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Berichtigung einer Steuererklärung für 2012 wegen Doppelbesteuerung

10.01.2016 12:47 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite als einer von mehreren Geschäftsführern mit Anteilen in einer Firma, die ihren Sitz in Indien hat. Ich beziehe Lohn aus dieser Tätigkeit. Im Jahr 2012 hatte ich meinen Wohnsitz in Deutschland. 2013 bis Ende 2015 war mein Wohnsitz in Indien und seit Ende 2015 wieder in Deutschland.

Bei der Steuererklärung für 2012 waren mir die Regelungen für eine Doppelbesteuerung unbekannt (siehe DBA Indien) und folgender Fehler ist passiert:

In 2013 habe eine Steuererklärung für den Lohn, den ich von meiner Indischen Firma in 2012 erhalten habe, abgegeben. Einen Bescheid habe ich am 29.07.2013 erhalten. Am 06.08.2013 habe ich von unserem Indischen Steuerberater Dokumente der in Indien gezahlten Steuern erhalten. Dass heisst auf den Brutto-Lohn wurden in Indien Steuern gezahlt und ich habe den Netto-Lohn bei der Deutschen Steuererklärung eingetragen und darauf noch einmal Steuern gezahlt. Mir ist diese Tatsache jedoch jetzt erst bei einer Übersicht der alten Bescheide klar geworden.

Fragen:

1) Ist es noch möglich den oben genannten Fehler zu korrigieren und die zu viel gezahlten Steuern zurück zu bekommen? Wenn ja, wie?

2) Sind die Einkünfte aus Indien, die dort auch besteuert werden, in Deutschland freigestellt? Heisst muss ich Einkünfte aus Indien überhaupt in meiner Steuererklärung erwähnen? Dies ist interessant für 2012 und für zukünftige Steuererklärungen, da ich nun wieder in Deutschland gemeldet bin.

3) Wenn die Einkünfte aus Indien auch in die Deutsche Steuererklärung gehören, wie kann man die Steuern, die in Indien gezahlt wurden, anrechnen?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn Ihr Steuerbescheid bereits rechtskräftig ist und nicht etwa unter dem Vorbehalt der Nachprüfung ergangen ist, dann gibt es leider keine Änderungsmöglichkeit mehr.

2. Laut dem Doppelbesteuerungsabkommen Deutschland Indien sind derartige Einkünfte, also Geschäftsführerbezüge, sofern Sie nicht als Selbständiger gelten, freigestellt, also nicht bei der Bemessung des deutschen Steuersatzes heranzuziehen. Die BRD hat sich jedoch vorbehalten, eine Anrechnung vorzunehmen. Insofern müssen Sie sich also jedes Jahr wieder neu diesbezüglich informieren.
Eine entsprechende Anrechnung erfolgt "quasi" automatisch bei korrekter Abgabe der Anlage AUS.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2017 | 12:27

Vielen Dank für die Antwort. Ich habe die Frage letztes Jahr gestellt und jetzt muss ich mich erstmalig mit diesem Thema konkret außeinandersetzen, deswegen möchte ich nun die einmalige Nachfragefunktion zur Doppelbesteuerung nutzen, weil die Sache noch nicht ganz klar ist:

Sie schreiben ich muss die Anlage AUS entsprechend ausfüllen. Doch im DBA Artikel 15 steht:

"Vorbehaltlich der Artikel 16, 17, 19, und 20 können Gehälter, Löhne und ähnliche Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person aus unselbständiger Arbeit bezieht, im anderen Vertragsstaat nur besteuert werden, wenn die Arbeit dort ausgeübt wird."

Ich beziehe als Gesellschafter-Geschäftsführer Gehalt aus Indien und war 2016 fast das ganze Jahr in Deutschland (habe also hier gearbeitet im Heimbüro). Ich halte unter 50% Anteile, aber eine Sperrminorität ist gegeben im Bezug auf Sozialversicherung.

Somit trifft obiges auf mich zu und ich müsste Anlage N ohne Sozialversicherung ausfüllen? Die Einkommenssteuer muss voll in Deutschland und nicht in Indien gezahlt werden?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2017 | 13:26

Die Artikel 16, 17, 19 und 20 sind nur dann auf Sie anwendbar, wenn Sie tatsächlich als Angestellter gelten. Ob dies der Fall ist, müsste aber in jedem Jahr neu und nach den dann geltenden Regeln in Indien und Deutschland ermittelt werden. Die Angaben in Ihrer Nachfrage genügen für eine Einschätzung nicht. Das Finanzamt in Deutschland würde hierzu beispielsweise den Anstellungsvertrag, den Gesellschaftsvertrag, Gesellschaftserbeschlüsse etc einholen und prüfen.
Da Sie in Deutschland gearbeitet und gewohnt haben, ist zumindest davon auszugehen, dass das Besteuerungsrecht im Wesentlichen Deutschland zustehen wird und Sie hier die Haupterklärungspflichten wahrzunehmen haben.

Ihr Sachverhalt ist aber im Grunde für eine "Fernberatung" über dieses Portal nur bedingt geeignet. Sie sollten definitiv einen Steuerberater beauftragen und mit diesem und in Abstimmung mit dem Finanzamt den Status (selbständig/unselbständig) klar herausarbeiten und nach diesem Ergebnis die Deklaration vornehmen.

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