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Berechnung des Unterhalts mit Teilung des Kindergelds


23.01.2005 10:05 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Ich habe Fragen zum Unterhalt. Mein Noch-Ehemann lebt seit 2 Jahren von mir getrennt. Ich leben mit den 3 Kindern (15, 17 und 20 (alle in schulischer oder sonstiger Ausbildung) im gemeinsamen Haus. Noch haben wir keine Änderungen bzgl. Steuerklasse und Wohnsitz vorgenommen. Soll aber demnächst wahrscheinlich in Angriff genommen werden. Das durchschnittliche monatliche Netto-Einkommen meines Noch-Ehemannes würde nach Steuerklasse I berechnet etwa 2500,- betragen (13. Monatsgehalt entfällt). Mein durchschnittliches monatliches Netto- Einkommen würde nach Steuerklasse II berechnet etwa 1400,- betragen).460,- Euro Kindergeld werden gezahlt.

1.) Wie würde der Unterhalt für meine Kinder bzw. evtl. für mich bei diesen Zahlen ausfallen? Und wie wird das Kindergeld geteilt bzw. gerechnet?

2.) Sind wir gezwungen, die Steuerklassen von jetzt noch III/V auf I/II zu ändern, wenn er seinen Wohnsitz offiziell verlegt?

3.) Gibt es einen Unterschied in der Berechnung, wenn man als getrennt lebend gemeldet ist oder wenn man geschieden ist?

Recht herzlichen Dank für Ihre Hilfe im voraus!

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Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Frage 1)
Sie schreiben, Sie würden mit den Kindern im gemeinsamen Haus leben. Sofern dies ein bezahltes Eigenheim ist, müsste bei Ihnen noch ein Wohnwertvorteil als Einkommen angesetzt werden.

Ferner schreiben Sie, dass die Kinder sich in schulischer oder sonstiger Ausbildung befinden. Sobald ein Kind eigenes Einkommen z.B. im Rahmen einer Ausbildung erzielt, muss es dieses Einkommen auch zum Bestreiten seines Unterhaltes verwenden. Insofern vermindert sich die Unterhaltspflicht.

Da sich hier insoweit keine Angaben finden, werde ich bei der überschlägigen Berechnung diese Positionen nicht berücksichtigen (können).

Aufgrund des Einkommens steht der EM unterhaltsrechtlich auf der 8. Stufe der Düsseldorfer Tabelle. Ab der 6. Stufe steht ihm die Hälfte des Kindergeldes zu. Das Kindergeld ist eine Leistung des Staates an die Eltern zur Belohnung bzw. Entlastung von den Lasten, die diese für die Allgemeinheit tragen. Es ist nur dann für den Unterhalt der Kinder einzusetzen, wenn nicht 135 % des gesetzlichen Regelunterhaltes (vgl. 6. Stufe der Düsseldorfer Tabelle) gezahlt werden.

Der Unterhalt sehe danach wie folgt aus

Unterhaltsanspruch K15: EUR 426
Unterhaltsanspruch K17: EUR 426
Unterhaltsanspruch K20: EUR 491 (abzgl. Ausbildungsvergütung?)
Summe: EUR 1343
Abzgl. Kindergeldanteil: EUR 230
Zu zahlender Kindesunterhalt: 1113

Einkommen EM: EUR 2.500
Abzgl. Kindesunterhalt: EUR 1.113
Bereinigtes Einkommen: EUR 1.387

Einkommen EF: 1.400

Differenz: EUR 13,00
Davon 3/7 (erwerbstätigen Bonus) = EUR 5,57 (=Unterhaltsanspruch des Mannes gegen die Frau)

Hierin noch nicht berücksichtigt ist ein etwaiger trennungsbedingter Mehrbedarf des EM.


Frage 2.)
Die Steuerklassen III./V. darf man grundsätzlich nur dann wählen, wenn man innerhalb des Jahres im Rahmen der ehelichen Lebensgemeinschaft in einem Hausstand zusammen gewohnt hat.

Da Sie schreiben, dass Sie schon seit 2 Jahren getrennt leben, muss Ihr Mann im Jahr 2002 ausgezogen sein. Daher hätten Sie schon für das Jahr 2003 und 2004 die Steuerklassen ändern müssen.

Auf der anderen Seite ist der steuerrechtliche Begriff des gemeinsamen Hausstandes nicht gleichbedeutend mit dem familienrechtlichen Begriff des getrenntlebens. Wenn Sie in einem Jahr einen Versöhnungsversuch von einer Woche unternehmen und für diese Zeit zusammen Leben, dann unterbricht das nicht die familienrechtliche Trennungszeit. Steuerrechtlich hingegen haben Sie dann in dem Jahr einen gemeinsamen Hausstand gehabt. Vorsorglich möchte ich jedoch darauf hinweisen, dass die sachlich falsche Behauptung eines gemeinsamen Hausstandes u.U. als strafbare Steuerverkürzung gesehen werden könnte.

Frage 3.)
Die Berechnung des Trennungsunterhaltes und des nachehelichen Unterhaltes verläuft ähnlich. Nur ist bei dem nachehelichen Unterhalt zu bedenken, dass grundsätzlich beide Parteien verpflichtet sind, den notwendigen Unterhalt durch eigene Arbeit aufzubringen.

Der notwendige Unterhalt richtet sich dabei nach den ehelichen Lebensverhältnissen. Wenn diese üppig waren, dann ist ggf. ein hoher Unterhalt zu zahlen. Sofern diese bescheiden waren, fällt der Unterhalt entsprechend niedriger aus. Auch die Dauer der Ehe spielt für die eheliche Prägung eine Rolle. Eine kurze Ehe von 1-2 Jahren prägt fast gar. 20 Jahre Ehe prägen hingegen stark.

Falls eine Partei den so nach Maßgabe der ehelichen Lebensverhältnissen errechneten Bedarf nicht durch eigene und den geprägten Lebensverhältnissen angemessene Arbeit aufbringen, muss der Ehepartner ggf. Aufstockungsunterhalt leisten; u.U. auch "für immer".

Auch ändert sich die Berechnung selbstverständlich dadurch, dass der Unterhalt für die Kinder in Zukunft irgendwann wegfällt.

Aufgrund der Vielzahl der Variablen, die hierbei zu berücksichtigen sind, kann im Rahmen dieses Mediums eine präzisere Darstellung leider nicht erfolgen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Bremer Str. 28a
21073 Hamburg

Tel.: 040 - 24 88 21 96
Fax: 040 - 24 88 21 97

mailto:post@ra-breuning.de
www.ra-breuning.de
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