieser beträgt 1/8 in den Nachlass des Stiefvaters zzgl. eines etwaigen Zugewinnausgleich. Zum Nachlass des Stiefvaters zählt in diesem Fall auch das ererbte Vermögen Ihrer Mutter. Die 4 Schlusserben müssten also einer weiteren Ehefrau dann 1/8 zzgl. Zugewinnausgleich auszahlen.

Dies wäre dann nicht der Fall, wenn das Berliner Testament eine Wiederverheiratungsklausel enthält.

Darüber hinaus ist Ihr Stiefvater Alleinerbe in die Immobilie geworden, so dass er wohl keine Verfügungsbeschränkungen über das ererbte Vermögen hat. Er kann also bis zu seinem Tod frei über die Immobilie verfügen in Form von Verkauf oder Schenkung. Sollte bis zum Erbfall nach dem Stiefvater nach der Verfügung entweder kein Geld mehr aus dem Verkauf vorhanden sein oder aber die Schenkung mehr als 10 Jahre zurückliegen, so hätten Sie keine Ansprüche mehr nach dem Tod des Stiefvaters.

Um den Pflichtteil gegenüber dem Stiefvater geltend zu machen, müssten Sie zunächst Auskunft über den Bestand des Nachlasses nach Ihrer Mutter in Form eines Nachlassverzeichnisses einfordern. Ist der Nachlass festgestellt, können Sie Ihren Pflichtteilsanspruch betragsmäßig beziffern und gegenüber dem Stiefvater geltend machen. Bitte berücksichtigen Sie, dass die Geltendmachung des Pflichtteilsansrpuch der kurzen 3jährigen Verjährung unterliegt. Zahlt Ihnen Ihr Stiefvater den Pflichtteil auf Ihre Anforderung nicht aus, müssten Sie Klage erheben.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

ANTWORT VON

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Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
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