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Berechtigter Erbanspruch?


| 06.04.2007 13:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Karin Plewe



Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Vorgeschichte:

meine Großeltern väterlicherseits hatten fünf Kinder. Ein Sohn starb ohne Nachkommen, der andere fiel 1945 im 2.Weltkrieg. Er war verheiratet und ein Kind "war unterwegs".

Aufgrund der großen Entfernung schlief der Kontakt zur Schwiegertochter schnell ein. Die Großeltern haben das Enkelkind nie kennengelernt.
Nach dem Tod des Großvaters, der nach seiner Frau verstarb, erbten die verbliebenen drei Kinder.
Unterdessen existiert eine Erbengemeinschaft - bestehend aus einem Sohn und zwei Enkeln, die das kleine Haus, in dem der letzte Sohn noch lebt, bewirtschaften.

Meine Frage jetzt:
Kann der Nachkomme des im Krieg gefallenen Sohnes heute noch berechtigte Erbanspüche stellen ? D.h. hat er Anspruch in die Erbengemeinschaft aufgenommen zu werden?

Vielen Dank für Ihre Antworten.

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Sehr geehrter Fragesteller,

ohne nähere Sachverhaltskenntnis kann Ihre Frage nur eingeschränkt beantwortet werden.

Zunächst wäre zu klären, welche Erbfolge nach dem Tod der Großeltern jeweils eingetreten ist. Nach Ihrer Schilderung spricht einiges dafür, dass die Großeltern seinerzeit ein Berliner Testament errichtet hatten, worin der Längerlebende (Großelternteil) zunächst Alleinerbe (des anderen Großelternteils) geworden ist. Die Kinder könnten dann testamentarisch zu Erben des zuletztversterbenden Großelternteils geworden sein. Hier ist es denkbar, dass die Großeltern nur die noch lebenden Kinder eingesetzt haben und das Enkelkind bewußt nicht einsetzen wollten. Dann wäre das Enkelkind nicht erbberechtigt, sondern hätte jeweils nur einen Pflichtteilsanspruch nach jedem Großelternteil.

Dieser Pflichtteilsanspruch verjährt in drei Jahren von dem Zeitpunkt an, in dem der Pflichtteilsberechtigte von dem Eintritt des Erbfalls (also dem Tod von Großvater und Großmutter) und von der ihn beeinträchtigenden Verfügung (also von einem Testament) erlangt. Ohne diese Kenntnis (falls das Enkelkind also von dem Testament bislang nichts erfahren hat), verjährt der Pflichtteilsanspruch innerhalb von 30 Jahren nach dem Erbfall. Hier wäre also ein eventueller Ansatzpunkt für weitere Ansprüche, sofern die Todesfälle noch nicht länger als 30 Jahre zurückliegen.

Sofern es kein Testament gab, sondern die gesetzliche Erbfolge eingetreten wäre, dann wäre das Enkelkind anstelle des verstorbenen Vaters Miterbe geworden, und zwar gesondert jeweils nach der Großmutter und dem Großvater und wäre damit Mitglied der Erbengemeinschaft.

Ich empfehle Ihnen, weitere Nachforschungen anzustellen, um die Rechtsgrundlagen für die Erbfolge herauszufinden. Dies kann beim Nachlassgericht (Amtsgericht am letzten Wohnsitz des Verstorbenen) oder beim Grundbuchamt geschehen. Zu jedem Grundbuch wird eine Grundakte geführt, in der die Rechtsgrundlagen für die Änderung der Eigentumsverhältnisse archiviert sind. Dort müssten Sie Abschriften der Erbscheine nach Großmutter und Großvater finden.

Erst wenn die Frage "gesetzliche Erbfolge oder Testament und mit welchen Inhalt" geklärt ist, kann das Vorhandensein konkreter Ansprüche geprüft werden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orietierung geben und stehe Ihnen auch gerne für weitere Auskünfte und für die Vertretung im Rahmen einer Mandatserteilung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

info@kanzlei-plewe.de













Nachfrage vom Fragesteller 06.04.2007 | 14:51

Sehr geehrte Frau RA Plewe,

vielen Dank für Ihre schnelle und sehr informative Beantwortung.

Ja, der Großvater ist nach dem Tod der Großmutter Alleinerbe geworden.- Er ist 1964 gestorben und hat ein Testament hinterlassen, in dem er seine drei damals lebenden Kinder bedachte.

Also kann ich davon ausgehen, daß der Nachfahre des gefallenen Sohnes keine Ansprüche mehr stellen kann, da mehr als 30 Jahre vergangen sind und ein Testament des Großvaters existierte?

Nochmals herzlichen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.04.2007 | 16:05

Sehr geehrter Fragesteller,

ja, sofern sich aus dem Wortlaut der Testamente von Großvater und Großmutter nichts Abweichendes ergibt, hat der Nachfahre des gefallenen Sohnes keine Ansprüche mehr.

Mit freundlichen Grüßen

Karin Plewe
Rechtsanwältin

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