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Berliner Testament - Verfügung beim Ableben des Längstlebenden

| 15.02.2009 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Da der Alleinerbe aufgrund eines Berliner Testaments sein Vermögen ja über das geerbte Vermögen hinaus noch vermehren kann, z. B. durch Erwerbstätigkeit, Finanzgeschäfte, Glücksspiel, Erbschaft usw., soll er für diesen Teil in Bezug auf die Vererbung keinen Beschränkungen unterworfen werden.
Ist dies sowieso der Fall und wenn ja, woraus ergibt sich das oder ist dafür eine spezielle Formulierung, wie beispielweise die nachstehende, erforderlich?
Beim späteren Ableben der Mutter/des Vaters sollen der gemeinsame Sohn XYZ geb. am xx.xx.xxxx und die Tochter des Vaters aus erster Ehe, ABC geb. am xx.xx.xxxx, mindestens je 30% der Vermögenswerte erhalten, die noch aus der gemeinsamen Vermögensmasse erhalten sind, wie sie zum Zeitpunkt des Ablebens des Vaters/der Mutter vorhanden war.

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, welche ich Ihnen anhand der gegebenen Fakten und aufgrund Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten möchte:

Wenn ein Berliner Testament vorliegt, muss zunächst herausgearbeitet werden, ob eine Trennungs - oder Einheitslösung gewollt ist, d.h. ob im Falle des Erstversterbens der überlebende Ehegatte Vorerbe oder Vollerbe sein soll.

In jedem Falle ist es jedoch so, dass der überlebende Ehegatte sogenannte wechselbezügliche Verfügungen nach dem Tod des Erstversterbenden nicht mehr aufheben oder ändern kann, auch keine anderweitige Verfügung von Todes wegen treffen kann, welche mit der wechselbezüglichen Verfügung des gemeinschaftlichen Testamentes in Widerspruch steht.

Wenn Sie diese Rechtsfolge abbedingen möchten, müssten Sie im gemeinschaftlichen Testament eine Klausel aufnehmen, wonach die eben beschriebene Bindungswirkung nicht eintreten soll.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass im Rahmen dieser Erstberatung keine umfassende Formulierung erfolgen kann. Eine solche kann ich Ihnen jedoch selbstverständlich gerne anfertigen, bei Bedarf diesbezüglich setzen Sie sich bitte per Email mit mir in Verbindung.

Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 16.02.2009 | 11:38

Sehr geehrte Frau Müller,
sorry, ich dachte ich hätte das klar ausgedrückt:

Der Längstlebende ist Alleinerbe (Vollerbe/Einheitslösung) und soll über das gesamte bei seinem Tod vorhandene Vermögen im Rahmen eines neuen Testaments frei bestimmern können.
Ausgenommen ist der Teil des Vermögens auf den sich die nachstehende Verfügung im ursprünglichen gemeinsamen Berliner Testament bezieht:

Beim späteren Ableben der Mutter/des Vaters sollen der gemeinsame Sohn XYZ geb. am xx.xx.xxxx und die Tochter des Vaters aus erster Ehe, ABC geb. am xx.xx.xxxx, mindestens je 30% der Vermögenswerte erhalten, die noch aus der gemeinsamen Vermögensmasse erhalten sind, wie sie zum Zeitpunkt des Ablebens des Vaters/der Mutter vorhanden war.

Die etwas komplizierte Formulierung habe ich deshalb gewählt, weil
ich nur den Teil des Gesamtvermögens einer Beschränkung unterwerfen will, der beim Tod des Erstversterbenden vorhanden war und nicht auch den Teil, den der Längstlebende später erworben hat.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.02.2009 | 11:26

Sehr geehrter Fragesteller,

bitte entschuldigen Sie, dass ich erst jetzt zur Beantwortung Ihrer Nachfrage komme, auf die ich selbstverständlich gerne eingehen werde:

Selbstverständlich können Sie in einer letztwilligen Verfügung frei über die Vermögensaufteilung im Erbfall bestimmen.

Ihre Formulierung ist jedoch nicht ganz glücklich, da meines Erachtens nicht klar genug ("mindestens 30%" - wovon?). Ich rate Ihnen, hier konkrete feste Summen festzuhalten, damit im Fall der Fälle Ihr letzter Wille auch zügig und unkompliziert umgesetzt werden kann. Bei Ihrer derzeitigen Formulierung sehe ich diesbezüglich Probleme, so dass Sie hier eine Ergänzung vornehmen sollten.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben, und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen

Yvonne Müller
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 18.02.2009 | 12:32

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