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Berechung Unterhalt.

| 12.09.2010 07:30 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


08:35

Hallo, ich würde gern die Unterhaltsberechnung für meinen Sohn aus erster Ehe überprüfen lassen.
Mein Sohn ist 21J. und studiert.
Meine Einkommen: 40414,89€ Jahreseinkommen netto.
Krankenversicherung: 683,85€ monatl.
Fahrtstrecke Arbeit: 20Km eifach bei 250 Arbeitstagen.
Dahrlehnszinsen für Wohnhaus: 330€ monatl.
Das bereinigte monatl. Nettoeinkommen meiner Exfrau wurde mit 2159,61€ angesetzt.
Unterhaltsbedarf für meinen Sohn soll 781 € abzgl. KiGeld sein.
Ich habe aus meiner jetzigen Ehe noch 2 weiter Kinder, 1 und 4 Jahre, meine Exfrau hat keine weiteren Kinder.
Das Jugendamt hat mein Unterhalt auf 349€ berechnet, den meiner Exfrau auf 249€ bei meinen bereinigten Nettoeinkommen von 2586,36€. Kann es sein das ich bei lediglich 400€ mehr Nettoeinkommen um 100€ mehr Unterhalt zahlen muss?
Würde mich freuen wenn jemand dies nachrechnen könnte.
W. Mandl

12.09.2010 | 08:52

Antwort

von


(407)
Ernst-Reuter-Allee 16
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne unter Berücksichtigung des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte. Ich weise darauf hin, dass das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Sachverhaltsbestandteilen zu einem völlig anderen rechtlichen Ergebnis führen kann. Dieses Medium dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls die Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Eine Komponente im Rahmen der vorzunehmenden Unterhaltsberechnung ist mir unbekannt, so dass ich hier nur eine Vergleichsberechnung vornehmen kann anhand von geschätzten Zahlen, die es Ihnen allerdings ermöglicht, bei einer abweichenden Zahl selbst noch einmal nachzurechnen. Hierbei handelt es sich um den Wohnvorteil. Sie teilen zwar die Zinstilgung in Ihrer Fragestellung mit, aber machen keine Angaben zur Größe und dem vergleichbaren Mietwert Ihrer Immobilie.

Hier der entsprechende Auszug aus den Süddeutschen Leitlinien zum Wohnvorteil:

5. Wohnwert
Der Wohnvorteil durch mietfreies Wohnen im eigenen Heim ist als wirtschaftliche Nutzung des Vermögens unterhaltsrechtlich wie Einkommen zu behandeln. Neben dem Wohnwert sind auch Zahlungen nach dem Eigenheimzulagengesetz anzusetzen.
Bei der Bemessung des Wohnvorteils ist auszugehen von der Nettomiete, d.h. nach Abzug der auf einen Mieter nach § 2 BetrKV umlegbaren Betriebskosten. Hiervon können in Abzug gebracht werden der berücksichtigungsfähige Schuldendienst, erforderliche Instandhaltungs- und Instandsetzungskosten und solche Kosten, die auf einen Mieter nicht nach § 2 BetrKV umgelegt werden können.

Ich habe etwas recherchiert und nehme für Ihren Wohnort eine Nettokaltmiete in Höhe von 600 € für den Wohnvorteil an.

Es ergibt sich danach folgende Unterhaltsberechnung:

Einkommensberechnung für Sie:

durchschnittliches Nettoeinkommen 3.367,91 €
./. Krankenversicherung - 683,85 €
./. Fahrtkosten - 250,00 €
-------------------
Zwischensumme 2.434,06 €
zzgl. Wohnvorteil 600,00 €
./. Darlehenszinsen 330,00 €
--------------------
relevantes Einkommen 2.704,06 €

Aus diesem Betrag sind zunächst die Unterhaltsansprüche der vorranigen minderjährigen Kinder nach der Düsseldorfer Tabelle zu ermittelten. Nach der Einkommensgruppe 5 und der 1. Altersstufe ergibt sich für jedes der minderjährigen Kinder ein Unterhaltsanspruch in Höhe von 289,00 € (Zahlbetrag Kindergeld schon berücksichtigt). Da die minderjährigen Kinder vorrangig sind, ist dieser Unterhaltsbetrag von Ihrem Einkommen vor der Ermittlung des Unterhaltsanspruchs des volljährigen Kindes abzuziehen.

Dies berechnet sich wie folgt:

relevantes Einkommen 2.704,69 €
./. Kindesunterhalt Kind 1 289,00 €
./. Kindesunterhalt Kind 2 289,00 €
----------------
heranzuziehendes Einkommen 2.126,00 €

Das Einkommen der Kindesmutter beträgt nach Ihren Angaben bereits bereinigt 2.159,61 €, so dass sich unter Berücksichtigung des obigen Betrages ein Gesamteinkommen der Eltern in Höhe ovn 4.285,61 € ergibt.

