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Berliner Testament Pflichtteil des Kindes

31.05.2016 09:57 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Meine Mutter ist Ende Januar 2014 verstorben. Meine Eltern haben ein sog. Berliner Testament verfasst, so dass mein Vater nach dem Tod der Mutter der Alleinerbe war. Ich bin das einzige Kind und im Testament als Schlusserbin eingesetzt. Mein Vater hat nach dem Tod meiner Mutter also das gemeinsame Haus – ein 2-Familienhaus samt komplettem Mobiliar - sowie Einiges an Geldvermögen auf Sparkonten (geschätzte 50.000 EUR) sowie zwei PKW geerbt. Ich habe außer ein paar persönliche Andenken an meine Mutter nichts bekommen - auch nicht gefordert. Einen der beiden PKW habe ich meinem Vater für 3.000 EUR abgekauft. Das gemeinsame Haus hat mein Vater Ende 2015 für 220.000 EUR verkauft und das Geld angelegt.
Nun hat mein Vater im letzten Jahr im Urlaub in Kanada eine Dame kennengelernt, mit der er seinen Lebensabend verbringen möchte. Er plant daher in 2017 eine Auswanderung nach Kanada. Da ich fürchte, dass es sich bei der Dame um eine "Goldgräberin" handelt, überlege ich derzeit, ob ich meinen Pflichtteil aus dem Erbe meiner Mutter einfordern sollte. Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand ist dies möglich und mir ständen tatsächlich 25% zu. Ich müsste allerdings die 3-jährige Verjährungspflicht einhalten, um meine Ansprüche geltend zu machen.
Ich weiß nun nicht, wie ich meinen Pflichtteil von meinem Vater einfordern und vor allem beziffern soll, da mir lediglich der Verkaufspreis des Hauses bekannt ist. Wie sollte ich mich in diesem Fall verhalten?

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn Sie Pflichtteilsansprüche geltend machen, müssen Sie in Erfahrung bringen, welchen Nachlass Ihre Mutter am genauen Todestag hinterlassen hat. Wenn Ihre Mutter also beispielsweise am 30.01.2014 verstorben ist, kommt es auf diesem Tag als Stichtag für die Bestimmung des Nachlasses an.


2.

Damit Sie einen Überblick über den Nachlass erhalten, müssen Sie Ihren Vater unter Fristsetzung (dem Datum nach bestimmt) auffordern, ein so genanntes Nachlassverzeichnis, geordnet nach Aktiva und Passiva, zu erstellen.

Anhand dieses Nachlassverzeichnises, dessen Angaben Ihr Vater belegen muss, ergibt sich der Reinnachlass, der Grundlage für die Höhe der Pflichtteilsquote ist.

Gegebenenfalls wird es sich empfehlen, einen Rechtsanwalt zu beauftragen, von Ihrem Vater die Erstellung eines Nachlassverzeichnisses zu verlangen. Schließlich sind eine Reihe von Gesichtspunkten zu beachten und es muss geprüft werden, ob das Nachlassverzeichnis vollständig und richtig ist.


3.

Kommt Ihr Vater seiner Verpflichtung, ein Nachlassverzeichnis zu erstellen, innerhalb der von Ihnen gesetzten Frist nicht nach, können Sie Klage erheben. Die Einreichung der Klage unterbricht den Lauf der Verjährung.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2016 | 10:46

Sehr geehrter Herr Raab,

vielen Dank zunächst für Ihre Antwort. Die Erstellung des Nachlassverzeichnisses erscheint mir sehr kompliziert, zumal mein Vater inzwischen nicht nur das Haus verkauft hat, sondern auch einen Großteil der Einrichtung sowie die Porzellansammlung meiner Mutter, Uhren, Schmuck usw. verkauft bzw. verschenkt hat. Kurze Nachfrage: Wie ich es verstehe, kommt es also nicht darauf an, zu welchem Preis mein Vater das Haus Ende 2015 verkauft hat, sondern vielmehr darauf, wieviel das Haus am Stichtag des Todes (29.01.2014) wert war?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2016 | 10:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

Sie haben vollkommen Recht: Maßgeblich ist der Verkehrswert des Hauses zum Todestag der Mutter. Kommt darüber, also über den Verkehrswert, keine Einigung zustande, kann die Einholung eines Sachverständigengutachtens verlangt werden.

Sie müssen natürlich beachten, wer Eigentümer des Hauses gewesen ist. Wäre Ihr Vater alleiniger Eigentümer, gehörte das Haus nicht zum Nachlaß. Normalerweise sind Eheleute aber je zu 1/2 Miteigentümer einer Immobilie, so dass der hälftige Miteigentumsanteil Ihrer Mutter zum Nachlaß gehört.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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