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Berliner Testament einsehen. Rechte?!

15.08.2016 20:49 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Der Vater meiner Mutter ist verstorben. Er hinterlässt zwei leibliche und ein adoptiertes Kind (alle erwachen) welche er mit einer anderen Frau gezeugt/adoptiert hat. Diese ist schon verstorben.

Vor 40 Jahren heiratete er erneut. Die neue Frau (zwei leibliche erwachsene Kinder mit einem anderen Mann) brachte ein Grundstück mitsamt Haus in die Ehe.
Er wurde aber nie in das Grundbuch eingetragen.

Es wurde ein Berliner Testament unterzeichnet.

Kann/darf meine Mama dieses Testament einsehen?
Kann/darf ich dieses Testament einsehen?
Wenn ja, wohin müssen wir uns wenden?
Wird sie, als Tochter, von einem Nachlassgericht informiert?
Kann sie sich einen Pflichtteil auszahlen lassen?
Habe ich Rechte?

Vielen Dank für ihre Bemühungen, S.R.

Sehr geehrte Fragenstellerin,

ist ein Testament bereits eröffnet, kann jeder, der ein rechtliches Interesse glaubhaft macht, dieses Testament beim Nachlassgericht einsehen, § 357 FamFG. Das Nachlassgericht ist das Amtsgericht am letzten Wohnort des Verstorbenen.

Ansonsten eröffnet normalerweise das Gericht "automatisch" das Testament, wenn es hinterlegt worden ist oder zwecks Beantragung eines Erbscheins im Nachhinein beigebracht wurde etc..

Man sollte aber besser von sich aus aktiv werden!

Auch gegenüber der wahrscheinlichen Erbin hat man Auskunftansprüche. Am besten man bittet per Einwurfeinschreiben unter Fristsetzung um Information bezüglich des Testamentes und verlangt wenigstens eine beglaubigte Abschrift.

Sollte ihre Mutter enterbt sein, kann sie binnen 3 Jahren beginnend ab dem Ende des Jahres des Todes ihre Pflichtteils-(ergänzungs)ansprüche durchsetzen. Ansonsten droht die Verjährung.

Sollte das Erbe überschuldet sein, bietet sich uU die Ausschlagung des Erbes binnen 6 Wochen ab Kenntnis des Erbfalles unter persönlichem Erscheinen beim Notar oder dem örtlichen Amtsgericht bzw. dem Nachlassgericht an. Es sind aber auch andere Verfahren wie das Nachlassinsolvenzverfahren etc. teilweise möglich. Auf keinen Fall darf man dann aber die Vermögensmassen vermischen.

Weil ihre Mutter noch lebt, sind Ansprüche ihrerseits nicht ersichtlich. Ebenso nicht der Anspruch das Testament einzusehen. Ihre Mutter kann sie natürlich bevollmächtigen als Stellvertreterin. Die Vollmacht sollte sie immer im Original unterschrieben beifügen! Für die Ausschlagung würde aber zusätzlich gelten: "Ein Bevollmächtigter bedarf einer öffentlich beglaubigten Vollmacht. Die Vollmacht muss der Erklärung beigefügt oder innerhalb der Ausschlagungsfrist nachgebracht werden."

Falls ich Ihnen bei der Einschätzung der Rechtslage geholfen habe, freue ich mich über eine Bewertung mit 5,0 . Bei Rückfragen nutzen Sie gerne die Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 16.08.2016 | 07:50

Ich bedanke mich für die Antwort.

Nur eine Verständnisfrage,

ich als Enkelin darf das Testament nicht einsehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.08.2016 | 08:16

Sehr geehrte Fragenstellerin,

nein. Nur wenn es Ihnen ihre Mutter zeigt oder sie dazu bevollmächtigt.

Oder Sie eben bei Gericht nach § 357 FamFG vortragen könnten, als Erbe in Betracht zu kommen. Letzteres ist aber bei einem Berliner Testament eher unwahrscheinlich, da es nur der vorrangige Absicherung der Ehegatten und in letzter Linie deren Kinder geht, nicht die Kindeskinder.

Probieren kann man es sicher trotzdem.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Saeger
- Rechtsanwalt -

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