Danach errechnet sich der Unterhaltsbedarf des volljährigen Kindes, soweit es noch im Haushalt eines Elternteiles lebt, nach der 4. Altersstufe der Düsseldorfer Tabelle. Es wäre hier die Einkommensgruppe 8 heranzuziehen, so dass sich ein Unterhaltsbedarf in Höhe von 703,00 € ergibt, von dem zunächst das gesamte Kindergeld bedarfsdeckend in Abzug gebracht wird, so dass ein Restbedarf in Höhe von 519,00 € verbleibt.

Der Haftungsanteil nach § 1606 III 1 BGB errechnet sich nach der Formel:
Bereinigtes Nettoeinkommen eines Elternteils (N1 oder N2) abzüglich 1.100 € mal (Rest-)Bedarf (R), geteilt
durch die Summe der bereinigten Nettoeinkommen beider Eltern (N1 + N2) abzüglich 2.200 (=1.100 +
1.100) €. Haftungsanteil 1 = (N1 -1.100) x R : (N1 + N2 -2.200).

In Ihrem Fall:

(2.126 € - 1.100 €) x 519 € : (4.285,61 € - 2.200 €) = 255,32 €

Sie schulden daher Ihrem volljährigen Kind nach der vorliegenden Berechnung einen monatlichen Unterhalt in Höhe von 255,32 €.

Offensichtlich wurde bei der Berechnung durch das Jugendamt die vorrangig zu berücksichtigenden minderjährigen Kinder nicht berücksichtigt.

Dieser Betrag kann jetzt naturgemäß noch wegen des Wohnvorteiles variieren, wird sich jedoch nicht wesentlich verändern.

Lässt man den Wohnvorteil und den Schuldendienst außen vor, ergäbe sich folgende Berechnung:

durchschnittliches Nettoeinkommen 3.367,91 €
./. Krankenversicherung - 683,85 €
./. Fahrtkosten - 250,00 €
-------------------
relevantes Einkommen 2.434,06 €
./. Kindesunterhalt Kind 1 273,00 €
./. Kindesunterhalt Kind 2 273,00 €
------------------
anrechenbares Einkommen 1.888,06 €

Der Unterhaltsbedarf anhand des beiderseitigen Einkommens wäre ebenfalls 703,00 € abzgl. Kindergeld und damit einem Restbedarf von 519,00 €.

Die Berechnung der Haftungsanteile erfolgt dann wie folgt:

(1.888,06 - 1100) x 519 : (4.067,67 - 2200) = 218,99 €

Allerdings ist der Wohnvorteil auf jeden Fall im Rahmen der Unterhaltsberechnung zu berücksichtigen. Ich wollte Ihnen nur veranschaulichen, dass es auch bei der Berücksichtigung des Wohnvorteils nicht zu erheblichen Veränderungen im Unterhaltsbetrag führt.
Die Ihnen vorgelegte Berechnung des Jugendamtes ist jedoch falsch. Sie sollten daher das Jugendamt auffordern, eine Neuberechnung vorzunehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen zunächst eine erste rechtliche Orientierung verschaffen. Sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 13.09.2010 | 08:03

Sehr geehrter Hr. Rösemeier,
vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort zu meiner Anfrage. Sie haben mit wertvolle Hilfe gegeben vor dem Jugendamt zu argumentieren. Eine Nachfrage hätte ich allerdings:
Nach meiner Kenntnis wären lediglich max. 150 € als Fahrtkosten anzusetzen. Sie haben hier 250 € aufgrund meiner Angabe (20Km einfach mal 250 Arbeitstage) angesetzt.
Herzlichen Dank
Willi Mandl

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 13.09.2010 | 08:35

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt. Die Begrenzung in den Unterhaltsleitlinien auf einen Maximalbetrag von 150,00 € bezieht sich auf die Geltendmachung der pauschalen berufsbedingten Aufwendungen mit dem Ansatz von 5 %. Wenn tatsächlich höhere berufsbedingte Aufwendungen geltend gemacht werden, kann dieser Grenzwert überschritten werden. (10.2.2. der Süddeutschen Unterhaltsleitlinien) http://www.rechtsanwalt-news.de/wp-content/uploads/2010/01/suddeutsche-leitlinien-2010.pdf

Ich hoffe, es ist Ihnen möglich, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen. Bitte beachten Sie, dass seit der Reform des Familienrechts für gerichtliche Unterhaltsverfahren Anwaltszwang besteht.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 13.09.2010 | 08:04

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ANTWORT VON

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